Geringe Verluste an den Ölbörsen – Euro schwächer

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Am Donnerstag bestimmte ein wahres Auf und Ab der Kurse das Marktgeschehen. Letztlich sorgten Gewinnmitnahmen für deutliche Verluste. Unerwartet gesunkene US-Bestände konnten die Kurse zum Abend stabilisieren. Der Euro notiert etwas schwächer. Heizölpreise stabil.

Ölpreisentwicklung

Der wöchentlich veröffentliche Bericht des American Petroleum Institute (API) zu den aktuellen US-Bestandsdaten sorgte am Mittwoch für Aufsehen. Für die Handelsplätze völlig unerwartet, gingen aus den Daten gestiegene US-Rohölbestände hervor. Bereits am Mittwochabend sorgten diese Zahlen für sinkende Preise – entsprechend setzte sich auch die Kursentwicklung am Donnerstagmorgen fort.

Stützende, im weiteren Verlauf auch preissteigernde Wirkung, gaben die im Verlauf der Woche veröffentlichten Berichte der Energy Information Administration (EIA / US-Amt für Energiestatistik) sowie der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder). Beide Berichte gehen im Kern von einer stabilen Nachfrage- und Preisentwicklung für die kommenden Monate und das kommende Jahr aus. Darüber hinaus deuten sie darauf hin, dass sich die künstlichen Verknappungsmaßnahmen der OPEC langsam aber sicher auf die weltweiten Ölbestände auswirken und das sich somit das Überangebot an kurzfristig verfügbaren Öl reduziert.

Mit der Veröffentlichung des Berichts der Internationalen Energieagentur (IEA) zum Donnerstagvormittag kehrte allerdings wieder Ernüchterung ein. Die Daten boten den Händlern zwar keine neuen Tendenzen in die ein oder andere Richtung, doch gerade diese Neutralität sorgte scheinbar für Enttäuschung und führte zu Verkäufen, die einzig auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sind. Die Meldung das Kurdistan im Unabhängigkeitskonflikt mit der irakischen Zentralregierung nun den Weg der Deeskalation sucht, sorgte für weiteren Druck auf die Kursentwicklung. Alle relevanten Kurse standen so zum späten Nachmittag im deutlichen Minus.

Erst mit der Veröffentlichung des US-Bestandsberichts des Department of Energy (DOE) konnten die Kurse kurz vor Handelsschluss noch einmal zu einer Aufwärtsbewegung beflügelt werden. Wie so oft, wurden die Daten des API-Berichts nahezu auf allen Linien revidiert. Das DOE betreibt im Gegensatz zum API eine tiefergehende Datenanalyse und bezieht wesentlich mehr Faktoren in seine Betrachtung ein. So bildet DOE beispielsweise Im- und Exporte, aber auch die Nachfrageentwicklung der jeweiligen Berichtswoche ab. Der API-Bericht kann daher nur als Indikator, nicht jedoch als allumfassenden Faktenwerk zum Ölmarkt betrachtet werden.

Insgesamt konnten die US-Bestände an Rohöl um 2,7 Millionen Barrel abgebaut werden, API vermeldete noch ein Zunahme um 3,1 Millionen Barrel. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Destillatbeständen (Diesel und Heizöl), welche ebenfalls deutlich abnehmen. Einzig die Benzinbestände sind mit 2,5 Millionen Barrel deutlich gewachsen. Die Gesamtnachfrage über alle Kategorien hinweg bleibt eher auf mäßigem Niveau. Die gestiegene Raffinerieauslastung sowie eine gesunkene Förderquote sind als die letzten Auswirkungen der Hurrikansaison zu sehen, was noch nicht bedeutet, dass diese schon zu Ende sein muss. Typischerweise ist noch bis in den November hinein mit Tropenstürmen und Hurrikans zu rechnen.  

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert zum Freitagmorgen bei 56,59 US-Dollar und liegt damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie noch am Donnerstagmorgen, doch bereits im frühen Handel zeigt sich eine deutliche Tendenz nach oben. Der Schlusspreis zum Donnerstag lag noch bei 56,25 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, steht am Freitagmorgen bei 527,00 US-Dollar. Im Vergleich zum Donnerstagmorgen etwa 4 US-Dollar weniger. Der Schlusspreis lag am Donnerstag noch bei 521,50 US-Dollar. Auch hier zeigt sich zum späten Morgen des letzten Handelstags der Woche eine deutliche Tendenz nach oben. Sollten sich die deutlich höheren Preise bis Handelsschluss halten, ist zum Wochenende mit steigenden Heizölpreisen zu rechnen.  

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen und Informationen zu regionalen Heizölpreisen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

Lage in Kurdistan beruhigt?

In der letzten Septemberwoche war es das bestimmende Thema an den Handelsplätzen: Das Unabhängigkeitsreferendum in der halb-autonomen Region Kurdistan im irakischen Norden. Mit dem am 25.09.2017 durchgeführten Referendum, bekundeten über 90% der Wähler ihren Wunsch nach einem unabhängigen kurdischen Staat. Das diese Entwicklung in der sowieso instabilen Region weiteren politischen Sprengstoff, gar offen ausgetragene Konflikte bedeuten könnte, ist einhellige Expertenmeinung.

