Entwicklung und Tendenz TOTAL Heizölpreise KW 16

20. April 2015

Heizoelpreis Woche gestiegen kw16

Der Heizölpreis hat in der vergangenen Woche ein neues Jahreshoch erreicht. Für eine 3.000 Liter Standard Heizöllieferung stieg der durchschnittliche bundeweite Preis im Wochenverlauf von 63 auf 66 Cent pro Liter.

Heizölpreisentwicklung

Eine Kombination aus Indikatoren für eine sinkende US Ölproduktion sowie den bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Jemen führte in den letzten Wochen zu steigenden Ölpreisen. Der Preis für den europäischen Ölpreis-Index Brent ist Laufe der Woche um fast zehn Prozent gestiegen.

In der vergangenen Woche wurden in den USA weitere 42 Ölbohranlagen abgeschaltet. Damit ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen mit 760 auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken. Analysten prognostizieren nun, dass die US-Ölförderung allmählich ihr Maximum erreicht haben wird und aufgrund der vielen abgeschalteten Anlagen auf lange Sicht gesehen sinken wird. Die Experten des amerikanischen Amts für Energiestatistik EIA (Energy Information Administration) gehen schon von einem zeitnahen Rückgang der US-Schieferölförderung aus. Demnach soll die Produktion bereits im Mai rückläufig sein.

Der Jemen-Konflikt scheint sich unterdessen weiter zuzuspitzen. Die Huthi-Rebellen sollen einige Häfen erobert haben. Die Regierung von Präsident Hadi soll daraufhin eine Blockade dieser Häfen durch die internationale Koalition gefordert haben, die auch bereits umgesetzt wurde. Seitdem ist der Im- und Export von Öl und Gas an den entsprechenden Häfen unterbrochen. Die im Ölpreis enthaltene Risikoprämie für den Konflikt steigt jedoch weniger wegen diesem Ausfall, als vielmehr wegen der destabilisierenden Wirkung des Konfliktes auf die gesamte Region.

Der Eurokurs hat sich in der vergangenen Woche etwas gefangen. Zum Wochenende lag der Wechselkurs bei 1,08 US-Dollar. Der Heizölpreis folgte der Aufwärtsbewegung der Ölpreise dadurch nicht in gleichem Maße.

Heizölpreis Tendenz

Die Unsicherheit für Prognosen am Öl- und Devisenmarkt ist natürlich groß. Es ist zu vermuten, dass vor einer Regelung der Griechenland Problematik keine nachhaltige Erholung des Eurokurses einsetzten kann. Zudem ist  es fraglich, ob diese von Seiten der Politik und der Europäischen Zentralbank überhaupt gewollt ist. Der niedrige Eurokurs wirkt wie ein Konjunkturprogramm, insbesondere für die angeschlagenen Südeuropäischen Volkswirtschaften. Da Öl jedoch auf dem Weltmarkt grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein niedrigerer Eurokurs das Heizöl

Beim Ölpreis besteht jedoch Hoffnung auf eine Gegenbewegung zum jüngsten Anstieg. Zum Beispiel steht der nur leicht gesunkenen Fördermenge in den USA ein Anstieg von fast 800.000 Barrel der OPEC-Produktion im März gegenüber. Die Versorgungslage ist also weiterhin entspannt. Es fehlen jedoch deutliche Signale, die Händler dazu bewegen könnten, vermehrt auf fallende Preise zu setzen. Solche Signale könnten beispielsweise aus der Charttechnik kommen. Auf der fundamentalen Seite wäre die potentielle Rückkehr des Irans auf den Ölmarkt ein gewichtiges Ereignis.

Perspektivisch rechnen einige Ölproduzenten bereits mit einer länger anhaltenden Phase von vergleichsweise niedrigen Ölpreisen. Bei der  Frühjahrstagung des IWF in Washington am Wochenende prognostizierten die Finanzminister von Nigeria und Kolumbien einen Ölpreis von 65 bis 70 Dollar im kommenden Jahr. Die Länder wollen ihren Haushalt auf dieses Ölpreisniveau ausrichten. Für Besitzer von Ölheizungen sicherlich kein schlechtes Szenario.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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