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Heizölpreis: Rohölpreise sinken, Heizöl günstiger

6. Mai 2019, Peter Dudda

Der Heizölpreis sinkt nach dem Wochenende durch sinkende Rohölpreise

Paukenschlag im Handelsstreit zwischen China und den USA: Trump geht in die Offensive und setzt unerwartet eine Verschärfung der Strafzölle in Aussicht. Die Ölnachfrage gerät damit unter Druck und die Ölpreise geben nach. Die Heizölpreise geben nach.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Handelskonflikt zwischen China und USA flammt unerwartet wieder auf
  • Russland liefert scheinbar wieder sauberes Öl nach Europa
  • US-Sanktionen: Indien hofft auf weitere Ausnahmen
  • Anzahl aktiver US-Bohranlagen stabilisiert sich
  • Brent bei 69,33 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 632,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1194 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 71,70 Euro / 100L

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
 Offene Kämpfe in Libyen
 Sichtbare Aufhellung der Konjunkturstimmung
 OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres beschlossen
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

 Neue Zölle in Handelsstreit China / USA möglich
US-Präsident fordert höhere OPEC-Produktion
 US-Schieferölboom zeichnet sich ab
 Russland deutet Produktionssteigerung an
 Kanada und Brasilien fördern wieder mehr Öl


 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart bei 60,93 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 70,73 US-Dollar, der Schlusspreis wurde vor dem Wochenende bei 70,76 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Montagmorgen bei 632,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 640,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 642,75 US-Dollar.
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 06.05.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nach einem eher ruhigen Handel am Freitag zogen die Ölpreise kurz vor dem Wochenende noch einmal an. Zum Start der neuen Woche zeichnet sich jedoch ein Preiseinbruch ab. Erreichte der Ölpreis noch kurz nach Ostern im Bereich von 75 US-Dollar seinen Jahreshöchststand, ging es in der letzten Handelswoche insgesamt weiter bergab. Zum Wochenauftakt wurde die psychologisch wichtige 70 US-Dollar-Marke bereits wieder unterschritten.

 Zwar ist die stabile Versorgungslage nach wie vor durch die US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela, die drohenden Lieferausfälle aus Libyen  sowie die zurückgehende Ölförderung der USA und einiger OPEC-Länder angespannt, doch gemessen am Verhalten der Handelsplätze zeichnet sich angesichts dieser Situation ein gegenläufiges Szenario.

So setzte man an den internationalen Ölbörsen in den vergangenen Tagen beim kleinsten Kursanstieg direkt auf Verkäufe und damit auf Gewinnmitnahmen, was in der Folge ein stetes Abflauen der Ölpreise zur Folge hatte. Mit der Meldung im Wochenvergleich stark gestiegener US-Rohölbestände vom vergangenen Mittwochabend, wurde der Abwärtstrend weiter verstärkt. Der Bestandsanstieg von knapp 10 Millionen Barrel Rohöl im US-Markt spricht schließlich deutlich gegen eine Verknappung der Rohölverfügbarkeit.

Doch rein faktisch bleibt die Gefahr bestehen: Zwar können die von der USA herbeigeführten Lieferausfälle des Irans durch die noch vorhandenen Förderreserven des US-Verbündeten Saudi Arabien kompensiert werden, doch die sich abzeichnenden Lieferausfälle aus Libyen (Bürgerkrieg) und Venezuela (ebenfalls US-Sanktionen und dazu marode Wirtschaft) könnten eine Versorgungslücke zu Tage fördern. Mit diesem Zustand leben die Märkte nun schon mehrere Wochen, eine Art Gewöhnungseffekt scheint eingesetzt zu haben. Mit neuen Preisanstiegen kann damit wohl erst dann gerechnet werden, wenn die Lieferausfälle aus diesen Ländern tatsächlich physisch auftreten. Vor allem die Bestandsentwicklung am US-Ölmarkt, sollte in diesem Zusammenhang in dieser Woche im Auge behalten werden.

Am Montagmorgen dominiert das Verhalten von US-Präsident Donald Trump die Kurse. Trump will nach eigenem Bekunden, gewohnt via Nachricht auf Twitter, die Strafzölle im Handelsstreit gegen China unerwartet wieder anziehen. Insgesamt könnte eine Handelsvolumen von 325 Milliarden US-Dollar mit einem Strafzoll von 25% belegt werden. Das könnte negative Folgen für die Weltwirtschaft insgesamt und damit die globale Ölnachfrage haben. Ursprünglich deutete noch vieles auf eine Einigung im nun schon über seit einem Jahr anhaltenden Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hin. Doch Trump gehen die Verhandlungen zu langsam voran, einem Nachverhandlungswunsch seitens der Chinesen erteilt er mit seiner aktuellen Intervention eine klare Absage. An den Ölmärkten reagiert man mit deutlich fallenden Preisen. 

