Aktuelle Heizölpreise – TOTAL-Wochenrückblick, 15. Kalenderwoche 2014

Heizoelpreis gefallen - KW15

Die Heizölpreise sind im Wochenvergleich weiter gefallen. Am Freitag kostete Heizöl im Durchschnitt 50 Cent pro 100 Liter weniger als in der Vorwoche. Der Heizölpreis profitierte dabei einerseits vom gestiegenen Eurokurs, aber auch von nachgebenden Notierungen am Ölmarkt. Ob sich diese Entwicklung weiter fortsetzen kann ist jedoch zweifelhaft.
Insbesondere die besorgniserregende Lage in der Ost-Ukraine spricht dagegen.

Zum Wochenbeginn führte die Meldung der Übergabe von zwei Ölverladehäfen im Osten Libyens zu nachgebenden Ölpreisen. Mit einer Verladekapazität von 200 Tausend Barrel pro Tag sind es noch verhältnismäßig kleine Mengen, die vor allem dem europäischen Markt wieder zur Verfügung stehen könnten. Die wesentlich größeren Häfen wie Es Sider bleiben weiterhin in der Hand der Rebellen und damit für Ölexporte geschlossen. Aber es war eine erste Einigung zwischen der libyschen Regierung und den Rebellen, welche die Händler optimistischer in die Zukunft blicken ließ.

Im Verlauf der Woche rückte dann Die Lage in der Ukraine rückt verstärkt in den Fokus. Im Osten der Ukraine setzen sich Pro-russische Gruppen für eine Unabhängigkeit ein und besetzen regionale Regierungsgebäude. Die ukrainische Regierung machte klar, dass sich diesen Zustand nicht hinnehmen werden. Damit wuchs die Sorge vor einem militärischen Konflikt mit Russland. Auswirkungen auf die europäische Energieversorgung wären dann sehr wahrscheinlich, da ein Großteil der russischen Gaslieferungen über die Ukraine verlaufen. Die eigentlich gute Versorgungslage rückt in den Hintergrund und die wachsende Risikoprämie verhindert ein weiteres Absinken der Ölpreise.

Bis zum Ende der Woche blieb die Lage in der Ukraine zwar angespannt, es kam aber nicht zu den befürchteten gewaltsamen Auseinandersetzungen. Daher konnten preisdrückende Signale wie der OPEC Monatsbericht und das Aufheben der Force Majeure für einen der libyschen Verladehäfen die Ölpreise sinken lassen.

Force Majeure bzw. „höhere Gewalt“ ist Vertragsinhalt bei Lieferverträgen. Im Falle von Ereignissen die als höhere Gewalt bewertet werden können, führt das Nichteinhalten von Lieferversprechen nicht zu Vertragsstrafen. Die libysche Regierung berief sich in der Vergangenheit auf das Force Majeure, da aufgrund der blockierten Verladehäfen keine Ölexporte möglich waren. Die Aufhebung ist damit ein deutliches Zeichen an den Markt, dass demnächst wieder mit Öllieferungen gerechnet werden kann. Da das schwefelarme libysche Rohöl vorrangig in Europa verarbeitet werden kann, fallen vor allem die Preise für Brent und Gasöl an der ICE Futures in London.

Der Heizölpreis bleibt weiter auf vergleichsweise günstigem Niveau. Für die folgende Woche erwarten wir keine größeren Preisnachlässe beim Heizöl. Die Situation in der Ukraine sorgt für Unruhe am Markt und auch der Eurokurs gerät momentan durch EZB Aussagen zur künftigen Geldpolitik unter Druck.

Hier finden Sie heizoel.total.de auf Google+

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?