Abwärtstrend bei den Ölpreisen – Heizöl wird günstiger

6. Juli 2017

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Nach dem US-Feiertag startet der Handel am Mittwoch durch und setzt die für den Öl-Markt negativen Meldungen der Vortage in Tatsachen um – die Preise fallen deutlich. Erst neue Daten zu Beständen im US-Markt sorgen im späten Handel für Stabilisierung.

Ölpreisentwicklung

Der Wochenstart an den Öl-Märkten war aufgrund des Unabhängigkeitsfeiertages in den USA äußerst verhalten. Der Handel an den verbliebenen offenen Märkten wurde bis Dienstagabend vor allem durch den Produktionsrückgangs in den USA dominiert, welcher kurz vor dem vergangenen Wochenende für erhebliche Preissteigerungen sorgte. Meldungen über die abnehmende OPEC-Förderquotentreue im Juni und einer Zunahme der Exporte Saudi Arabiens blieben zunächst ohne große Auswirkungen auf die Preisentwicklung.

Zum Handelsbeginn am Mittwoch, nun auch mit den wichtigen Handelsplätzen in den USA, bestimmten diese beiden Faktoren dann doch noch das Geschehen und beendeten nun endgültig den Aufwärtstrend der vergangenen zwei Wochen. Mit einer nicht offiziell bestätigten Meldung, wonach Russland eine Verschärfung des OPEC-Fördermengenabkommens vorerst ausschließt, drehten die Notierungen im Verlauf des Tages weiter ins Minus.

Mit der Veröffentlichung des API-Berichts zu den aktuellen Beständen an Rohöl und Öl-Produkten wie Benzin, Diesel und Heizöl, konnte die Abwärtsentwicklung zum Handelsschluss ausgebremst werden. Insgesamt schlossen alle relevanten Notierungen dennoch mit deutlichen Verlusten.  

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Ölpreis der europäischen Sorte Brent notiert am Donnerstagmorgen bei 48,12 US-Dollar. Am Mittwoch waren es zur gleichen Zeit noch 49,55 US-Dollar. Der Schlusspreis von Mittwoch lag bei 47,79 US-Dollar.

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert am heutigen Donnerstag bei 441,51 US-Dollar für die Lieferung im Juli. Das sind 10 US-Dollar weniger als noch am Vortag. Der Schlusspreis am Mittwoch lag bei 442,25 US-Dollar.

OPEC-Förderabkommen unter Druck

Die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) und weitere Partner schlossen im November des letzten Jahres ein Abkommen zur Beschränkung der eigenen Fördermengen an Rohöl. Das Ziel dieser künstlichen Verknappung liegt auf der Hand: Weniger Rohöl am Markt führt zu höheren Preisen. Ende Mai wurde das Abkommen um weitere neun Monate bist Ende März 2018 verlängert.

War die Einhaltung der Förderquoten im April und Mai teilweise sogar über dem zu erfüllenden Soll, ist sie im Juni auf knapp 92% abgesunken. Die Märkte interpretieren daraus, dass die Mitglieder des Abkommens nicht geschlossen hinter der Vereinbarung stehen. Doch in Wahrheit steht das gesamte Abkommen unter keinem guten Stern. Die Macht der OPEC und ihrer Partner, die Ölmengen nachhaltig beeinflussen zu können, scheint mehr als beschränkt.

So steigern Länder wie Libyen, Nigeria und der Iran zur Zeit von Woche zu Woche ihr Produktionsvolumen und die US-Ölförderung gleicht die durch das Abkommen erhofften Mengeneffekte ebenfalls durch kurzfristige Produktionsausweitungen bis dato stets aus. Ein weiterer Faktor ist die verhältnismäßig schwache Nachfrage zum Frühjahr und Sommerbeginn diesen Jahres. Das Ziel die Ölbestände nachhaltig auf das 5-Jahres-Durchschnittsniveau zu senken, rückt damit in immer weitere Ferne.

