Heizöl: Ölpreis gibt nach, Heizölpreise stabil

1. Februar 2019, Peter Dudda

Heizölpreise zum Wochenende stabil 01.02.19

Keine Ergebnisse bei den Verhandlungen zwischen den USA und China in Sachen Handelsstreit und eine deutlich gestiegene US-Ölförderung sorgen zum Wochenende für fallende Ölpreise. Die Heizölpreise zeigen sich vorerst stabil.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • US-Ölförderung: Marke von 12 Mio. Barrel pro Tag geknackt?
  • Dämpfer: Keine Aufhebung der US-Zölle gegen China in Sicht
  • US-Importstopp für Öl aus Venezuela
  • Brent bei 60,85 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 572,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1447 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 68,55 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Revolution in Venezuela und Sanktionen
 US-Ölbestandsveränderungen
 Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
 IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
 Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

 Keine Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China

EIA: US-Ölproduktion nach oben korrigiert
 Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
 Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen
 Öl-Nachfrage sinkt im Januar
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Am letzten Handelstag der Woche lag der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent bei 60,85 US-Dollar. Zum Donnerstagmorgen zog der Kurs noch auf 62,12 US-Dollar an. Verantwortlich zeichneten hier vor allem die Unklarheit über die Exportleistung Venezuelas. Der Schlusspreis lag am Donnerstagabend noch bei 60,48 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, hat ebenfalls nachgegeben und stand am Freitagmorgen bei 572,00 US-DollarAm Donnerstag lag der Preis noch bei 580,00 US-Dollar. Den gestrigen Tag beendete ICE Gasoil bei 584,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 01.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die zum Anfang der Woche einsetzende Aufwärtstendenz bei den Ölpreisen fand gestern zum späten Handel ihr jähes Ende. Noch am Mittwoch sorgten die Meldungen über nur knapp gestiegene US-Rohölbestände, den US-Importstopp von Rohöl aus Venezuela und damit die Unklarheit über die venezolanische Exportentwicklung für Preissteigerungen, welche sich bis zum Donnertagvormittag weiter durchsetzen.

Bis zum Freitagvormittag fallen die Ölpreise weiter. Verantwortlich zeichnet der Ausgang der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen China und den USA sowie Zahlen der Energy Information Administration (EIA), welche auf eine deutlich gestiegene US-Ölproduktion verweisen.

Im Tagesverlauf könnten die Heizölpreise damit wieder etwas nachgeben. Allerdings könnte der Euro deutlicheren Preisabschlägen einen Strich durch die Rechnung machen, da er im Vergleich zum Vortag wieder an Kraft verloren hat. Heizölverbraucher die jetzt Ihren Tank füllen müssen, sollten die Heizölpreisentwicklung über den Tag im Auge behalten und gegebenenfalls erst zum Abend Ihre Bestellung auslösen. Sollte es allerdings zu unerwarteten geopolitischen Entwicklungen, vor allem hinsichtlich der Revolution in Venezuela kommen, müssen wir zugleich auch warnen: Der aktuelle Ölpreisverfall könnte auch über die Heizölpreisentwicklung hinweggehen und die Heizölpreise stattdessen noch vor dem Wochenende wieder anziehen lassen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1447 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 1,1500 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Donnerstagnachmittag bei 1,1488 US-Dollar festgesetzt.

Für die Stärke des Euro zur Mitte der aktuellen Handelswoche zeichnete vor allem die von der US-Notenbank FED ausgegebene Wende in der US-Zinspolitik verantwortlich. Nachdem die FED den US-Leitzins im zurückliegenden Jahr schrittweise wieder anhob, soll nun erst einmal eine geduldigere Vorgehensweise dominieren.

