Aktuelle Heizölpreise schnellen mit OPEC Abkommen in die Höhe

1. Dezember 2016

Heizoelpreise steigen011216

Die OPEC hat gestern erstmals seit acht Jahren beschlossen, die Fördermengen zu drosseln. Das trieb die Ölpreise bereits im Vorfeld der am Abend verkündeten Einigung in die Höhe. Die Heizölpreise steigen um bis zu zwei Cent pro Liter.

Ölpreisentwicklung

Wie eigentlich zu erwarten war, hat sich die OPEC auf eine Reduzierung der Fördermengen geeinigt. Zu groß wäre der Vertrauensverlust gewesen, wenn das Abkommen gescheitert wäre. Die Ölpreise stiegen angesichts sehr optimistischer Äußerungen der Ölminister aus dem Iran und dem Irak bereits im Vorfeld stark an.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent ist wieder über die 50 US-Dollar Marke gestiegen. Heute Morgen kostet ein Fass des Nordseeöls 51,88 US-Dollar. Im Vergleich zum Kurs vom Dienstag ein Anstieg von knapp 12 Prozent.

Die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt aktuell bei 455 US-Dollar pro Tonne. Die Produktnotierung ist mit sieben Prozent weniger stark gestiegen als der Ölpreis Brent. Allerdings ist der Kurs im Vorfeld der OPEC Einigung auch weniger gesunken.

Die OPEC will jeden Tag 1,2 Millionen Barrel weniger Öl fördern. Damit sollen das globale Angebot und die Nachfrage wieder ins Gleichgewicht finden. Bisher ist jedoch nicht klar, ob sich jedes OPEC-Land an den neuen Deal halten wird. Und auch nicht, ob die Nicht-OPEC-Produzenten nachziehen und ebenfalls ihre Förderung kürzen werden.

Nach allem was bisher bekannt ist, wird Saudi-Arabien seine Förderung um etwa eine halbe Million Barrel pro Tag kürzen. Auch der Irak hat sich zu einer Kürzung um 200 Tausend Barrel bereit erklärt. In den letzten Wochen wollte das Land noch geltend machen, seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft seien nötig, um den Kampf gegen den IS zu finanzieren. 

Indonesien wird seine OPEC-Mitgliedschaft beenden, da es die geforderte Kürzung für zu hoch hielt. Der Iran bekommt die geforderte Ausnahmeregelung und muss die Produktion nicht kürzen, darf allerding auch nicht mehr als 3,9 Millionen Barrel pro Tag produzieren. Eigentlich wollte der Iran seine Produktion auf das Niveau vor dem Ölembargo steigern, was über vier Millionen Barrel lag. Insofern ein Kompromiss.

Zusätzlich soll am 9. Dezember Nicht-OPEC Produzenten über deren Kürzung verhandelt werden. Nach Angaben der OPEC haben diese Länder bislang eine Kappung um 600 Tausend Barrel zugesagt, darunter Russland mit 300 Tausend. Das würde auf eine Reduzierung der Förderung um rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag hinauslaufen, was knapp zwei Prozent der weltweiten Fördermenge entspräche.

In Anbetracht dessen ist mit weiter steigenden Ölpreisen zu rechnen. Wie weit diese steigen wird auch darauf ankommen, als wie stark das Abkommen in den nächsten Tagen und Wochen bewertet wird.  So scheint die Kürzung Saudi-Arabiens auf den ersten Blick umfangreich zu sein. Effektiv reduziert das Land seine Produktion zum ersten Quartal 2017 allerdings lediglich auf das Niveau des ersten Quartals dieses Jahres.

Da der Eigenbedarf an Öl in den Sommermonaten durch Klimaanlagen größer ist, entspricht die Kürzung lediglich der saisonalen Produktionsschwankung. Die Verfügbarkeit von Öl für Exporte wird davon nur in geringem Maße beeinflusst.

Fraglich ist auch, ob das Abkommen überhaupt eingehalten wird. Goldman Sachs hat die letzten Produktionskürzungen der OPEC analysiert. Bei den 17 Kürzungen in den letzten 35 Jahren wurden nur etwa 60 Prozent der angekündigten Maßnahmen umgesetzt. 

Die Laufzeit der Vereinbarung wurde mit sechs Monaten angegeben, könnte aber verlängert werden. In ersten Einschätzungen gehen Analysten davon aus, dass sich die Ölpreise während der Laufzeit dauerhaft über der 55 Dollar Marke halten werden. Aktuell sollte mit weiter steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hält sich noch knapp über 1,06 US-Dollar. Der Euro steht aber tendenziell weiter unter Druck. So rechnet die Deutsche Bank kurzfristig mit dem Abrutschen unter 1,05 US-Dollar und mittelfristig mit der Parität zum Dollar.

Auf der einen Seite steht die anhaltende schwache wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone, gepaart mit politischen Risiken wie dem Referendum in Italien. Jenseits des Atlantiks könnten die vom künftigen US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Steuersenkungen und höheren Staatsausgaben die Konjunktur und Inflation anziehen lassen. Von diesen Erwartungen profitieren die Aktienkurse in den USA und auch der Dollar. 

Daneben geht man am Finanzmarkt fest davon aus, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins im Dezember erhöhen wird. Durch ein höheres Zinsniveau wird eine Währung für Anleger attraktiver und damit gestärkt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich damit wiederum die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen heute Morgen noch einmal kräftig, nachdem bereits gestern Mittag eine deutliche Preisanpassung erfolgen musste. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet nun im bundesweiten Durchschnitt 57,40 Euro pro 100 Liter.

Wer sicher gehen will sollte noch so schnell wie möglich Heizöl kaufen, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende zuneigt. Im Laufe des Tages und auch in den kommenden Tagen ist mir einer steigenden Tendenz der Heizölpreise zu rechnen.

Zudem führt die aktuelle Meldung der OPEC Kürzung wie schon nach der Ankündigung Ende September zu einem sprunghaften Anstieg der Heizöl-Nachfrage. Kurzfristige Lieferzeiten werden entsprechend knapper.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.