Statt Diesel einfach Heizöl tanken?

Unterschied Diesel Heizöl

Was billig scheint, kann teuer werden! Die Ansicht, dass sich Heizöl von Diesel nur durch die rote Färbung unterscheidet ist weit verbreitet. Bis Mitte der 90er Jahre gab es - chemisch betrachtet - tatsächlich kaum weitere Unterschiede zwischen dem Brennstoff Heizöl und dem Kraftstoff Diesel.

Um einem missbräuchlichen Einsatz des geringer besteuerten Heizöls in Dieselmotoren vorzubeugen, wird Heizöl bis heute rot eingefärbt und oft zusätzlich mit einem Markierstoff versehen.

Heizöl und Diesel – so unterschiedlich wie ihr Einsatzzweck

Fahrzeug und Heiztechnik entwickeln sich ständig weiter. Moderne Kraft- und Brennstoffe müssen den differenzierten Anforderungen der jeweiligen Technik Rechnung tragen. Daher weisen Diesel und Heizöl heute weitaus mehr Unterschiede auf als noch vor 20 Jahren.

Unterschiedlicher Schwefelgehalt

Dieselkraftstoff gilt mit einem Schwefelanteil von 10 mg/l als schwefelfrei.
Heizöl EL schwefelarm enthält mit 50 mg/l Schwefelanteil immerhin 5 Mal mehr Schwefel.

Bei einem missbräuchlichen Einsatz von Heizöl in Dieselmotoren entsteht bei der Verbrennung Schwefeldioxid. Dieses Gas gelangt bei der Kompression in den Motorraum und bildet schweflige Säure. Da Motorenöle heute kaum neutralisierende Basenreserven enthalten, ist der Dieselmotor diesen Säureangriffen schutzlos ausgesetzt. Frühzeitige Korrosion und Motorschäden könnten die Folge sein.

Andere Additive

Entsprechend den Einsatzzwecken werden dem Dieselkraftstoff und dem Heizöl EL (extra leicht) bereits in der Raffinerie unterschiedliche Additive zugeführt.

Zusätze für die Zündwilligkeit

Diesel wird gemäß DIN 590 hergestellt und enthält unter anderem Additive, die die Zündwilligkeit (Cetanzahl) gewährleisten.

Heizöl EL schwefelarm enthält keine Zusätze zur Zündverbesserung. Bei einem missbräuchlichen Einsatz in Dieselmotoren würde es mehr Ruß bilden, was einen schnellen Verschleiß des Motors zur Folge hätte.  

Wirkstoffe für die Filtrierbarkeit

Diesel enthält insbesondere in der Übergangs- und Winterzeit Wirkstoffe, die den Punkt der Filtrierbarkeit herabsetzen und den Motor schützen. So bleibt zum Beispiel Winterdiesel noch bei ca. -20°C filtrierbar.

Dagegen kann beim Heizöl die Fließfähigkeit schon bei Temperaturen unter +5°C  beeinträchtigt sein. Bei Minusgraden bildet Heizöl spätestens ab -10°C so große Paraffinkristalle, dass die Filter unweigerlich verstopfen.

Rechtliches

Ganz klar: Wer Diesel-Fahrzeuge, -Generatoren oder auch transportable Arbeitsmaschinen mit Heizöl betreibt, begeht Steuerhinterziehung.
Ausnahmen für den Einsatz von Heizöl in ortsfesten Generatoren müssen beim zuständigen Zollamt beantragt werden.

Fazit: Heizöl und Diesel unterscheiden sich in einigen wichtigen Details.
Heizöl statt Diesel zu tanken, ist nicht nur strafbar, sondern kann richtig teuer werden.

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