Erdöl Verwendung im Alltag - Wo überall steckt Erdöl drin?

26. Mai 2015

Erdöl Verwendung in unserem Alltag

Archäologische Spuren offenbaren, dass Erdöl bereits in der Antike vielfältigen Einsatz fand. Wegen der abdichtenden Eigenschaften des schwarzen Goldes nutzen es zum Beispiel die alten Römer, um ihre Lastkähne wassertauglich zu machen. Natürlich ist die Erdölverwendung
heute vielfältiger und der Rohstoff aus unserem Alltag nicht wegzudenken.

Erdöl als Energieträger

Dass Erdöl als Ausgangsstoff zur Herstellung von Brenn- und Kraftstoffen dient, ist hinlänglich bekannt. Beispielsweise stellt die TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna neben Benzin, Diesel und Heizöl auch Flüssiggas, Flugkraftstoff, Bitumen oder Methanol her. Aus Leuna gelangen jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Diesel, 2,5 Millionen Tonnen Benzin sowie rund 1,5 Millionen Tonnen Heizöl über Straße, Schiene und Pipelines auf den Markt.

Erdöl steckt aber auch in unzähligen anderen Produkten des täglichen Lebens. Bei der Erdölfraktionierung fallen reaktionsfähige Stoffe an und diese dienen als Basis für viele weitere Produkte. So fließen heute weltweit etwa 10 Prozent des Erdöls in die chemische Kunststoff-Industrie.

Vom Rohstoff zum Kunststoff

Der bekannteste Kunststoff – PVC – revolutionierte Ende der 30er Jahre ganze Industriezweige. PVC hielt rasch Einzug in den Alltag und bleibt bis heute unentbehrlich. Von Elektrogeräten, Computer, DVDs, über Kreditkarten bis hin zum Kinderspielzeug – täglich nutzen wir Gegenstände aus PVC.

Rund 60 Prozent des in Deutschland produzierten PVC werden allerdings in der Baubranche eingesetzt, zum Beispiel für Fenster, Rohre, Dachbahnen, Kabel, Bodenbeläge, Schläuche. Auch die Medizin kommt ohne PVC nicht aus – Bauteile für künstliche Herzklappen, Dialysekomponenten, Blutbeutel und viele andere Produkte bestehen aus diesem Stoff.

Ein weiteres Nebenprodukt aus Erdöl ist Polyurethan. Es bildet den Ausgangsstoff für Schaumstoffe aller Art, so wie sie zum Beispiel in Matratzen oder Sofas verarbeitet werden. Polystyrol bildet den Ausgangsstoff für Styropor.

Hingegen wird Polyamid – auch ein Nebenprodukt aus der Erdölfraktionierung – vor allem zu elastischen Fasern für Strumpfhosen, Bade- oder Sportbekleidung verarbeitet. Aber auch Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten gefilterte Kohlenwasserstoffe aus dem Rohstoff Erdöl.

Zeitgemäße Alternativen

Aber – nicht überall ist der Einsatz von Erdöl heute noch zeitgemäß: Die Erdöl Verwendung in kosmetischen und pharmazeutischen Artikeln ist aufgrund der abdichtenden Eigenschaften der Kohlenwasserstoffe umstritten und wird mittlerweile von vielen Herstellern durch pflanzliche Öle ersetzt.

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