Der Heizölpreis startet diese Woche weich

11. Juli 2016

Heizoelpreis-sinkt-11-07-2016

Der Ölpreis fällt zum Beginn dieser Woche und auch der Heizölpreis sinkt weiterhin. Die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen steigt immer weiter und Marktteilnehmer rechnen deswegen mit einer zunehmenden Fördermenge.

Ölpreisentwicklung

Die Produktion scheint in den USA durch Kosteneinsparungen immer effizienter und aufgrund der bisher seit Februar gestiegenen Ölpreise auch rentabel geworden zu sein.

Deswegen ist die Anzahl der US-Produktionsanlagen seit dem tiefsten Stand der letzten sieben Jahre, der vor sechs Wochen erreicht wurde, bereits wieder um über 11 Prozent gestiegen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 46,14 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit ist die Notierung innerhalb der letzten sieben Tage um über vier US-Dollar gefallen.

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, sinkt immer weiter und befindet sich derzeit mit rund 405 US-Dollar je Barrel auf dem niedrigsten Stand seit zwei Monaten.

Aufgrund einer erwartet höheren Treibstoffnachfrage in der zweiten Jahreshälfte hatten sich die Raffinerien bereits entsprechend früh darauf eingestellt und produzieren schon seit einigen Monaten ungewöhnlich viel Sprit.

Inzwischen gehen einige Analysten sogar davon aus, dass nicht mehr von einer Überversorgung beim Rohöl, sondern viel eher von einer Überversorgung bei den Produkten gesprochen werden muss.

Den Hauptgrund für den derzeitigen Fall des Ölpreises sehen viele Marktteilnehmer in der steigenden Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen.

Weil die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen als ein Indikator für die langfristige Produktionsentwicklung gilt, gehen deshalb momentan viele Marktteilnehmer von einer sinkenden Tendenz bei den Ölpreisen aus.

Dem gegenüber stehen die anhaltenden Meldungen über die Probleme in Nigeria. Diese sprechen eher für eine geringere Angebotsmenge und steigende Ölpreise.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 12.07.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 13.07.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Verschiedene Wirtschaftsdaten aus China

Freitag, 15.07.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Wirtschaftskennzahlen: Verschiedene Verbrauchpreisindizes aus den USA

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Am Freitag ist der Eurokurs durch überraschend gute Arbeitsmarktdaten aus den USA belastet worden. Derzeit kostet ein Euro deswegen nur noch 1,103 US-Dollar.

Trotzdem rechnen nur wenige Marktteilnehmer aktuell mit einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed. Sollte diese tatsächlich ausbleiben, könnte das dem Euro wieder Aufwind geben.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt aktuell rund 49,56 Euro pro Liter 100 Heizöl. Das ist eine Preissenkung von fast drei Euro seit Anfang der letzten Woche.

Unsere Empfehlung lautet aktuell: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis wieder unter der 50 US-Dollar Marke bleibt oder wieder ansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.