Eine Ausweitung der Förderbeschränkungen wurde nach inoffiziellen Meldungen durch Russland bereits zurückgewiesen. Die Gründe dieser Zurückweisung – ob nun erfolgt oder nicht – liegen auf der Hand. Sollte durch ein weiteres Absenken der Produktionsmengen ein preissteigernder Effekt erzielt werden können, würden vor allem Staaten außerhalb der OPEC profitieren. Sie würden bei höheren Öl-Preisen mit ziemlicher Sicherheit ihre Produktion ausweiten und die von der OPEC und ihrer Partner zurückgehaltenen Mengen schnell ausgleichen.

Auch das Signal bereits jetzt schon, also schon wenige Wochen nach der Verlängerung des Förderabkommens, neue Maßnahmen zu ergreifen, könnte der Reputation des OPEC-Kartells mehr als nur schaden. Schließlich verkünden die Mitglieder nahezu im Dauertakt, dass man dem Abkommen so wie es jetzt ist, einfach nur Zeit geben müsse, damit es seine Wirkung auf die Märkte entfalten könnte. Eine Nachjustierung wäre ein deutliches Bekenntnis, dass man den bisher vereinbarten Maßnahmen und damit dem gesamten Abkommen kein Vertrauen mehr schenkt.

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Gebahren der OPEC auch in den nächsten Wochen die Märkte weiter intensiv beschäftigen wird. Sollten sich die vom Kartell ausgegebenen Effekte auf die Ölmengen am Markt nicht bald einstellen, gehen Marktexperten und Analysten von einer Korrektur der Ölpreise weiter nach unten aus.

API-Bericht: Bestände in den USA rückläufig

Die wöchentlichen Bestandberichte des American Petroleum Institute (API) sind aus der Erfahrung der vergangenen Wochen teilweise mit Vorsicht zu genießen. Die Berichte vermelden zwar zuverlässig die theoretischen Bestände von Öl und Ölprodukten im US-Markt, doch vernachlässigen sie dabei weitere essentielle Faktoren wie Daten zu den aktuellen Im- und Exportentwicklungen. Genauere Angaben liefert erst der Bericht des Department of Energy (DoE), der normalerweise einen Tag nach API, also am Mittwoch veröffentlicht wird. Durch den Feiertag am Dienstag, hat sich in der aktuellen Berichtswoche die Herausgabe entsprechend um einen Tag verschoben.

Nach API haben die Rohölbestände um nahezu 6 Millionen Barrel, die Benzinbestände um 5,7 Millionen Barrel abgenommen. Destillate, mehrheitlich Diesel und Heizöl, konnten in ihren Beständen hingegen um knapp eine halbe Million Barrel zunehmen. Ein Grund für die Entwicklung könnte die Zunahme der Raffinerieauslastungen in den USA sein, da diese in den beiden Vorwochen unter anderem aufgrund des Tropensturms Cindy in den betroffenen Regionen zurückgefahren wurde.

Der Handel blickt nun auf die Veröffentlichung des DoE-Berichts am heutigen Nachmittag. Kann DoE die Zahlen bestätigen und eventuell sogar eine Steigerung der Nachfrage in den USA vermelden, ist von einem preissteigernden Effekt an den Märkten auszugehen.  

Entwicklung Eurokurs

Der Euro notiert heute Morgen bei 1,1353 US-Dollar und ist im Vergleich zum Vortag damit stabil. Am Mittwoch schloss der Handel bei 1,1351 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs für Donnerstag auf 1,1329 US-Dollar fest.

Für den heutigen Tag werden vor allem Impulse aus den USA erwartet. Dort werden heute Daten zum Arbeitsmarkt veröffentlicht, welche vom Handel als Konjunkturindikator verwertet werden könnten. Insgesamt ist von positiven Zahlen auszugehen, da die Arbeitslosigkeit in den USA zur Zeit sehr niedrig ist. Eine Stärkung des US-Dollars ist daher nicht auszuschließen.

Heizölpreisentwicklung

Die Entwicklung an den Öl-Märkten ist für Heizölverbraucher erfreulich. Heute Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,90 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es noch 54,48 Cent pro Liter.

Noch ist das Preisniveau für Verbraucher attraktiv, sodass sich ein Heizölkauf jetzt immer noch lohnt. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie der Heizöl Finanzierung oder das TOTAL Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

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