Heizölpreis Prognose – Nachtanken oder Abwarten?

22. Oktober 2015

Heizoel guenstig nachtanken

Den aktuellen Heizölpreis zu nennen und dessen Entwicklung zu zeigen reicht vielen Kunden zu Recht nicht aus. Mit unserer Heizölpreis Prognose möchten wir Ihnen bei der Entscheidung helfen, wann Sie Heizöl nachtanken sollten.

Für die Heizölpreis Prognose entscheidende Faktoren

Jeder Heizöl-Kunde weiß: Höhen und Tiefen gehören zum Heizöl-Geschäft dazu. Doch warum schwanken die Heizölpreise so stark? Da gibt es zwei Faktoren: Die Entwicklung des Ölpreises und des Eurokurses beeinflussen den aktuellen Heizölpreis maßgeblich.

Wie entwickelt sich der Eurokurs?

Der Eurokurs bewegte sich seit seiner Einführung im Vergleich zum US-Dollar zwischen 0,90 und 1,60 US-Dollar. Da Öl in Dollar gehandelt wird, ist dieser Wechselkurs sehr entscheidend. In Laufe des letzten Jahres schwankte der Wechselkurs vom Euro zwischen 1,28 und 1,05 US-Dollar.

Eurokurs Entwicklung 1 Jahr

Bei einem theoretisch gleich bleibenden Ölpreis, würde der Heizölpreis innerhalb von 12 Monaten, nur durch Währungsunterschiede schon um fast 20 Prozent schwanken.

Der Euro ist von vielen zum Teil gegensätzlichen Interessen und Entwicklungen innerhalb und auch außerhalb der Währungsunion abhängig. Im letzten halben Jahr bewegte sich der Eurokurs in einer vergleichsweise engen Spanne zwischen 1,10 und 1,14 US-Dollar.

Eine seriöse Prognose zur weiteren Entwicklung kann ein Heizölhändler kaum leisten. Selbst die Prognosen von Banken widersprechen sich da zum Teil. Grundsätzlich sollte man aber momentan davon ausgehen, dass der Euro eher schwächer als stärker wird. Zumindest wenn man den Prognosen einiger namhafter Banken Glauben schenkt.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Notenbank Fed in den USA den Leitzins erhöhen will und die Wertpapierzukäufe („quantitative easing“ - Quantitative Lockerung) bereits eingestellt hat. Die Europäische Zentralbank stellt eher eine Ausweitung des Programmes in Aussicht.

Wie entwickelt sich der Ölpreis?

Der Ölpreis schwankte in den letzten Jahren auch erheblich. Wie kam es dazu? Zunächst bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, wobei das Angebot durch verschiedene Länder bestimmt wird, die über größere Ölreserven verfügen. Die sogenannten OPEC Staaten (Vereinigung erdölexportierender Länder) haben sich 1960 zu einem Kartell zusammengeschlossen, dessen Mitglieder aus wichtigen Ölländern wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und vielen anderen bestehen.

Sie fördern etwa 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Die Nachfrageseite wird vor allen Dingen durch die wirtschaftliche und technische Entwicklung in den großen Abnehmernationen bestimmt – je mehr die Wirtschaft wächst und die Industrialisierung in den Schwellen- und Entwicklungsländern voranschreitet, desto höher der Bedarf an Öl.

Zwar existieren Verträge zu Festpreisen, die den Ölpreis für längere Zeit festschreiben, im Grunde entsteht der Ölpreis aber an Warenterminbörsen wie der New York Mercantile Exchange (NYMEX) in New York oder der Intercontinental Exchange (ICE) in London.

Dort agieren Börsenprofis und wickeln Termingeschäfte in Form von Futures und Optionen ab. Waren wie Rohöl oder daraus raffinierte Produkte wie Heizöl und Benzin werden zu bestimmten Terminen in der Zukunft in Form von Kontrakten gehandelt.

Wie an jeder Börse zählt hier nicht nur die aktuelle Situation – wie viel Öl steht zur Verfügung und wie viel wird benötigt – vielmehr wird mit einer Vielzahl an Prognosen, Analysen und auch Spekulationen versucht, die zukünftige Preisentwicklung vorherzusehen. Der aktuelle Ölpreis wird damit auch vom zukünftig wahrscheinlichen Ölpreis bestimmt.

Vielleicht ist ihnen der Ausdruck „eine Entwicklung ist bereits eingepreist“ begegnet. Das bedeutet, bestimmte Erwartungen sind bereits im aktuellen Ölpreis enthalten. Das kann z.B. eine sogenannte Risikoprämie sein, die insbesondere bei geopolitischen Konflikten oder klimatischen Ereignissen eine wichtige Rolle spielt.

Der Preis für das europäische Rohöl der Sorte Brent schwankte in den letzten sechs Monaten zwischen 42,79 und 67,71 US-Dollar pro Barrel. Das sind über 35 Prozent.

