Euroschwäche und OPEC - Heizölpreise steigen

16. November 2016

Heizoelpreise steigen 161116

Die Heizölpreise steigen heute Morgen kräftig. Die neuen Bemühungen der OPEC ein Abkommen zur Produktionskürzung zu realisieren lassen die Ölpreise wieder anziehen. Gleichzeitig verliert der Euro weiter gegenüber dem Dollar.

Ölpreisentwicklung

Nach dem ergebnislosen Treffen der OPEC Ende Oktober galt die Umsetzung des angekündigten Abkommens zur Reduzierung des Ölangebotes als zunehmend unwahrscheinlich. Infolgedessen sanken die Ölpreise deutlich.

Kommentare aus OPEC Kreisen, dass man nun die finale Verhandlungsphase begonnen hätte, lassen Marktteilnehmer nun wieder auf ein Abkommen hoffen, in welcher Form auch immer. Für Verhandlungen der OPEC sei es durchaus typisch,  dass ein positiver Ausgang mal ausgeschlossen und dann wieder wahrscheinlicher erscheint.

Grundsätzlich optimistisch zeigen sich dabei insbesondere die Funktionäre der OPEC, während die einzelnen Mitgliedsländer wiederum harte Positionen aufbauen um sich damit Vorteile zu verschaffen. Jedes Kartellmitglied will bei einem Abkommen natürlich das für sich beste Ergebnis erreichen, auch wenn es am Ende Kompromisse eingehen muss. 

Noch hat die OPEC zwei Wochen Zeit, um bei dem Treffen Ende November die erste Kürzung des Angebotes seit 2008 zu beschließen. Die nun intensivierten Bemühungen sorgen schon im Vorfeld für steigende Ölpreise. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Fass des europäischen Nordseeöls Brent wird heute Morgen für 47,27 US-Dollar gehandelt. Das ist ein Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Kurs vom Wochenstart. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit mit 425 US-Dollar pro Tonne. Am Montag waren es noch 25 Dollar weniger.

Die OPEC Ankündigung einer Angebotsreduzierung Ende September ließ die Ölpreise um bis zu 15 Prozent ansteigen. Dieser Anstieg erwies sich als zu schnell und deutlich und wurde in diesem Monat komplett ausgepreist.

Mit den neuen Meldungen halten es Händler wieder für wahrscheinlicher, dass man sich innerhalb der OPEC doch noch einigen kann. Damit sinkt die Risikobereitschaft auf fallende Ölpreise zu setzen, was momentan zumindest zu steigenden Preisen führt.

Unterstützt wird die Aufwärtsbewegung durch neuerliche Anschläge auf Pipelines in Nigeria. Das Land galt eigentlich als Kandidat für eine deutliche Ausweitung der Produktion bis zum Jahresende, was die Wirksamkeit des OPEC Abkommens reduziert hätte.

Auf der anderen Seite könnte heute die Veröffentlichung der US Ölbestandsdaten einen weiteren Preisanstieg verhindern. Das API (American Petroleum Institute) meldete gestern deutliche Zunahmen der Bestände an Rohöl und Destillaten (Heizöl, Diesel). Sollte dies durch die offiziellen Daten des US Energieministeriums bestätigt werden, wären weitere Preisanstieg vorerst weniger wahrscheinlich.

Mittelfristig ist es aber wahrscheinlich, dass jedes noch so schwache Abkommen dazu beitragen würde, die Marktlage zu verknappen. Das könnte zumindest einen erneuten Preisverfall am Ölmarkt verhindern, wie er im letzten Dezember zu beobachten war. Ohne eine Maßnahme zur Regulierung des Angebotes würde sich der Kampf um Marktanteile vermutlich intensivieren und die Fördermengen weiter steigen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs fällt weiter. Aktuell ist der Euro nur noch 1,075 US-Dollar wert. Die Deutsche Bank hält kurzfristig einen Kurs von 1,05 US-Dollar und mittelfristig sogar die Parität für möglich.

Neuerlichen Auftrieb gaben dem Dollar positive US-Konjunkturdaten. Der amerikanische Einzelhandel entwickelte sich zuletzt besser als erwartet. Zuvor wurde der Dollar durch den Wahlsieg Donald Trumps beflügelt.

Mit dem Wahlsieg ist die Aussicht auf mehr Wachstum im Vergleich zu Europa anscheinend gestiegen und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung. Erklärt wird diese Entwicklung mit der versöhnlich klingenden Rede nach Trumps Wahlsieg und dem geplanten Ausgabenprogramm.

Durch die angekündigten Steuersenkungen und höheren Staatsausgaben gilt es als denkbar, dass Konjunktur und Inflation in den USA anziehen. Von diesen Erwartungen profitieren Aktienkurse und auch der Dollar.

Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, verteuern sich die Importe für die Eurozone bei einem fallenden Eurokurs.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen heute über anderthalb Cent pro Liter. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt etwas 53 Cent pro Liter Heizöl.

Die Heizölpreise bleiben damit aber noch vergleichsweise günstig. Weitere Preisanstiege sind momentan durchaus wahrscheinlich, da wenig für eine Erholung des Eurokurses spricht und auch die Ölpreise eine feste Tendenz haben.

Wir raten unseren Kunden daher weiterhin zum baldigen Heizölkauf, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in mehreren Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.