Historische Bauten: Verträgt sich die energetische Sanierung mit Denkmalschutz?

Denkmalschutz energetische Sanierung © DocRabeMedia / fotolia.com

Energieeffiziente Neubauten sind zwar heute bereits weit verbreitet. Um Ziele wie Klimaschutz und einen geringeren Energieverbrauch flächendeckend umzusetzen, müssen jetzt jedoch auch ältere Gebäude intensiver saniert werden. Aber bei Altbauten entscheidet häufig der Denkmalschutz mit über die Möglichkeiten. Wie eine energetische Sanierung dennoch gelingen kann, zeigen unsere Beispiele.

Bauleiter müssen beim Sanieren denkmalgeschützter Gebäude darauf achten, dass die Maßnahmen den Klimaschutz unterstützen und dennoch im Einklang mit den Interessen der Stadt- und Denkmalpflege stehen. Deswegen verdienen diese Immobilien bei der energetischen Stadtsanierung eine besondere Aufmerksamkeit, so wie im bayerischen Kloster Benediktbeuern: Die Alte Schäfflerei des Klosters wird aktuell nach heutigen Energieeffizienzvorschriften saniert.


Wie dies gelingen kann - ohne gegen den Denkmalschutz zu verstoßen - untersuchen aktuell Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts für Bauphysik. Dabei setzen sie zahlreiche Sensoren in Wänden, Fußböden und Decken ein. Über Monate zeichnen die Forscher dann wichtige Informationen wie Wärmetransport, Feuchtigkeit, Raumklima auf und speichern diese. Die Auswertung soll jetzt Vor- und Nachteile der verschiedenen Baumethoden zeigen.

„Für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude gibt es leider kein allgemeingültiges Rezept“, erklärte Christine Milch, Innenarchitektin des Klosters Benediktbeuern, gegenüber Zeit Online. „Jeder Fall ist anders.“ Um ähnliche Vorhaben zukünftig leichter zu gestalten, soll aus den Ergebnissen der Forschungsbaustelle ein umfassender Kriterienkatalog entstehen. Dieser soll sich dann an Bauherren, Architekten und ausführende Firmen richten, um sie bei künftigen Sanierungen zu unterstützen.

Wie erfolgreiche Sanierung in Altbauten funktioniert, zeigt auch die Villa Golta im Nordosten Hamburgs. Hier wurde ebenfalls ganz individuell, energetisch und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz saniert: Die Bauherren haben dabei einen bereits vorhandenen Spalt im zweischaligen Außenmauerwerk mit Polystyrol-Schaum als Kerndämmung ausgeblasen. Desweiteren integrierten sie eine solarthermische Anlage in das denkmalgeschützte Dach. Somit entspricht die Villa heute modernsten Energieeffizienzstandards und die Bewohner profitieren von besonders niedrigen Heizkosten.

Neben dem Umweltschutz ist dies für die Beteiligten in der Regel das schlagkräftigste Argument  einer energetischen Sanierung.

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