Doch nicht nur politisch hatte diese Entwicklung erhebliches Krisenpotenzial, auch für die Ölmärkte würde ein Konflikt in der Region enorme Risiken bürgen. Bereits wenige Stunden nach dem Referendum, sah man an den Handelsplätzen die Gefahr, dass von einem auf den anderen Tag 300.000 Barrel Rohöl vom Ölmarkt fern bleiben könnten.

Den Grund dafür lieferte die Türkei. So verwies die türkische Staatsführung darauf, dass man kurzfristig kein Öl aus der Region Kurdistan durch die Türkei leiten würde, wenn die Unabhängigkeitsbestrebungen weiter an Konsistenz gewinnen. Für Kurdistan ist die Pipeline von Nordirak bis zur Mittelmeerküste praktisch die einzig sinnvolle und technisch sichere Transportroute um das Öl an die Märkte zu bringen.

Begründet durch diese Gefahr des ausbleibenden Öls, zogen die Ölpreise zum 26.09.2017 schlagartig an, was sich auch in einem kräftigen Anstieg der inländischen Heizölpreise zeigte. Mittlerweile haben sich die Kurse zwar wieder nach unten stabilisiert, doch heißt das auch das die Gefahr gebannt ist?

Die irakische Zentralregierung, wie auch die an die Region Kurdistan angrenzende Türkei, setzten kurz nach dem Referendum alles daran die Region vor allem wirtschaftlich zu isolieren. So wurden internationale Flüge an den zwei größten Flughäfen ausgesetzt und der Grenzverkehr, vor allem hinsichtlich des Waren- und somit auch des Öltransports hart reglementiert. Die Türkei zeigte ihre Entschlossenheit auch auf eine schärfere Weise und veranstaltete mehrere Militärmanöver in der Grenzregion.

Auch in Sachen Öl-Transport durch ihr Land setzte sie ein klares Zeichen. Die Türkei verhandelte fortan nicht mehr mit der kurdischen Regionalregierung über die Durchleitung des Öls, sondern nur noch mit der irakischen Zentralregierung. Doch die Einnahmen aus den Ölgeschäften sind und bleiben eben auch das finanzielle Standbein der Region Kurdistan.

Wie so oft in Pattsituationen, scheint der finanzielle Druck zu wirken. Gestern wurden Meldungen bekannt, wonach Kurdistan zum Dialog mit der irakischen Zentralregierung zurückkehren möchte. Doch die Lage ist alles andere als einfach, da der Irak auf die Verfassungswidrigkeit des Referendums pocht und nach Verlautbarungen keineswegs bereits ist, von dieser Position abzurücken.

Eine Reaktion des irakischen Premierministers ist noch nicht öffentlich erfolgt. Doch ähnlich der Situation im Konflikt zwischen Katalonien und Spanien, ist nicht davon auszugehen, dass sich der Premier zu Gesprächen und damit indirekten Unabhängigkeitsverhandlungen bewegen lassen wird.. Für die Märkte heißt es also weiter abwarten. Sollte sich der Konflikt trotz der aktuell ruhigen Lage verschärfen, ist in jedem Fall mit erheblichen Preissteigerungen an den Ölmärkten zu rechnen.

Entwicklung Eurokurs

Die Gemeinschaftswährung startet mit 1,183 US-Dollar in den letzten Handelstag der Woche. Gestern waren es zur gleichen Zeit noch 1,1862 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs für Donnerstag auf 1,1856 US-Dollar fest.

Für heute geht der Blick an den Devisenmärkten wohl nur in eine Richtung. Zum Nachmittag steht die Veröffentlichung der aktuellsten US-Inflationszahlen an. Sollte die Teuerung schwach ausfallen, könnten Zweifel an der aktuellen Zinspolitik der US-Notenbank FED lauter werden. Unabhängig davon stehen für heute keine nennenswerten Veröffentlichungen an.

Heizölpreisentwicklung

Für Heizölverbraucher ändert sich im Vergleich zum Vortag auch heute wenig:  Verhalten stabile Ölpreise am Donnerstag, unter Beachtung der steigenden Tendenz vom Freitagmorgen, und ein leicht schwächerer Euro, sorgen heute für nur leicht gestiegene Heizölpreise. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,70 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 57,57 Cent, vor etwas weniger als zwei Wochen waren es noch fast 60 Cent.

Die aktuelle Berichtswoche hat es gezeigt: Öffentliche und staatliche Institutionen, aber auch die Märkte, blicken optimistisch in die Zukunft. Steigende Preise sind also nicht auszuschließen und das aktuelle Niveau im oberen Bereich der 50-Cent Marke beim Heizölpreis könnte sich dauerhaft halten.  Wo die Reise tatsächlich hingeht, ist natürlich schwer zu prognostizieren.

Sie sollten das Risiko umgehen und sich das aktuell dennoch günstige Preisniveau zu Nutzen machen, denn im Vergleich zu den Heizölpreisen der Vorwochen können Sie immer noch bares Geld beim heutigen Heizölkauf sparen. Gerade wenn sich Ihr Tank zum Start der Heizsaison leert, sollten Sie sich das aktuelle Preisniveau zu nutzen machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

 

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