Heizölpreis gibt kräftig nach - Ölpreise im Abwärtstrend

11. Dezember 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise geben am Dienstag deutlich nach  11.12.18

Die preissteigernde Wirkung der OPEC+-Kürzungsbeschlüsse hielt nur kurz an. Im nachrichtenarmen Umfeld gaben die Ölpreise gestern schnell wieder sichtbar nach. Allerdings ist der Euro-Höhenflug vorerst vorbei. Heizöl heute dennoch sichtbar günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Experten sehen stabilisierende Wirkung in OPEC+-Kürzungen
  • Ausfall des größten libyschen Ölfelds wegen Milizenangriffen
  • Devisenmarkt: Euro gibt nach Vertagung der Brexit-Entscheidung durch May nach
  • Brent bei 59,90 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 563,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1374 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 70,94 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC+ beschließt Förderkürzungen um 1,2 Mio. B/T
Kanada kürzt Ölförderung
USA und China machen Pause im Handelsstreit – vorerst
Buzzard-Ölfeld in der Nordsee abgeschaltet
Venezuela fördert alarmierend weniger Öl
Abschaltung des größten libyschen Ölfelds

IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus
Sanktionen gegen Iran

Iranische Ölexporte auf 5-Jahrestief
EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
Sondergenehmigungen der USA für iranisches Öl
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 59,90 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug noch 61,92 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 59,97 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 563,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 577,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 572,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 11.12.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Wie immer lässt sich dich aktuelle Tendenz am Ölmarkt besonders deutlich an der Gasoil-Notierung ablesen. Diese fiel noch bis zum heutigen Tagesstart sichtbar. Auch die Brent-Notierung zeigt, dass der Markt die Wirkung der am Freitag beschlossenen OPEC+-Kürzungen eher verhalten einschätzt. Gewinnmitnahmen bestimmten gestern das Bild, auch das nachrichtenarme Umfeld sorgte für mehr Binnenanalysen. Diese gehen momentan eher davon aus, dass die drohende Überversorgung 2019 durch 1,2 Mio. B/T weniger am Markt nicht eingedämmt werden kann.

Insbesondere die Bekräftigung Russlands, man brauche mehrere Monate für die Umsetzung der eigenen Kürzungen von 130.000 B/T, sorgte für Unmut. Dies wird eher als regulierende Ansage denn als technischer Fakt interpretiert. Russland war von Anfang an gegen neue Kürzungen und ließ sich nur nach zähen Verhandlungen auf einen Kompromiss ein.

Allerdings gibt es auch genug Experten, die in der neuen Kürzung ein durchaus langfristigeres, stabilisierendes Element sehen. Dennoch bleiben die aktuellen Prognosen führender Analysten, die einen Barrel Brent bei rund 70 Dollar in der ersten Jahreshälfte sehen, deutlich hinter vorherigen Prognosen zurück, die noch von 80 Dollar als Marke ausgegangen sind.

Der Höhenflug des Euro ist heute Morgen vorerst vorbei. Grund dafür war die Entscheidung der britischen Premierministerin May, die für heute geplante Brexit-Abstimmung im Parlament zu verschieben und sich erst einmal mit Brüssel zu verständigen.

Damit haben wir praktisch die umgekehrte Ausgangslage zu gestern: Die Ölpreise sind sichtbar gefallen, der der Euro aber leider auch. Dadurch werden Kostenvorteile zumindest minimiert. Dennoch ist Heizöl heute günstiger und die Gelegenheit für den Heizölkauf günstig. Sichern Sie sich also vor Weihnachten noch einmal das möglicherweise beste Preisniveau der Woche.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1374 US-Dollar, Montag um die gleiche Zeit waren es 1,1426 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1425 US-Dollar festgesetzt.

Mit der vertagten Brexit Entscheidung will Großbritanniens Premier May erst einmal Ordnung in das Chaos aus Befürwortern, Gegnern, neuem Urteil des Europäischen Berichtshof und dem Gegenwind im EU-Rat bringen.

Doch diese Vertagung ist auch ein Zeichen von tiefer Unsicherheit und drohender Instabilität, wie es vom Markt auch direkt so gelesen wird. Es mehren sich die Stimmen, die ein zweites Brexit-Referendum verlangen und damit die ganze Angelegenheit zu Grabe tragen. EU-Ratspräsident Tusk vermeldete über Twitter, dass man außerdem keinen neuen Deal aushandeln werde.

Das britische Pfund verlor gestern deutlich an Wert und zog den Euro in der Folge mit sich. Das ergibt auch Sinn, denn an den Brexit (oder eben dessen Abschaffung) ist in hohem Maße auch der Stabilitätseindruck der Europäischen Union gekoppelt.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • OPEC-Kürzungen: Preisrallye vorerst unwahrscheinlich

Ob und in welchem Umfang die angestrebten OPEC+-Kürzungen von 1,2 Mio. B/T von Januar bis April 2019 eine stabilisierende Auswirkung auf die Ölpreise haben, ist natürlich bis jetzt nur Kaffeesatzlesen. Insbesondere die Nachfrageentwicklung rückt mit den neuen Zahlen wieder stärker in den Fokus. Trotz der gerade bestehenden „Waffenruhe“ im Handelsstreit zwischen China und USA gehen die meisten Analysten davon aus, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und die Strafzölle weiterhin das Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene beschränken. Zudem wird zum Januar ein saisonal typischer Nachfrageeinbruch prognostiziert. Darum könnte sich hier sehr deutlich zeigen, dass die Kürzungen doch nur einen sehr geringen Effekt haben.

Denn auch im Januar dürfen Marktgegengewichte wie die USA nicht davon absehen, die freiwilligen Beschränkungen der OPEC durch eigene höhere Förderungen auszugleichen. Erst im beginnenden zweiten Quartal 2019 sehen Analysten wirkliche Wirkungen, weil etwa Russland bis dahin seine Kürzungsvereinbarungen umgesetzt haben will. Doch Ende April läuft der Deal schon wieder aus.

Da sich aber die OPEC-Staaten im April zu einer neuen (beschlussfähigen) Konferenz treffen wollen, ist aktuell davon auszugehen, dass sie die kommenden vier Monate als Testballon und Lackmustest für das mittelfristige weitere Vorgehen interpretieren. Diesen Gedankengang haben wohl auch Experten, die sich mit einer leichten Preissteigerung des Brentpreises in der Gegend von 70 Dollar tragen.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,94 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es anfänglich noch 73,40 Cent, zum Nachmittag bereits nur noch 71,79 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

Nico Bergau - Leiter Onlinehandel

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

kontakt-heizoelnews@total.de

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