Heizölpreis seit dem Wochenende auf Abwärtsbewegung

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Der Heizölpreis ist seit letztem Donnerstag um rund 2,60 Euro pro 100 Liter gefallen. Die Ölpreise sinken den sechsten Tag in Folge und haben damit wieder das Niveau von vor einem Monat erreicht. Viele Experten sprechen derzeit von einer stark auf den Ölpreis drückenden Stimmung.

Ölpreisentwicklung

Erwartungen spielen an den Ölbörsen eine sehr große Rolle. In diesem Jahr hatten beispielsweise viele Marktteilnehmer zuletzt mit einer Verknappung des Marktes aufgrund eines Rückgangs der US-Ölproduktionsanlagen gerechnet.

Diese Spekulation auf eine geringere Angebotsmenge hatte zur Folge, dass die Ölpreise seit Februar gestiegen sind. Aber gerade dieser Preisanstieg könnte nun zur Wiederbelebung vieler US-Ölförderungen geführt haben.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 48,40 US-Dollar je Barrel gehandelt. Die Notierung ist damit einen US-Dollar günstiger als am Vortag.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt derzeit bei rund 434 US-Dollar je Barrel.

Wie weitläufig erwartet, existierte in den letzten Monaten eine gewisse Verknappung am Ölmarkt. Grund dafür ist allerdings nicht der Rückgang der US-Ölförderanlagen, sondern die Produktionsausfälle in Kanada und Nigeria.

Da Kanada jedoch zeitnah wieder sein normales Produktionsniveau erreicht haben sollte, gehen Analysten aktuell davon aus, dass bald nicht mehr von einer Knappheit gesprochen werden kann.

Auch aufgrund des geringen Rückgangs der US-Ölproduktion, sind einige Marktteilnehmer der Meinung, dass sich spätestens Anfang des neuen Jahres wieder eine Überversorgung am Markt etablieren wird.

Dieser Prozess könnte sogar noch beschleunigt werden, wenn sich die politische Lage in Libyen und Nigeria beruhigen sollte.
Der einzige für einen Anstieg des Ölpreises sprechende Faktor sind die Zahlen zur amerikanischen Ölbestandsveränderung des Department of Energy (DOE) der USA.

Diese wurden gestern veröffentlicht und haben eine signifikante Differenz zu den Schätzungen des API, dem größten Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA, vom Vortag.

Insgesamt deutet das DOE um zehn Millionen Barrel geringere Vorräte an, als zunächst erwartet. Besonders deutlich ist das bei den geringeren Benzin Beständen erkennbar, die alleine bereits eine Differenz von fünf Millionen Barrel aufzeigen. Darin spiegelt die momentan hohe Kraftstoffnachfrage in den USA wider.

Diese Zahlen konnten gestern Abend jedoch nur kurzzeitig für einen Aufschwung sorgen.

Entwicklung Eurokurs

Nach den deutlichen Verlusten am Dienstag gelang es dem Eurokurs gestern sich wieder etwas zu erholen. Mittlerweile ist ein Euro wieder rund 1,127 US-Dollar wert.

Dabei wirkte ebenfalls stärkend für den Euro, dass die amerikanische Notenbank Fed gestern Abend den Leitzins der USA wie erwartet nicht verändert hatte.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, vergünstigt ein steigender Eurokurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt momentan rund 51,20 Euro pro 100 Liter Heizöl. Nach derzeitigem Stand ist es schwer eine Tendenz für den Heizölpreis zu erkennen. Marktexperten sind sich momentan nicht einig, ob der Preis sich bereits zeitnah unter den 50 Cent pro Liter Heizöl festsetzen wird oder ob demnächst wieder ansteigt.

Unsere Empfehlung lautet: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis weiterhin unter der 50 US-Dollar Marke bleibt oder wieder ansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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