Benzin – günstig wie vor elf Jahren

20. Juni 2016

Heizoelpreis-steigt-20-06-2016

Der Brexit zählt aktuell zu den größten Einflussfaktoren am Rohölmarkt. Sowohl Finanz- wie auch Rohölmarkt befürchten erhebliche Schäden für die EU und Großbritannien und verhindern so eine eindeutige Tendenz der Ölpreise. Der Heizölpreis steigt zum Beginn dieser Woche leicht.

Ölpreisentwicklung

Die Briten stimmen in einem Referendum am Donnerstag über den Verbleib Großbritanniens in der EU ab. Marktbeobachter prognostizieren diesen Montag jedoch ein deutlich geringeres Risiko für einen Brexit, als noch in der vergangenen Woche befürchtet wurde. Die Konsequenz daraus waren uneinheitliche und verunsicherte Rohöl- und Finanzmärkte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 50 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit hat die Notierung nach einem sprunghaften Anstieg heute Morgen fast wieder ihr Niveau von letztem Montag erreicht.

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für rund 443 US-Dollar je Barrel. Die Notierung ist damit über das Wochenende rund 15 US-Dollar je Barrel gestiegen.

Verglichen mit den Ölpreisen jeweils zum Beginn der Sommerferien ist Benzin an den Tankstellen momentan dennoch so günstig wie zuletzt vor elf Jahren. Vor einem Jahr war der Ölpreis Ende Juni sogar fast noch 50% teurer als derzeit.

Nichtsdestotrotz zeigt der Ölpreis in den letzten Wochen nun mal eine Aufwärtsbewegung und das obwohl es viele Faktoren gibt, die für sinkende Preise sprechen.

Zum einen wird Kanada innerhalb der nächsten Wochen in der Lage sein, wieder das Normalniveau seiner Förderung zu erreichen. Aufgrund von Waldbränden kam es dort vor einem Monat zu Produktionsausfällen, die den Ölpreis anhoben.

Ebenso preisdrückend könnte die Meldung darüber sein, dass es den US-Ölproduzenten bereits die dritte Woche in Folge gelungen ist, die Anzahl ihrer Ölförderanlagen zu steigern.

Diese Aktivierung neuer Anlagen hatte bisher jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die wöchentlichen US-Ölbestandsdaten. Dementsprechend beeinflusst diese Nachricht momentan noch nicht direkt den Ölpreis, gibt aber Anzeichen dafür, dass der prognostizierte Produktionsrückgang in den USA dadurch geringer ausfallen könnte.

Bis vor kurzem wirkte sich ebenfalls die Erwartung auf einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU stark auf den Ölpreis aus. Durch die Erwartung der Analysten, die als Folge des Brexit mit einem stärkeren US-Dollar und einer geringeren Ölnachfrage gerechnet haben, sank der Ölpreis.

Diese Stimmung scheint sich zum Beginn dieser Woche jedoch gewandelt zu haben. Durch das Absinken des erwarteten Risikos eines Brexit und der damit einhergehenden leichten Stärkung des Eurokurses steigen aktuell wieder die Nachfrage und der Ölpreis.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, vergünstigt ein steigender Eurokurs dadurch die Importe für den Euroraum.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 21.06.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 22.06.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Monatliche Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB)

Donnerstag, 23.06.2016

  • Referendum in Großbritannien zum Austritt aus der EU

Freitag, 24.06.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Zum Beginn dieser Woche setzt der Euro den US-Dollar unter Druck. Aktuell kostet ein Euro rund 1,134 US-Dollar.
Experten sind der Meinung, dass die Aufwärtsbewegung des Eurokurs eine Folge des sinkenden erwarteten Risikos eines Brexit.

Derzeit überwiegt in Großbritannien nach einem Stimmungswandel scheinbar wieder die Mehrheit der Bürger, die in der EU verbleiben möchte.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten aktuell rund 51,40 Cent pro Liter Heizöl und ist damit gegenüber dem Niveau von vor dem Wochenende leicht gestiegen.

Unsere Empfehlung lautet aktuell: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis wieder unter die 50 US-Dollar Marke fällt oder sich oberhalb hält.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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