Harvey hat sich aufgelöst – Markt beruhigt sich – Ölpreise gehen leicht runter

4. September 2017,

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Harvey hat sich endlich aufgelöst, Händler nehmen Gewinne mit, die Ölpreise gehen leicht runter. Gleichzeitig kann sich die OPEC eine Deal-Verlängerung bis Juni vorstellen und die Quotentreue soll im vergangenen Monat gestiegen sein. Heizöl ist heute Morgen leicht günstiger.

Ölpreisentwicklung

Heute zeigt sich am Markt und bei den Ölpreisen die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm: Harvey hat sich über dem Festland aufgelöst und auch ein befürchteter zweiter Sturm scheint gen Karibik abzudrehen. Die Händler scheinen nun jedenfalls Profite aus den sprunghaften Preisanstiegen der vergangenen Tage ziehen zu wollen und setzen auf Verkäufe und Gewinnmitnahmen. Das sorgte für leicht weichere Kurse.
Allerdings sollte man am langen Labor Day-Wochenende keinen allzu regen Handel zum Wochenstart erwarten. Die OPEC verschafft sich in der Ruhe nach Harvey ebenfalls Gehör: Man könne sich eine Deal-Verlängerung bis Juni 2018 durchaus vorstellen. Und auch die Quotentreue der beteiligten Länder hätte sich im vergangenen Monat erhöht.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 52,39 US-Dollar, knapp unter dem Schlusspreis für Freitag von 52,75 US-Dollar. 
ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis und in den letzten Tagen den größten Harvey-Effekten unterlegen, notiert momentan bei 507,25 US-Dollar, schon sichtbar unter dem Schlusspreis von Freitag bei 510,75 US-Dollar. 
Die Veränderungen sind zwar nicht gravierend, aber das kann man am langen Labor Day-Wochenende in den USA auch kaum erwarten. Dennoch wird deutlich, dass die größte Harvey-Panik und die Sorge um Versorgungsengpässe langsam abflauen. Zumal viele Raffinerien sich schon vor dem Wochenende mit Rohöl eingedeckt hatten.
Auch nutzen offenbar nun viele Händler die Gelegenheit, um aus den Preissteigerungen zu profitieren. Sie verkaufen ihre Futures an Öl wieder und sorgen so ebenfalls für Preisnachlässe. Doch auch hier dürfte heute weniger Handelsaufkommen als üblich zu erwarten sein.

OPEC kann sich Deal-Verlängerung vorstellen

Nachdem Russland und Saudi-Arabien vergangene Woche laut darüber nachgedacht hatten, den Kürzungsdeal bis Juni 2018 statt bis März laufen zu lassen, zieht nun die OPEC insgesamt mit dieser Überlegung nach. 
Der Zeitpunkt der Meldung ist nun natürlich günstiger, da Harvey langsam aber sicher aus den Nachrichten verschwindet. Dies ist ein stützender Faktor für die Ölpreise und soll wohl auch dazu dienen, evtl. Preisrutsche nach Harvey abzubremsen.
Zusätzlich sei laut Analysten die Quotentreue der am Deal beteiligten Länder im August gestiegen – von zuvor 92 Prozent auf nun 96 Prozent. Dieser Wert ist aus OPEC-Sicht ein Erfolg, schließlich hatte der Markt zuletzt immer stärker daran gezweifelt, dass die Länder ihre (nicht vertraglich verbindlichen) Zusagen einhalten werden und der Kürzungsdeal überhaupt Effekte hat.
Demgegenüber muss aber festgehalten werden, dass insbesondere die begrenzte Ölproduktion in Libyen momentan nur auf Force Majeure durch Milizangriffe beruht. Libyen ist zwar vom Deal ausgenommen, stand aber zuletzt immer wieder im Fokus, da das Land seine Produktion und den Export an Rohöl enorm gesteigert hatte.

Anzahl der US-Ölbohranlagen scheint unverändert

Der wöchentliche Baker Hughes-Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen zeigt dieses Mal einen unveränderten Wert. Jedoch ist auch bei diesem Bericht der Harvey-Effekt spürbar, da die vom Sturm betroffenen Bezirke in Texas keine Daten geliefert haben. Daher ist es nachvollziehbar, dass dem Bericht zu Beginn dieser Woche erst einmal keine Aufmerksamkeit seitens des Marktes geschenkt worden zu sein scheint.

Die Handelswoche im Überblick
Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:
Montag, 04.09.2017
•    Erzeugerpreisindex, Eurozone
Dienstag, 05.09.2017
•    Markit PMI, Eurozone
Mittwoch, 06.09.2017
•    Markit PMI, USA
•    Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA
Donnerstag, 07.09.2017
•    EIA Rohöl Lagerbestand
•    Bruttoinlandsprodukt, Eurozone
•    Arbeitsproduktivität und Lohnstückkosten, USA
•    EZB Statement und Pressekonferenz zur Zinssatzentscheidung
Freitag, 08.09.2017
•    Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung pendelt aktuell in einem engen Rahmen knapp unter 1,19 US-Dollar. Momentan beträgt der Kurs 1,1857 US-Dollar, der Referenzpreis der EZB für Freitag betrug noch 1,1920 US-Dollar.

Euro und EZB stehen in dieser Woche besonders im Fokus, da die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihre Zinssatzentscheidung bekannt geben wird. Zwar erwartet niemand etwas anderes als eine weitere Nullrunde, doch die Zwischentöne und Nebensätze der Statements in der abschließenden Pressekonferenz sind das, was auch in den vergangenen Wochen die Anleger am meisten interessiert hat.

Der sich zuspitzende Nordkorea-Konflikt nach dem offenbaren Test einer Wasserstoffbombe dürfte die Märkte in dieser Woche auch weiter beschäftigen. Anleger retten sich in sichere Währungen. Die USA haben Reaktionen angedeutet. Wie diese aussehen, könnte erheblichen Einfluss auf den Dollar und damit auch auf den Euro haben. 

Heizölpreisentwicklung

Die leichte Entspannung an den Ölmärkten nebst relativ stabilem Euro schlagen sich auch in den Heizölpreisen nieder. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,14 Cent pro Liter Heizöl. Freitag waren es noch 56,25 Cent. 
Ob es zu weiteren Preisnachlässen kommt, ist in der aktuellen Marktsituation schwierig zu sagen. Denn sollten die Schadensuntersuchungen nach Harvey ergeben, dass die Ölsituation in den USA noch länger angespannt ist, dürfte dies auch Einfluss auf die Heizölpreise haben. Außerdem ist das Handelsaufkommen heute Morgen deutlich geringer als normal. Auch der Eurokurs ist momentan kaum ein verlässlicher Indikator. Deswegen machen Sie sich mit einem baldigen Kauf von allen Spekulationen vollkommen unabhängig und sichern sich ein gutes Preisniveau.
Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.