Anhaltende Produktionsausfälle sorgen für Ölpreis-Anstieg

Heizoelpreis steigt 11-05-2016

Die fehlenden Mengen durch den Produktionsausfall in Kanada sind größer als zunächst gedacht. Der Kaufdruck am Ölmarkt wurde zudem durch den EIA Monatsbericht erhöht. Die Heizölpreise steigen und gleichen damit die Verluste vom Vortag fast vollständig aus.

Ölpreisentwicklung

Nach der Freude der Ölproduzenten über größtenteils ausgebliebene Schäden an Förderanlagen, scheinen die fehlenden Mengen aus Kanada nun jedoch größer als erwartet. Zwar ist ein Großteil der Anlagen nicht direkt durch das Feuer betroffen gewesen, aber der Rauch verhindert eine schnellere Inbetriebnahme.

Am Markt rechnet man damit, dass die Förderung an diesen Produktionsstätten innerhalb der nächsten Tage wieder aufgenommen werden kann, wodurch die Ausfälle wieder abnehmen würden.

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell wieder über 45,00 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei 397,00 US-Dollar je Tonne.

Nach dem Beginn der Waldbrände am Wochenende in Kanada war es einigen Ölproduzenten zum Wochenstart bereits wieder möglich, einen Großteil ihrer Anlagen wieder hochzufahren, da diese scheinbar keine Schäden davon getragen hatten oder nur provisorisch runtergefahren wurden.

Das sorgte bei Marktteilnehmern gestern scheinbar dazu, dass auf einen möglichst geringen Ausfallzeitraum für die kanadische Angebotsmenge gehofft wurde.

Im Verlauf des gestrigen Tages revidierte sich das jedoch größtenteils wieder, aufgrund der Meldung, dass pro Tag eine halbe Million Barrel Rohöl weniger gefördert werden konnte, als zunächst angenommen.
Mit einem Produktionsausfall von insgesamt rund 1,6 Millionen Barrel pro Tag ist Kanada damit aber nicht das einzige Land, das momentan eine geringere Menge anbieten kann.

Auch Venezuela hat weiterhin mit Produktionsproblemen zu kämpfen. Ebenso leidet auch Nigeria unter Produktionsausfällen aufgrund einer schlechten Sicherheitslage im Land. Analysten äußern daher die Vermutung, dass der Ölpreis weiter steigen könnte, wenn diese Produktionsausfälle anhalten werden.

Die EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten) hat im aktuellen Monatsbericht die Prognose für die Ölpreisentwicklung 2016 und 2017 deutlich nach oben korrigiert. Trotz wachsender OPEC Mengen, rechnet die EIA in diesem Bericht also mit einer geringeren Überversorgung als bisher.

Durch die anhaltend hohe Nachfrage und die Produktionsausfälle sinken die Reservekapazitäten am Ölmarkt. Unplanmäßige Produktionsausfälle wären vermutlich kaum noch auszugleichen und die Ölpreise damit anfälliger für Aufwärtsbewegungen.

Dem gegenüber stehen zum einen die Schätzungen des American Petroleum Institute, die von einer Zunahme der US-Rohölbestände ausgehen. Dabei könnte es sich jedoch auch nur um die Folge von Raffineriewartungsarbeiten handeln.
Aber auch Annahmen, dass die OPEC eine anhaltende Steigerung der Fördermengen des Irans und Saudi-Arabiens plant, um mehr als nur die Mindermengen der anderen OPEC-Mitglieder zu decken. Das könnte perspektivisch preisdrückend wirken.

Entwicklung Eurokurs

Nach einem geringen Anstieg gestern ist ein Euro momentan um die 1,1390 US-Dollar wert. Damit hält er sich diese Woche bisher ziemlich stabil.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt etwa 48,38 Euro pro 100 Liter Heizöl. Der Heizölpreis pendelt seit Monatsbeginn um die 48 Cent Marke, nur gestern gab es einen kurzen Ausbruch nach unten.

Im Moment spricht wieder weniger für signifikant nachgebende Ölpreise und auch der Eurokurs bewegt sich kaum. Wir rechnen daher auch im weiteren Wochenverlauf nicht mit deutlich sinkenden Preisen für Heizöl.

Schwankungen von ein bis zwei Cent pro Liter Heizöl sind aber immer möglich. Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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