Harvey-Auswirkungen sorgen für Hamsterkäufe – Ölpreise machen Sprung nach oben

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Die Ausgangslage könnte ungünstiger nicht sein: Die Auswirkungen von Sturm Harvey haben vor einem langen Wochenende in den USA für Panikkäufe gesorgt, da erhebliche Engpässe bei Rohöl und ultimativ Benzin gefürchtet werden. Das trieb die Ölpreise insgesamt sprunghaft nach oben.

Ölpreisentwicklung

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Auswirkungen von Sturm Harvey so deutlich werden, dass sie den gesamten Ölmarkt erheblich beeinflussen. Dieser Punkt scheint heute Morgen erreicht. Erhebliche Versorgungs-, Export- und Verteilungsschwierigkeiten mit Rohöl in den USA in Kombination mit Hamsterkäufen der amerikanischen Raffinerien außerhalb der Katastrophengebiete sorgen heute Morgen für deutliche Preisanstiege – vor allem bei Ölprodukten, aber eben auch bei Rohöl.
Zwar ist die europäische Sorte Brent davon nur indirekt betroffen, doch entsteht momentan ein Domino-Effekt, dem sich auch Brent nicht entziehen kann. Am deutlichsten sind die Preissteigerungen bei Gasoil abzulesen, da es direkt mit dem Produktmarkt verknüpft ist. In den USA steht ein langes Wochenende an, was die Nachfrage nach Benzin traditionell erhöht – Sturm hin oder her. Laut Wetterberichten soll außerdem der nächste Sturm bereits in den Startlöchern stehen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 52,60 US-Dollar, was bereits knapp zwei Dollar über dem gestrigen Tagesstart liegt.  Der Schlusspreis für Donnerstag lag ebenfalls schon bei 52,38 US-Dollar. 
ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert momentan bei 509,75 US-Dollar, rund 20 Dollar pro Barrel mehr als noch gestern Morgen. Der Schlusspreis von Donnerstag lag hingegen noch bei 504,75 US-Dollar. 

Die Angst vor Versorgungsengpässen mit Treibstoff ist in den USA momentan sehr hoch – umso mehr, da das lange Labor Day-Wochenende ansteht. Wegen Sturm Harvey sind fast ein Drittel der Raffinerien außer Betrieb, die restlichen arbeiten auf Hochtouren, haben aber Schwierigkeiten, an Rohöl zu kommen.
Der Sturm hat nicht nur die betroffenen Gebiete selbst lahmgelegt, auch zahlreiche Pipelines, Zwischenlager und andere neuralgische Punkte des Ölflusses sind betroffen. Die US-Regierung geht inzwischen sogar so weit, dass sie nationale Reserven an Rohöl freigibt und diese in einer groß angelegten Aktion strategisch verteilt.
Diese „Ölschwemme“ hätte in normalen Zeiten eher für Preisnachlässe sorgen müssen, da es zu einem deutlichen Überangebot an Rohöl kommt – auch in dieser aktuellen Situation. Allerdings scheint der Markt die Freigabe eher anders zu deuten: Die Lage ist so ernst, dass der Schritt notwendig ist, denn die Raffinerien kommen offensichtlich an die normalen Vorräte nicht mehr heran.
Gleichzeitig sorgen die Raffinerien selbst jedoch am meisten für den deutlichen Preissprung. Sie kaufen Rohstoffe, so viele sie nur bekommen können, um den Betrieb in den nächsten Tagen aufrecht zu erhalten. Außerdem können amerikanisches Öl bzw. amerikanische Ölprodukte aktuell kaum nach Europa gelangen, da Häfen und Terminals sowie Pipelines geschlossen sind. 
In diese äußerst ungünstige Ausgangslage kommt nun auch noch die Nachricht, dass möglicherweise schon der nächste Sturm in den Startlöchern steht. Aber auch die Zeit nach allen Auswirkungen des Wetters darf nicht ignoriert werden. Denn die Ölverarbeitung in den USA ist weit stärker betroffen als die Rohölförderung. Sobald der Harvey-Effekt abklingt, könnte es der Markt also mit einem sprunghaften Anstieg an sofort verfügbarem US-Öl zu tun haben.
So oder so: Harvey verzerrt momentan jeden Blick auf die Preisentwicklung und die Kurse sind im Krisenmodus. Das macht sie fast noch unvorhersehbarer als ohnehin schon.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kann sich seine Gewinne nicht zurückholen und notiert momentan bei 1,1889 US-Dollar, relativ stabil gegenüber dem gestrigen Tagesstart. Die EZB setzte den Referenzpreis am Donnerstag auf 1,1825 US-Dollar fest. Heute könnten positive Arbeitsmarktzahlen aus den USA dafür sorgen, dass der Euro weiter nachlässt. Schon andere amerikanische Konjunkturdaten mit positiven Vorzeichen hatten gestern dem Euroaufschwung deutlichen Einhalt geboten.

Heizölpreisentwicklung

Die deutlichen Preisanstiege bei Öl nebst stabilem Euro sorgen im Endeffekt für höhere Heizölpreise. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,46 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 54,52 Cent. 
Auch wenn die Situation definitiv nicht die günstigste ist, so ist es doch eine kluge Entscheidung, sich jetzt zum Heizölkauf zu entschließen. Denn der Harvey-Effekt könnte sich in den nächsten Tagen, sogar Stunden, noch weiter durchsetzen und die Preise noch weiter erhöhen. Auch die neuerliche Sturmwarnung muss einkalkuliert werden. Mit einem baldigen Kauf machen Sie sich jedoch von dieser Entwicklung vollkommen unabhängig.
Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen. 

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