Ölpreis Brent Entwicklung 6 Monate

Was hat sich in den letzten sechs Monaten geändert? Die Prognosen wie viel Öl in den USA zukünftig noch gefördert wird zum Beispiel. Oder die Aussicht auf die Rückkehr iranischer Öllieferungen.

Seit dem Preissturz zum Ende des vergangenen Jahres also vergleichsweise wenig. Der Markt ist seit geraumer Zeit überversorgt. Dennoch Preisänderungen von 35 Prozent, weil nicht sicher ist, wie lange der Markt in welchem Maße überversorgt bleiben wird. Aktuell wird geschätzt, dass die Überversorgung bei etwa 1,5 bis 2 Millionen Barrel pro Tag liegt. Wahrscheinlich wird sich daran erst einmal wenig ändern.

Zurzeit laufen die Verhandlungen zur Umsetzung des Atom-Abkommens mit dem Iran. Sobald die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, wird das Land versuchen, sein zusätzliches Öl zu vermarkten. Die anderen großen Produzenten werden ihre Förderung jedoch nicht freiwillig reduzieren, zumindest haben das Saudi-Arabien, der Irak und auch Russland bisher so signalisiert. Daher ist zu vermuten, dass die iranischen Öllieferungen den Preiskampf unter den ölexportierenden Ländern weiter verstärken.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung in 2016 wird die wirtschaftliche Entwicklung Chinas sein, da diese die Ölnachfrage maßgeblich beeinflusst. Es bleibt aber auch abzuwarten, wie schnell der Rückgang der Ölförderung in den Nicht-OPEC Ländern vonstatten geht. Aufgrund von ausbleibenden Investitionen, werde man das derzeitige Förderniveau nicht halten können.

Die Prognosen für die Ölpreisentwicklung (Brent) in 2016 schwanken bei den vom ZEW befragten Banken zwischen 45 und 70 US-Dollar pro Barrel. Die EIA (Amt für Energiestatistik innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums) prognostiziert aktuell einen Preis für Brent bei knapp unter 60 US-Dollar.

Ein durchschnittlicher Ölpreis von 60 US-Dollar ist aus jetziger Sicht ein für 2016 durchaus realistischer Wert. Das bedeutet aber auch, dass der Preis in den ersten beiden Quartalen unter und in den folgenden zwei Quartalen über dieser Marke liegen könnte.

Soll ich Heizöl nachtanken oder Abwarten?

Wenn wir zum Abschluss prognostizieren, dass Heizöl dieses und auch im nächsten Jahr günstig bleibt, müssen wir das relativieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Heizöl auf absehbare Zeit verhältnismäßig günstig bleibt! Noch wahrscheinlicher auch günstiger als Erdgas.

Der Heizölpreis wird dennoch schwanken und den günstigsten Kaufzeitpunkt zu finden ist auch ein wenig Glückssache. Da bei einem sehr niedrigen Ölpreisniveau kaum noch rentabel gefördert werden kann und damit das Angebot zurückgeht, ist es relativ unwahrscheinlich, dass wir dauerhaft deutlich niedrigere Ölpreise als momentan sehen werden.

Wir empfehlen Ihnen, unsere Services für eine Preisbenachrichtigung zu nutzen. Lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise oder bei Erreichen Ihres Wunschpreises automatisch informieren. Selbst wenn Sie nur kleinere Mengen bei einem sehr günstigen Preisniveau nachtanken, kann sich das durchaus rechnen.

Der Preisunterschied einer 1.500 Liter zu einer 3.000 Liter Heizöl Lieferung beträgt momentan weniger als drei Euro pro 100 Liter. Seit Beginn dieses Jahres bis Mitte Oktober schwankte unser durchschnittlicher Heizölpreis in einer Spanne von über zehn Euro pro 100 Liter.

Heizölpreis Entwicklung 2015 bis Oktober
Der Preisunterschied zwischen kleineren und größeren Abnahmemengen erklärt sich durch die Logistikkosten. Die Kosten für die Heizöl-Lieferung sind absolut betrachtet bei jeder Heizölbestellung in etwa gleich. Rechnet man diese Kosten auf den 100 Liter Preis um, so sinkt dieser jedoch proportional zur bestellten bzw. gelieferten Menge Heizöl. Ab welcher Heizöl Menge sich eine Bestellung für Sie lohnt, können Sie mit unserem Heizölpreis-Vergleich sehr gut ermitteln.

Fazit: Eine kleinere Menge Heizöl zum richtigen Zeitpunkt nachzutanken, kann oftmals die bessere Wahl sein. Da für die Heizölpreise Prognose sowohl der Euro als auch die Ölpreise entscheidend sind, ist die Vorhersage doppelt spekulativ. Unvorhersehbare wirtschaftliche, geopolitische oder klimatische Ereignisse können die Marktlage schnell verändern.

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