Wie setzt sich der Heizölpreis aktuell zusammen?

Die Zusammensetzung des Heizölpreises Januar 2018

Die Heizölpreise unterliegen steten Schwankungen: Energiesteuer, Mehrwertsteuer, Deckungsbeitrag und Handels-Einkaufspreis - erfahren Sie bei uns die Hintergründe zur aktuellen Heizölpreis-Zusammensetzung.

Gute Planung ist alles - auch beim Heizölkauf

Wer in diesen Tagen Ende Februar ein paar Stunden nach Sonnenaufgang mit einen warmen Tee am Fenster steht und gen Himmel schaut, dürfte überrascht werden: Denn in einigen Regionen sieht das alles schon sehr frühlingshaft aus da draußen. Doch der Schein kann trügen! Zwar geht es mit großen Schritten auf den Frühling zu. Aber so schnell gibt sich der Winter dann doch nicht geschlagen und legte, quasi auf der Zielgeraden, noch einen Endspurt hin. Zweistellige Minusgerade und zapfig kalte Nächte waren das Ergebnis.

Wohl dem, der dann nicht nur vom Tee gewärmt wird, sondern auch von seiner Heizung! Vor allem bei einer Ölheizung ist gut geplant schon halb gewonnen, denn trotz des mittlerweile hohen Effizienzgrades neuer Heizungen, sollten Sie genügend Heizöl für unerwartete Kälteperioden vorrätig haben. Das verhindert teures Nachtanken und schont die Nerven. Doch wie genau setzt sich eigentlich der Heizölpreis zusammen? Wir geben Ihnen einen Überblick.
 

Warum schwankt der Heizölpreis?

Wenn Sie Ihre vier Wände mit einer Ölheizung wohlig warm halten, wissen Sie: Der Preis kann im Verlauf eines Jahres deutlich schwanken. Deshalb sparen Sie bares Geld, wenn Sie sich über die Heizölpreise auf dem Laufenden halten.

Ausschlaggebend für die unterschiedlichen Preise des Heizöls, die Ihnen als Verbraucher auffallen, sind Preisveränderungen beim Rohöl. Sie wirken sich unmittelbar auch auf den Heizölpreis aus. Mehrere Faktoren spielen hierbei eine Rolle: Beispielsweise ist die Kursentwicklung an den Warenterminbörsen ein wichtiger Faktor – denn der Rohstoff Öl ist eines der wichtigsten Handelsgüter weltweit.

Darüber hinaus beeinflusst das Verhältnis von Angebot und Nachfrage die Preise. Ein Überangebot lässt die Preise fallen, Knappheit führt zu Preissteigerungen. Geopolitische Faktoren sind ebenso zu berücksichtigen, wie die zur Verfügung stehenden Förder- und Verarbeitungskapazitäten. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, nimmt auch der Wechselkurs von Euro zu Dollar Einfluss auf den Preis. Schwächelt der Euro, wird Rohöl für Mitglieder der Währungsunion teurer. Mehr Informationen zu den preisbeeinflussenden Faktoren bieten wir Ihnen auf unseren Heizölpreis-Informationsseiten
 

Zusammengesetzt: Das Preispuzzle beim Heizöl

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zum bundesweit durchschnittlichen Heizölpreis verrät die Zusammensetzung des Heizölpreises im Januar 2018.1 67,27 Cent kostet ein Liter Heizöl im Schnitt. Mit 42,11 Cent pro Liter Heizöl entfallen 68 Prozent auf den Einkaufspreis.
 

So setzte sich der Heizölpreis im Januar 2018 zusammen © TOTAL

Es folgt mit einem Anteil von 16 Prozent die Mehrwertsteuer in Höhe von 9,94 Cent pro Liter. Die drittgrößte Position ist die Energiesteuer, die gut zehn Prozent des Heizölpreises ausmacht. Letztere ist übrigens eine Wertsteuer. Das heißt, sie ist auf einen Betrag von derzeit 6,14 Cent festgelegt – unabhängig davon, wie teuer Heizöl gerade ist. Dementsprechend steigt der Anteil der Mineralölsteuer, sobald der Gesamtpreis des Heizöls fällt. Schließlich folgt der Deckungsbeitrag in Höhe von vier Cent pro Liter und einem Anteil von etwa sechs Prozent.
 

Kurz erklärt: Die Heizöl-Preisbestandteile im Überblick.

  • Produktpreis: Einkaufspreis für Mineralölhändler, welcher den oben genannten Schwankungen unterliegt.
     
  • Mehrwertsteuer: Gesetzlich festgelegte Steuer in Höhe von 19 Prozent auf den Nettopreis, welcher sich aus Produktpreis, Energiesteuer und Deckungsbeitrag zusammensetzt. Hier beträgt der Anteil lediglich 16 Prozent, da er sich auf den Bruttopreis bezieht.
     
  • Energiesteuer: Gesetzlich festgelegte Steuer für leichtes Heizöl, zurzeit 6,14 Cent pro Liter
     
  • Deckungsbeitrag: Beinhaltet beispielsweise die Transport- und Lagerkosten sowie Kosten für Vertrieb, Verwaltung und das Hinzufügen von Additiven.
     

Gut gewappnet bis zum Frühling!

Mit diesem Wissen sind Sie gut für Ihren nächsten Heizölkauf ausgerüstet und können den restlichen Wintertagen gelassen entgegenblicken. Und wenn Sie nicht die ganze Zeit selbst nach den aktuellen Preisen schauen wollen, legen Sie doch einfach Ihren Wunschpreis fest. Den Rest machen wir. Dann bleibt mehr Zeit für eine Tasse Tee.
 

1: Quelle Mineralölwirtschaftsverband: Zusammensetzung des Verbraucherpreises für leichtes Heizöl Januar 2018. Daten für Februar 2018 lagen bis zum Redaktionsschluss nicht vor.