Heizölverbraucher können sich zum Wochenstart also erst einmal freuen. So befindet sich der durchschnittliche Heizölpreis weiter jenseits seines Jahreshöchststands zur Osterzeit, wenn auch ein weiter schwacher Euro den Preis insgesamt aus Käufersicht weiter negativ belastet. Gemessen an den weiter bestehenden Unsicherheiten an den internationalen Ölmärkten empfehlen wir dennoch weiterhin, sich von allen Unwägbarkeiten unabhängig zu machen und den Heizölkauf möglichst bald auszulösen. Das gilt vor allem dann, wenn sich der Heizölvorrat dem Ende zuneigt.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Wochenstart kostete die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1194 US-Dollar, am Freitagmorgen waren es noch 1,1167 US-Dollar US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt am Freitagnachmittag bei 1,1155 US-Dollar festgesetzt.

Mit der Veröffentlichung von positiven US-Arbeitsmarktdaten am Freitag hätte der Euro eigentlich deutlich unter Druck geraten müssen. Da zugleich die US-Regierung offen den Aufstand gegen die Zinspolitik der eigenen Notenbank FED probt, kann sich die Gemeinschaftswährung jedoch behaupten. So fordert die US-Administration eine Absenkung des Zinsniveaus, was konträr zur FED-Politik der letzten Jahre mit stetigen Zinsanhebungen steht. Der US-Dollar wird entsprechend belastet, der Euro profitiert.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Wieder sauberes Öl aus Russland
  • Indien setzt auf die Gutmütigkeit der USA
  • US-Bohranlagen stabilisieren sich
     

Russland: Öllieferungen nach Europa wieder sauber

In den letzten beiden Wochen hatten mehrere osteuropäische Staaten, zudem auch Deutschland, ein Teil der Ölimporte aus Russland gestoppt. Betroffen waren alle Lieferungen die über die sogenannte Druzhba-Pipeline abgewickelt werden. Auslöser waren Verunreinigungen des Öls, die eine Weiterverarbeitung in den Raffinerien der Abnehmerländer unmöglich machte. Meldungen zufolge soll Weißrussland, Transitland für den russischen Ölexport gen Westen, nun wieder sauberes Öl über die betroffene Pipeline erhalten haben. Der oder die Auslöser für die Verunreinigungen sind derzeit noch unklar und Gegenstand staatlicher Ermittlungen des russischen Energieministeriums. In Polen war die Lage aufgrund des Lieferstopps derart angespannt, dass Meldungen zufolge sogar die staatlichen strategischen Reserven für die Aufrechterhaltung des Raffineriebetriebes angezapft werden mussten.
 

US-Sanktionen gegen Iran: Abnehmer Indien will mehr Zeit

Die US-Sanktionen gegen den Ölsektor Irans sind in ihrer jetzigen Form nun schon seit Ende des letzten Jahres in Kraft. Bisher konnten noch acht Staaten von einer Ausnahmeregelung der USA profitieren und weiter iranisches Öl importieren. Diese Genehmigung ist seit dem 02. Mai erloschen und nicht verlängert worden. Von der Ausnahme profitierte auch Indien, welches sich nun nach anderen Importeuren umschauen muss. Das gestaltet sich scheinbar nicht so einfach. Nach Meldungen soll das Thema nun bis in die höchste Regierungsebene Indiens vorgedrungen sein. So soll die indische Außenministerin Swaraj direkt bei ihrem US-Amerikanischen Amtskollegen Pompeo Flexibilität von den USA erbeten haben, wenn es um die Einfuhren von iranischen Öl geht. Von US-Außenminister Pompeo selbst gibt es noch kein offizielles Statement. Sollte sich die indische Regierung nicht gegen die USA durchsetzen können, könnte das einen negativen Einfluss auf den derzeit stattfindenden Wahlkampf der indischen Regierungspartei bedeuten.
 

Anzahl aktiver US-Bohranlagen insgesamt rückläufig

Die Investitionen in der US-Schieferölindustrie scheinen weiter rückläufig. Seit Jahresbeginn ist die Anzahl der aktiven Bohranlagen um knapp 8% auf nun mehr 807 Anlagen gesunken. Das belegen Zahlen des industrienahen Baker Hughes Instituts. Zwar konnte im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Zuwachs um 2 Anlagen vermeldet werden, doch der Trend zeigt in der Rückschau eindeutig nach unten. Hintergrund für den Rückgang könnten die fehlenden Logistikkapazitäten in den USA sein. Es wird für Öl-Unternehmen immer schwieriger, Öl von den Förderquellen abzutransportieren. Erst in der zweiten Jahreshälfte kann hier Entspannung erwartet werden, dann sollen verschiedene Pipeline-Projekte abgeschlossen werden. Sollte sich der Negativ-Trend fortsetzen, kann mit einem schwächeren Wachstum der US-Ölförderung in den nächsten sechs bis neun Monaten gerechnet werden.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,70 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag lag der Heizölpreis noch bei 72,52 Cent und am Wochenende bei 72,09 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Peter Dudda - Autor

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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