Brent auf 2-Jahreshoch – Euro mit starken Verlusten

27. Oktober 2017, Peter Dudda

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Die EZB hat ihr Anleihenaufkaufprogramm zwar um die Hälfte gekürzt, dafür aber um neun weitere Monate verlängert. Für den Euro bedeutet das deutliche Verluste. Ein Mix aus Geopolitik, hoher Nachfrage und Auswirkungen des OPEC-Förderabkommens sorgten gestern Abend für stark anziehende Ölpreise – Heiz

Ölpreisentwicklung

Am Mittwochabend zeigten sich die Handelsplätze vom US-Bestandsbericht des Department of Energy unbeeindruckt. Auch am Donnerstag blieben weitere Reaktionen auf die Entwicklungen im US-Ölmarkt weitestgehend aus. So verblieben die Kurse bis zum Mittag im Prinzip in den engen Spannen ihrer Startniveaus vom Morgen.

Zum Mittag einsetzende Abwärtsbewegungen wurden vor allem durch zwei Meldungen begrenzt: So lehnt die irakische Zentralregierung scheinbar das „Friedensangebot“ der kurdischen Regionalregierung ab und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman spricht sich öffentlich für die Verlängerung des OPEC-Förderbeschränkungsabkommens aus. Bis zum späten Nachmittag blieben die Ölpreise trotz kleinerer Ausschläge weiter auf dem Tagesausgangsniveau.

Insgesamt befinden sich die Ölmärkte allerdings in einem klaren preissteigernden Umfeld: So sind die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, aber auch mit Nord-Korea weiterhin nicht vom Tisch. Eine endgültige Beillegung der Eskalation im irakischen Norden ist kurzfristig auch nicht abzusehen. Zudem ist die weltweite Nachfrage nach Öl und Ölprodukten mehr als stabil und die von der OPEC künstlich herbeigeführten Förderbegrenzungen entfalten nach Expertenmeinung auch ihre Wirkung.

Dieser Mix und zudem sogenannte technische Kurskonstellationen führten zum Handelsschluss für stark anziehende Ölpreise. Die europäische Referenzsorte Brent erreichte sogar das 2-Jahreshoch – in der Folge wurden alle anderen relevanten Kurse mitgezogen. In Kombination mit dem eingebrochenen Euro bedeutet das für inländische Heizölverbraucher zumindest für heute deutlich gestiegene Heizölpreise.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Freitagmorgen bei 59,40 US-Dollar,  zum gestrigen Tagesstart waren es noch 58,37 US-Dollar. Der Schlusspreis am Donnerstag lag bei 59,30 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ist ebenfalls deutlich teurer geworden. Der Kurs stand am Morgen bei 542,50 US-Dollar für die Lieferung im November, der Schlusspreis am Donnerstag betrug 536,25 US-Dollar.

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Dauerhafter Frieden im irakischen Norden?

Ende September eskalierte im irakischen Norden der Konflikt zwischen der kurdischen Regionalregierung und der irakischen Zentralregierung. Die halbautonome Provinz Irakisch-Kurdistan strebt die Unabhängigkeit an und lies sich das auch durch ein Referendum mit einer Zustimmung von 90% vom Volk bestätigen. Anfänglich wurde der Konflikt noch auf diplomatischem Wege und mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen ausgetragen. In der letzten Woche weitete sich der Konflikt zu einer militärischen Auseinandersetzung aus, wobei die kurdischen Truppen nach Meldungen äußerst defensiv agierten und sich vor der irakischen Armee zurückzogen.

Für die Ölmärkte steht die Region vor allem aufgrund ihres Ölreichtums im Fokus. Bereits bei der Anbahnung des Konflikts wurde das Risiko des Ausfalls von täglich 300.000 Barrel Rohöl, in deutlich gestiegene Ölpreise umgesetzt. In den letzten Wochen kam es zwar tatsächlich zu gesunkenen irakischen Exportquoten, doch konnten diese bis dato schon wieder ausgeglichen werden.

Am Mittwoch dieser Woche bekräftigte die kurdische Regionalregierung ihren Willen zum Frieden und bot der irakischen Zentralregierung an, die Ergebnisse des Unabhängigkeitsreferendum einzufrieren und in erneute Verhandlungen treten zu wollen. Der irakische Premierminister erteilte diesem Angebot am Donnerstag schließlich eine Absage mit dem Hinweis, dass nur eine Annullierung des Referendums für ihn in Frage komme.

Dieses Gebaren ist nicht verwunderlich, denn der Start von Verhandlungen könnte als Zugeständnis an die Kurden interpretiert werden, dass der Irak bereit ist über die Unabhängigkeit zu verhandeln – diesen Eindruck möchte die irakische Zentralregierung tunlichst vermeiden. Für die Ölmarkte fokussiert sich damit wohl der Blick in die Region. Eine weitere Eskalation würde wohl in jedem Fall in steigende Ölpreise umgesetzt werden.

Entwicklung Eurokurs

Die Europäische Gemeinschaftswährung musste am Donnerstag erhebliche Verluste hinnehmen Am Morgen notierte sie nur noch bei 1,1655 US-Dollar, am Donnerstagmorgen waren es noch 1,1815 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag liegt bei 1,1753 US-Dollar.

Grund für den Kurseinbruch sind die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie gab zwar bekannt, sich von ihrer bisherigen sehr lockeren Geldpolitik abzuwenden, doch entgegen der Erwartungen an den Devisenmärkten soll das nur sehr langsam geschehen. So wird der umstrittene Staats-Anleihenkauf zwar auf ein monatliches Volumen von 30 Milliarden Euro halbiert, dafür aber noch um weitere 9 Monate fortgeführt. Auch eine Option für eine Weiterführung der Maßnahme über den September des nächsten Jahres hinaus liegt auf dem Tisch.

Heizölpreisentwicklung

Heute gibt es für unsere Heizölkunden nichts zu beschönigen: Ein schwacher Euro und stark gestiegene Ölpreise bedeuten in der Konsequenz deutlich höhere Heizölpreise.

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 59,83 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 58,54 Cent.

Auch wenn der Preis heute hoch ist, kann das trotzdem ein guter Zeitpunkt für den Heizölkauf sein – vor allem dann, wenn sich der Tank leert und keine Zeit mehr ist die weitere Entwicklung abzuwarten.

Wenn Sie heute den Heizölkauf auf den Weg bringen, sichern Sie sich möglicherweise immer noch das beste Preisniveau der nächsten Tage und können sich außerdem von allen weiteren Entwicklungen unabhängig machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.