Angst vor Brexit drückt den Ölpreis

15. Juni 2016

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Der Heizölpreis befindet sich zum ersten Mal seit drei Wochen wieder auf einer Abwärtsbewegung. Die Erwartungen der negativen Auswirkungen im Falle eines Brexit belasten nun auch die Rohöl- und Finanzmärkte zunehmend.

Ölpreisentwicklung

Sowohl die internationale Energieagentur (IEA) als auch das amerikanische Amt für Energiestatistik (EIA) schrieben in ihren zuletzt veröffentlichten Monatsreports von einem Anstieg beim Ölpreis. Die IEA korrigierte sogar ihre Ölnachfrageprognosen für 2016 und 2017 nach oben.

Doch trotz dieser für einen Anstieg des Ölpreises sprechenden Faktoren fällt momentan der Preis.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 49,40 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit ist heute der fünfte Tag in Folge mit fallenden Ölpreisen. Zuletzt gab es eine so lange Verlustphase vor vier Monaten.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei rund 440 US-Dollar je Barrel. Die Notierung ist damit im Verlauf einer Woche um über 20 US-Dollar gefallen.

In der kommenden Woche könnte am Donnerstag ein Austritt Großbritanniens aus der EU beschlossen werden. Sollte es dazu kommen, hätte das laut Wirtschaftswissenschaftlern negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung.

Infolgedessen würde höchstwahrscheinlich auch die Ölnachfrage zurück gehen, was wiederum den Preis drücken könnte. Dementsprechend wirken sich diese Erwartungen bei den Teilnehmern an den Rohöl- und Finanzmärkten derzeit bereits in Form von Rückgängen des Ölpreises aus.

Ein weiterer Faktor, der momentan für eine Senkung des Ölpreises spricht, sind die neusten Schätzungen der US-Ölbestandsveränderungen des American Petroleum Institutes (API). Das API ist der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA und rechnet in der laufenden Woche ausschließlich mit Anstiegen der Lagerbestände.

Das widerspricht den Erwartungen der Marktteilnehmer, die mit sinkenden Rohölbeständen gerechnet hatten. Rohöl importiert die USA größtenteils aus Kanada und nach den Waldbränden hatte die Förderung dort noch nicht wieder ihr normales Niveau erreicht.

Ebenso überraschend für Analysten ist der prognostizierte Anstieg bei den Produktbeständen, weil diese aufgrund von einer hohen Raffinerieauslastung eher einen Rückgang erwartet hätten. Desweiteren wäre das auch eine untypische Situation für diese Jahreszeit, da im Zuge der Fahr- und Reisesaison in den USA im Sommer meist eine starke Nachfrage nach Treibstoff vorherrscht.

Ob sich die Schätzung des API jedoch mit den offiziellen Zahlen des Energieministeriums der USA (DOE) deckt, wird sich zeigen, wenn diese heute Nachmittag veröffentlicht werden.

Entwicklung Eurokurs

Nachdem der Eurokurs gestern kurzzeitig unter die 1,12 US-Dollar Marke gefallen war, wird ein Euro derzeit wieder für 1,1222 US-Dollar gehandelt.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein fallender Eurokurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt momentan wieder unter 52 Cent pro Liter Heizöl. Nach derzeitigem Stand ist es kurzfristig betrachtet für uns jedoch wahrscheinlicher, dass sich der Heizölpreis oberhalb der 50 Cent hält und sich womöglich sogar den 60 Cent annähert.

Unsere Empfehlung lautet: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis weiterhin unter der 50 US-Dollar Marke bleibt oder wieder ansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich, auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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