IEA sieht Nachfrage optimistisch – Euro auf Jahrestief: Der Heizölpreis zum Wochenstart

13. August 2018, Nicola Bergau

Heizöl zum Wochenstart teurer 13.08.18

Trotz aller politischen Faktoren bleibt die IEA optimistisch und sagt eine steigende Nachfrage voraus. Dies gab den steigenden Ölpreisen weiter Schwung. Inzwischen haben sie sich zwar etwas nach unten orientiert. Doch der Euro befindet sich auf einem Jahrestief, sodass Heizöl sichtbar teurer ist.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • IEA: Nachfrage wird weiter steigen
  • Devisenmarkt: Abwertung der türkischen Lira zieht Euro weiter mit sich
  • Baker Hughes vermeldet mehr US-Ölbohranlagen
  • Brent bei 72,61 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 654,50 US-Dollar
  • Euro fällt auf 1,1384 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 71,42 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
IEA-Prognose: Nachfrage dürfte weiter steigen
Ölproduktion Saudi Arabiens geringer als gedacht
China investiert in die Infrastruktur
Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
Iran kritisiert OPEC-Produktionsausweitungen
China streicht US-Rohöl von der Strafzoll-Liste

US-Ölindustrie mit weiteren Anstiegen der Bohranlagen
China verhängt Strafzölle auf US-Öl-Importe und kündigt Weitere an
Spekulationen um neuerliche OPEC-Produktionsausweitung
Saudi-Arabien senkt Preise für September-Lieferungen
EIA: US-Ölförderung wird im Juli und August stark steigen
 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 72,61 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 72,51 US-Dollar, der Schlusspreis für Freitag wurde bei 72,81 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 654,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 645,00 US-Dollar, während der Schlusspreis am Freitag bei 665,50 US-Dollar festgehalten wurde.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 13.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die grundsätzlich preissteigernde Stimmung trug die Märkte am Freitag durch den gesamten Handelstag. Nicht nur von technisch-rechnerischer Seite war das Potential für höhere Ölpreise vorhanden. Mit dem Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) setzte sich die Stimmung noch deutlicher durch. Denn die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und damit die Nachfrageentwicklung bleiben weiterhin vorsichtig optimistisch und korrigieren vergangene Werte noch um 0,1 Mio. B/T nach oben.

Ausschlaggebend für das hiesige Handelsparkett blieb allerdings wiederum der Devisenmarkt und ein Eurostand, der so niedrig ist wie zuletzt vor einem Jahr. Da Öl immer in Dollar gehandelt wird, konnte der Wertverfall der Gemeinschaftswährung die Preissteigerungen bei Rohstoffen nicht ausgleichen, sondern gab den Werten sogar noch einen deutlicheren Dreh nach oben. Da half es auch wenig, dass sich die Ölpreise zum Tagesstart wieder etwas nach unten orientierten.
 

Entwicklung Eurokurs

Mit einem Wert zum Tagesstart von 1,1384 US-Dollar stand der Euro heute Morgen so niedrig wie zuletzt vor einem Jahr. Der Vergleichswert für Freitag betrug 1,1486 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag stand noch bei 1,1456 US-Dollar.

Wie wir bereits im Bericht für Freitag festgehalten haben, hat sich der rasante Wertverlust der türkischen Lira inzwischen zu einem Flächenbrand auf dem Devisenmarkt entwickelt, von dem insbesondere auch der Euro nicht ausgenommen ist.

Zunehmend stehen dabei europäische Banken im Fokus, die intensive Geschäfte mit der Türkei tätigen und daher von der Abwertung direkt betroffen sind. Gleichzeitig gewinnt der Dollar in dieser Gemengelage immer mehr Zulauf, ist er doch die sicherere Investition in dieser unsicheren Lage. Außerdem hat die türkische Währung insbesondere gegenüber dem Dollar ihren Abstieg begonnen und ist damit ebenso eng verbunden wie der Euro.

Am Morgen wurde bekannt, dass die türkische Zentralbank erste Maßnahmen ergriffen habe, um diese Entwicklung zu stoppen. Damit gab es zwar keine Erholung, aber wenigstens wurde die Verfallskurve abgeschwächt. Wie es in den nächsten Tagen hier weitergeht, dürfte einen erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung für Heizölkäufer haben.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • IEA-Prognose optimistisch
  • Baker Hughes zählt mehr US-Ölplattformen
     

IEA: Nachfrageaussichten gut – doch es gibt Warnungen

Laut International Energy Agency (IEA) dürfte sich die Nachfrage nach Öl im Jahr 2019 auf 1,5 Mio. B/T belaufen – 0,1 Mio. mehr als im vergangenen Monatsbericht. Dieser Zuwachs klingt zwar wenig, ist aber angesichts von Faktoren wie dem Handelskrieg schon ausnehmend optimistisch.

Außerdem geht die IEA davon aus, dass das Nachfragewachstum im letzten Quartal 2018 ebenfalls wieder deutlich zunehmen wird, nachdem es sich zuletzt sichtbar abschwächte. Zusätzlich machte der Bericht deutlich, dass die Sanktionen gegen Iran und damit der Exportrückgang bei Öl ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Markt sein dürften. Denn obwohl der Fakt bereits in Teilen eingepreist ist und erste Sanktionen greifen, wird sich erst im November zeigen, wie sehr der Exportrückgang aus Iran Einfluss auf das Weltangebot haben wird.

Damit ist der Optimismus der IEA sicher nicht rosarot und kalkuliert die beiden großen Unbekannten (Iran und Handelsstreit) sehr wohl mit ein. Dass die Prognose dennoch gut ausfällt, reichte am Freitag auf jeden Fall als Signal für den Markt, der nach Ankerpunkten für in die Zukunft gerichtete Kaufentscheidungen sucht. Denn diese waren zuletzt sehr rar gesät. Dementsprechend könnte auch der heutige Monatsbericht der OPEC sichtbare Auswirkungen haben.
 

Neue Höchstwerte für US-Ölbohranlagen

Der Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen hat einmal mehr einen Zuwachs vermeldet. Zehn Anlagen sind hinzu gekommen, die Gesamtzahl von 869 Plattformen markiert ein neues 3,5 Jahreshoch.

Nach wochenlangen Stagnationen ist dieser Zuwachs zwar keine Überraschung, zeigt aber sehr deutlich die momentane Stimmung am Markt. Mit den steigenden Preisen wird es wieder lukrativer, neue Plattformen zu erschließen und für die Produktion vorzubereiten.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 13.08. 2018

  • OPEC Monatsbericht

Dienstag, 14.08.2018

  • BIP, Deutschland
  • BIP, Eurozone
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 15.08.2018

  • Industrieproduktion, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 16.08.2018

  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 17.08.2018

  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,50 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 70,30 Cent.

Wiederum scheint sich die Stimmung an den Märkten zu verändern, wiederum macht der Eurokurs der eigentlichen Preistendenz einen Strich durch die Rechnung. Heute zeigt sich einmal mehr, wie unberechenbar der Markt momentan ist. Darum ist es umso wichtiger, dass Sie sich zum Heizölkauf entscheiden. Denn die Möglichkeit besteht, dass sich das Preisniveau an den Ölbörsen weiter nach oben bewegt – oder der Euro noch weiter an Wert verliert.

Mit dem baldigen Heizölkauf machen Sie sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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