Ölpreise: Geht es weiter abwärts?

3. August 2015

Heizoelpreis gefallen 03082015

Die erneut gestiegene Anzahl von US Ölbohranlagen in Verbindung mit der hohen Ölförderung der OPEC und der Ankündigung einer schnellen Produktionssteigerung des Iran belasten momentan die Ölpreise. Die Heizölpreise werden zum Wochenstart leicht nachgeben.

Ölpreisentwicklung

Der europäische Ölpreisindex Brent markiert aktuell mit 51,73 US-Dollar ein neues 6-Monats-Tief. Nur im Januar war das Nordseeöl in diesem Jahr günstiger. Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt bei 484 US-Dollar pro Tonne.

Die Gasoil Notierung ist nicht im gleichen Umfang gesunken wie Brent. Sollte sich die Tendenz fallender Ölpreise fortsetzen, könnte hier zusätzliches Abwärtspotenzial frei werden.

Belastet werden die Ölpreise einerseits durch den am Freitag gemeldeten Anstieg bei der Anzahl aktiver Bohranlagen in den USA sowie durch Einschätzungen von Analysten, dass die OPEC ihre Produktion im vergangenen Monat erneut gesteigert hat.

Zusätzlich kündigte das iranische Ölministerium an, für die Umsetzung aller Maßnahmen des Atomabkommens nicht die maximale Zeit zu benötigen. Man rechne damit, dass die Sanktionen bereits Ende November aufgehoben werden könnten und die Ölproduktion dann innerhalb kürzester Zeit erheblich gesteigert werden sollte.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs liegt am heutigen Morgen knapp unter 1,10 US-Dollar und damit in etwa auf dem Niveau vom späten Freitagabend. In dieser Woche steht die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten an.  

Beachtung finden die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum sowie der ISM-Index, das amerikanische Pendent. Die Indizes weisen auf die Unternehmensstimmung in beiden Währungsräumen hin. Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit auf den PCE-Preisindex, das von der US Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß.

Am Devisenmarkt rechnet man noch in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung in den USA. Sollte sich die bisher vergleichsweise schwache Inflation beschleunigen, könnte diese früher kommen als bisher erwartet.

Dies würde wiederum den Euro belasten. Einige Analysten prognostizieren bereits, dass der Eurokurs in den nächsten Monaten sukzessive auf Paritätsniveau (ein Dollar = ein Euro) absinken könnte.

Da Öl und grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert eine nachgebender Eurokurs die Inlandspreise für Heizöl und Kraftstoffe.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreisentwicklung zeigt weiter abwärts. Sinkende Ölpreise bei einem weitgehend stabilen Eurokurs sorgen zu Wochenbeginn für Abschläge von bis zu einem Euro pro 100 Liter. Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Lieferung liegt dadurch unter 58 Cent pro Liter.

Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Ölpreise im Verlauf der Woche noch etwas nachgeben könnten. Es ist aber ähnlich wahrscheinlich, dass auch der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verlieren könnte. Dann würde sich der Heizölpreis nur wenig bewegen.

Grundsätzlich handelt es sich um einen günstigen Kaufzeitpunkt. Wer noch ausreichend Heizöl im Tank hat, kann aber auch spekulieren. Dabei sollte man die Preisentwicklung genau im Blick haben und erst dann  kaufen, wenn sich eine Gegenbewegung andeutet.

Unser Tipp: Nutzen Sie unsere Services für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung. Gerade wenn sich der Tankinhalt dem Ende zuneigt, können Sie so auch von kurzfristigen Preisnachlässen profitieren. Das Auf- und Ab der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigt, dass sich auch innerhalb einer Woche erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf ergeben kann.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise