Abwärtsbewegung bei Ölpreisen nach API-Bericht zu US-Öl

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Der Markt bleibt in kurzfristiger Bewegung: Händler setzten gestern auf Gewinnmitnahmen aus der Preisentwicklung der vergangenen Tage und die Ölkurse gaben nach. Der API-Bericht zu Ölbeständen vermeldete überraschende Bestandsaufbauten, was den Abwärtstrend begünstigte.

Ölpreisentwicklung

Heute Morgen zeigt sich, dass verlässliche Prognosen zu kurz- und mittelfristigen Preisentwicklung auf dem Ölmarkt momentan unmöglich scheinen. Ging es seit vergangener Woche mit den Preisen stets ein Stück aufwärts, drehte sich der Trend gestern um.

Händler trauen der Entwicklung offenbar nicht und setzten gestern verstärkt auf Verkäufe, um sich Gewinne aus dem momentanen Preisniveau zu sichern. Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zeigte anschließend mit überraschenden Bestandsaufbauten bei Rohöl, dass diese Vorsicht vermutlich berechtigt war. Denn anschließend ging es mit den Preisen weiter nach unten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 51,31 US-Dollar, fast genau einen Dollar weniger als gestern Morgen. Der Schlusspreis für Dienstag lag bei 51,78 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, rangiert zurzeit bei 483,25 US-Dollar, schon deutlich unter dem gestrigen Tagesstart von 495,00 US-Dollar. Der Schlusspreis für Dienstag lag bei 483,75 US-Dollar.

Der deutliche Preisabfall bei ICE Gasoil erklärt sich vor allem mit Reaktionen auf den Raffineriebrand vom Wochenende in Rotterdam. Am Montag sorgte diese Nachricht für einen sprunghaften Anstieg dieses Wertes. Inzwischen hat sich die Lage (auf dem Markt) beruhigt, auch wenn die größte Raffinerie Europas für mindestens zwei Wochen stillsteht, wie berichtet wurde.

Händler drosseln einfach die Nachfrage, sodass der Ausfall zwar stützend für die Notierung wirkt, sich diese jedoch wieder auf einem momentan üblichen Niveau einpegelt.

API-Bericht vermeldet Bestandsaufbauten bei Rohöl

Wir haben bereits mehrfach festgehalten, dass der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu den US-Ölbeständen aus Analystensicht mit Vorsicht zu genießen ist. Aus Marktsicht hat er jedoch sehr häufig eine kursbeeinflussende Funktion.

Das API sammelt Daten der ölproduzierenden Konzerne auf freiwilliger Basis. Und nicht alle Unternehmen machen mit. Im Normalfall widerspricht deshalb der heute folgende Bericht des Department of Energy (DOE) häufig den API-Zahlen.

Diese vermelden jedoch gestern erst einmal einen Bestandsaufbau bei Rohöl (+1,8 Mio. Barrel), obwohl der Markt eigentlich Abbauten erwartet hätte. Schließlich korrigierte erst vorgestern die Energy Information Administration (EIA) die statistischen Werte für die US-Ölförderung nach unten und die Berichte von API und DOE hatten vergangene Woche deutliche Abbauten bei Rohöl verzeichnet.

Allerdings muss man bei den API-Daten genauer hinschauen: So nahmen die Vorräte vor allem in Cushing, Oklahoma zu (+2,6 Mio. Barrel). Das ist der größte physische Umschlagplatz für Öl in den USA. Rechnet man das mit dem Gesamtbestandsaufbau gegen, könnte man daraus ableiten, dass an den Küsten weniger Öl ankommt, ergo der Import sinkt. Und diese Schlussfolgerung wiederum würde zu dem passen, was Experten für die aktuelle Situation auf dem US-Markt bereits mehrfach festgehalten haben.

Zweitens sind die Vorräte an Ölprodukten, also Destillaten und Benzin, deutlich gesunken – noch über den Erwartungen. Das wiederum spricht für eine hohe Nachfrage und könnte ebenfalls erklären, warum die Vorräte an Rohöl gestiegen sind. Schließlich braucht es Zutaten, um ein Produkt zu schaffen.

In jedem Fall könnte man den API-Bericht aus der einen oder anderen Richtung bewerten. Wie er vom Markt letztendlich interpretiert wird, sagt auch viel darüber aus, welche Stimmung momentan vorherrscht. Reagieren Händler wie heute Morgen erst einmal mit schnellen Verkäufen, um sich Gewinne zu sichern, zeigt dies, wie wenig der Markt den immer deutlicher werdenden Indikatoren für einen Stimmungswechsel traut.

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung hat erneut zugelegt und notiert aktuell bei 1,1832 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag lag bei 1,1812 US-Dollar.

Die Begründung für diesen Aufschwung bleibt seit Beginn des Höhenflugs immer gleich: Der Dollar schwächelt enorm, da Marktteilnehmer das politische Chaos in der US-Regierung mit großem Argwohn betrachten. Auch die Konjunkturdaten aus den USA waren zuletzt eher enttäuschend.

Heizölpreisentwicklung

Entspannung an den Ölmärkten sowie ein stärkerer Euro ergeben die besten Voraussetzungen für inländische Heizölkäufer. Das schlägt sich auch in den momentanen Heizölpreisen nieder. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,88 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 55,83 Cent.

Wenn sich Ihr Tank leert, ist momentan die beste Gelegenheit für den Heizölkauf. Denn eine Trendwende an den Märkten ist momentan wahrscheinlich – zumindest deuten die Indikatoren aktuell darauf hin. Schon der heute Nachmittag erwartete Bericht des DOE könnte den API-Bericht korrigieren und für Kursanstiege sorgen.

Mit dem Heizölkauf machen Sie sich unabhängig von der aktuellen und mittelfristigen Marktsituation und füllen Ihren Tank bei einem guten Preisniveau auf.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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