Aktuelle Heizölpreise – TOTAL-Wochenrückblick, 03. Kalenderwoche 2015

19. Januar 2015

Heizoelpreis gefallen 03KW2015

Zu Beginn der vergangenen Handelswoche sind die Ölpreise unter 50 Dollar gesunken. Bis zur Wochenmitte wurde das Abwärtspotenzial weiter ausgetestet. Ab Donnerstag zogen die Öl-Notierungen durch technisch ausgelöste Kaufimpulse wieder an. Bis zum Ende der Woche blieb die Aufwärtsbewegung bestehen. Die Heizölpreise sind ebenfalls zur Wochenmitte hin gesunken und zum Wochenende auf durchschnittlich 54,00 Euro pro 100 Liter (inkl.MwSt.) bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern gestiegen.

Bislang hielten viele Experten die 50 Dollar-Marke als absolute Preisuntergrenze. Zu Beginn der vorherigen Woche haben die Ölpreise diese Grenze aber unterschritten und bis zur Wochenmitte sind sie auf gut 45 Dollar gesunken. Am Donnerstag folgte dann aber ein Richtungswechsel durch technisch ausgelöste Käufe.

An der überversorgten Marktlage hatte sich trotz der Aufwärtsbewegung aber nichts geändert. Im Gegenteil, nach Einschätzung des amerikanischen Amtes für Energiestatistik EIA soll die Überversorgung noch bis Mitte des Jahres bestehen bleiben. Im aktuellen Monatsbericht geht die EIA aber  trotzdem von einer Stabilisierung der Ölpreise aus. Demnach soll sich der Ölpreis im ersten Quartal bei gut 49 Dollar und im zweiten Quartal bei 54 Dollar einpendeln. In der zweiten Jahreshälfte rechnet die EIA mit einem durchschnittlichen Ölpreis von ca. 60,50 Dollar.

Die OPEC scheint auch weiterhin keine Maßnahmen in Planung zu haben, die zur Stabilisierung des Ölpreises beitragen könnten. Die Strategie, dass andere produzierende Länder bei weiter sinkenden Preisen als erstes von weiteren Produktionssteigerungen absehen, könnte langfristig aufgehen.

Die USA reagieren nämlich allmählich auf den niedrigen Preis, indem die Anzahl an Bohranlagen verringert wird und geplante Projekte und Investitionen zunehmend gecancelt werden. Solange sich jedoch die tatsächliche Produktion nicht reduziert, wird sich der Ölpreis wohl auch nicht stabilisieren. Ungeachtet dieser Tatsache haben die Vereinigten Arabischen Emirate angekündigt, ihre Produktion ebenfalls zu erhöhen.

Außerdem wird in den USA eine Diskussion über eine mögliche Lockerung oder Aufhebung des Ölexport-Verbots laut. Im vergangenen Jahr sollen bereits mehrere US Unternehmen eine Sondergenehmigung für den Export von ultraleichtem Rohöl bekommen haben. Nun soll das Handelsministerium auch der Shell eine solche Genehmigung erteilt haben. Seit den 70er Jahren gilt in den USA ein Exportverbot für Rohöl und Erdgas.

Nun sollen weitere Unternehmen einen solchen Antrag beim Handelsministerium eingereicht haben. Viele halten das Verbot für veraltet und fordern eine komplette Aufhebung. Viele Raffinerien können das leichte Rohöl nicht verarbeiten und müssen daher schwerere Rohölsorten aus dem Ausland importieren. Die USA könnte durch eine Lockerung des Verbots neue Märkte erschließen. Damit würde die Verfügbarkeit am Weltmarkt steigen, was die Ölpreise weiter drücken würde.

Der Eurokurs ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Nachdem die Schweizer Nationalbank am Donnerstag überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro aufgehoben hat, ist der Eurokurs stark eingebrochen. Am Freitag ist der Euro auf den tiefsten Stand seit 2003 gefallen.

Die Heizölpreise sind ebenso wie die Ölpreise bis zur Wochenmitte gesunken und zum Ende der Woche gestiegen. Einerseits wegen der Gegenbewegung an den Ölbörsen und anderserseits wegen des stark eingebrochenen Eurokurses.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?