Heizöl News: Langzeittief vorerst beendet

29. Januar 2020, Ricarda Altrichter

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Der Ölpreis zeigt erste Anzeichen für ein Ende der anhaltenden Abwärtsbewegung der vergangenen Tage. Die Auswirkungen des Coronavirus sind nun allmählich eingepreist. Die OPEC diskutiert über weitere Produktionskürzungen und das API meldet überraschend Ölbestandsabbauten. Heizöl ist heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • API: US-Rohölbestände überraschend gesunken
  • Brent bei 60,07 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 529,75 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1009 US-Dollar


Heizölpreisentwicklung 

  • Heizölpreis bei 62,30 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 62,30 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag lag der Heizölpreis bei 60,64 Cent pro Liter Heizöl. 
 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung 

Epidemiereaktion: OPEC diskutiert weitere Kürzungen
Produktions- und Exportausfälle in Irak und Libyen
OPEC+ beschließt Kürzungen bis Mitte 2020

Coronavirus senkt Ölnachfrage
US-Ölförderung auf Rekordniveau
US-Strafzölle gegen China bleiben vorerst bestehen
IEA, EIA und OPEC prognostizieren Überversorgung für 2020

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 60,07 US-Dollar. Der Vergleichswert von gestern betrug noch 59,24 US-Dollar, der Schlusspreis wurde am Dienstag bei 59,51 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 529,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 511,25 US-Dollar, der Schlusspreis gestern bei 525,00 US-Dollar. 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 29.01.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite
  

Die Preisentwicklung im Überblick 

Nachdem der Ölpreis zu Beginn der Woche wieder Verluste verzeichnete, blieb die Stimmung am Ölmarkt auch am Dienstagmorgen preissenkend. Die Marktteilnehmer sorgen sich um die Ölnachfrageentwicklung, solange sich das Coronavirus ausbreitet. Inzwischen wurden in China Metropolen abgeriegelt und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus scheinen zu fruchten. Der Dienstag zeigte, dass die negativen Auswirkungen des Coronavirus nun ihren direkten Einfluss auf den Ölpreis verlieren, da sie nach einer Woche der Kursverluste nun im Ölpreis berücksichtigt sind.

Am Dienstagvormittag bewegte sich der Ölpreis entsprechend der Grundstimmung zunächst weiter abwärts. Richtungsweisende Impulse fehlten, weshalb ein weiterer deutlicher Preissturz ausblieb und der Ölpreis sich oberhalb wichtiger Unterstützungen halten konnte.

Die Abwärtsbewegung beschleunigt die Verhandlungen der OPEC über weitere Kürzungen der Ölproduktion bis Mitte des Jahres. Dass die OPEC sich auf erneute Kürzungen einigt, wird immer wahrscheinlicher und damit stützt sie bereits jetzt den Ölpreis.

Am Nachmittag gab es eine Wendung auf den Aktienmärkten. Die Kurse bewegten sich in die Gewinnzone und gaben damit zu verstehen, dass es an der Zeit wäre, den Pessimismus der vergangenen Tage hinter sich zu lassen. Die Teilnehmer am Ölmarkt ließen sich mitreißen und nutzen die Verluste von über 10 Prozent, um Öl zu kaufen und auf demnächst wieder steigende Preise zu wetten. Schon damit bewirkten sie einen Kurswechsel und der Ölpreis beendete den Dienstag nach 6 Tagen abwärts gestützt von den Daten des American Petroleum Institute wieder mit einem Plus.

Die Abwärtsbewegung des Ölpreises stockt nun. Der Heizölpreis folgt ihm auf dem Fuße. Wer noch einen leeren Heizöltank zu füllen hat und die niedrigen Preise der vergangenen Tage verpasst hat, hat noch immer die Gelegenheit, einen moderaten Preis zu nutzen und sich von den möglicherweise anstehenden Preiserhöhungen unabhängig zu machen.  

Entwicklung Eurokurs 

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1009 US-Dollar, am Dienstagmorgen waren es 1,1022 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde für Dienstag bei 1,1021 US-Dollar festgesetzt. 

Aus den USA wurden gestern solide Konjunkturdaten gemeldet, was den Euro unter Druck setzte und zu Verlusten führte. Die Daten bilden einen intakten Immobilienmarkt ab, was für eine gute Stimmung unter Hausbesitzern und Verbrauchern spricht. Gut gelaunt geben sich die Verbraucher auch gern dem Konsum hin, was den Binnenverbrauch und damit den US-Dollar stützt. In der Folge gibt der Euro nach. Die Schwäche zeigte sich jedoch nur kurzfristig. Schon heute Morgen ist der Kurs wieder über der Marke bei 1,10 US-Dollar angekommen.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik 

  • API: Überraschende Abbauten der US-Ölbestände

Bei abnehmender Raffinerieauslastung steigen die Rohölvorräte und die aktuelle Winternachfrage sorgt für einen Abbau der Destillatvorräte. So war die Erwartung der Experten im Vorfeld der API-Daten. Das API belehrte sie jedoch eines Besseren und zeigte Abbauten der US-Ölbestände und kaum Aufbauten der Destillate an. Das könnte auf eine geringe Produktnachfrage hinweisen, doch die Marktteilnehmer ignorierten diesen Aspekt weitgehend.

Stattdessen konzentrierten sie sich auf die überraschenden Abbauten der Ölvorräte und somit überwog der stützende Effekt des API-Berichts. Deutliche Impulse ließen jedoch auf sich warten, denn nachdem das Department of Energy bereits vergangene Woche die Zahlen des API widerlegte, warten die Marktteilnehmer auch in dieser Woche auf die Daten des DOE, bevor sie sich deutliche Reaktionen erlauben.

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-05-290120 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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