Das der Euro aktuell nachgibt hat mehrere Gründe. Zum einem sorgen im Ergebnis gemischte Konjunkturdaten im Währungsraum für leichte Verluste, zum anderen setzten Händler auch einfach auf Gewinnmitnahmen. Zum Freitag wird ebenfalls ein durchwachsener Handel erwartet.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Revolution in Venezuela: Auswirkungen auf Ölmarkt verdichten sich
  • Handelsgespräche zwischen USA und China
  • Aktuelle Zahlen zur US-Ölförderung
     

Venezolanische Ölexporte sinken – vor allem in Richtung USA

Zum Anfang der Woche verkündeten die USA einen Importstopp von Rohöl aus Venezuela. Das krisengeschüttelte Land steht vor einem Regierungswechsel, doch der derzeitige Machthaber Nicolás Maduro will sein Amt als Regierungschef wohl nicht kampflos aufgeben. Die internationale Gemeinschaft fordert demokratische Neuwahlen und erhöht den Druck vor allem durch Wirtschaftssanktionen.

Venezuela verfügt über ausgesprochen große Ölvorkommen. Jahrelang konnte die  sozialistische Regierung den Staatshaushalt vor allem mit Einnahmen aus den Ölexporten finanzieren. Doch Korruption, Misswirtschaft und ausbleibende Investitionen in die Ölinfrastruktur, sorgten zuletzt für einen stetigen Rückgang der Exportleistung.

Ein wichtiger Abnehmer venezolanischen Öls ist die USA. Mit dem Importstopp bleibt Venezuela nun jeden Tag auf 500.000 Barrel Rohöl sitzen und muss sich andere Abnehmer suchen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn das venezolanische Rohöl kann aufgrund seiner Beschaffenheit nicht von jeder Raffinerie verarbeitet werden. Eine Vorbehandlung des Rohöls, welche den Abnehmerkreis deutlich erhöhen könnte, ist wiederum nur mit chemischen Produkten aus den USA möglich. Auch hier wurde der Export aus den USA umgehend gestoppt.

Woher die USA die ausbleibenden Lieferungen nun kompensieren wollen ist unklar. Zwar könnten die Saudis in die Bresche springen, doch die kürzen bekanntermaßen derzeit ihre Ölproduktion im Rahmen des OPEC-Förderkürzungsdeals und würden ihrem Ziel, das globale Ölangebot zu senken und damit die Ölpreise wieder etwas steigen zu lassen, klar wiedersprechen. Aufgrund des verringerten Angebots könnten die Ölpreise im Prinzip wieder steigen. Doch solange die US-Ölindustrie im frühjährlichen Wartungsmodus feststeckt, bleibt dieser eigentlich zu erwartende Effekt bisher (noch) aus.
 

Gespräche zwischen USA und China ohne fruchtbaren Ausgang

Der Ausgang der jüngsten Handelsgespräche zwischen China und den USA irritierte zum Abend die Märkte und sorgte für Druck auf die Ölpreise. Beide Parteien sprechen zwar von einer weiteren Annäherung, ohne jedoch konkrete Ergebnisse vorzuweisen. Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Wel, in dessen Folge sich beide Staaten mit einer Vielzahl von Strafzöllen überzogen haben, belastet seit Monaten das globale Wirtschaftswachstum. Da die Ölnachfrage stark abhängig von der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung ist, schauen die Märkte mit mehr als einem besonderen Augenmerk auf die Verhandlungen, die eigentlich eine zügige Beilegung der Differenzen zur Folge haben sollten.

 

EIA korrigiert Novemberzahlen zur US-Ölförderung nach oben

Den deutlicheren Impuls für fallende Kurse setzte allerdings die US-Energy Information Administration (EIA). In ihrer jüngsten Veröffentlichung verweist die Regierungsbehörde auf eine deutlich gestiegen US-Ölförderung. Diese soll im November bereits bei 11,9 Millionen Barrel pro Tag gelegen haben. Zuletzt vermeldete die EIA noch eine November-Förderung von etwas mehr als 11,7 Millionen Barrel pro Tag. Für die Märkte scheint es nun fraglich, was das für die Produktionsleistung im Dezember des letzten Jahres und die ersten Monate des neuen Jahres bedeutet. Unter zugrundenahme der Novemberzahlen, könnte die Marke von 12 Millionen Barrel bereits geknackt sein. Wie die Entwicklung tatsächlich ist, werden wir wohl erst in den nächsten Wochen erfahren.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,55 Cent pro Liter Heizöl. Gestern lag der Heizölpreis mit 68,53 Cent pro Liter Heizöl auf dem gleichen Niveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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