Heizölpreis sinkt, Ölpreise mit Abwärtspotenzial

15. September 2016,

Heizoelpreis sinkt 150916

Die Ölpreise sind gestern deutlich gesunken und ziehen damit auch die heutigen Heizöl Tagespreise nach unten. Mit etwas über 49 Cent pro Liter erreichen die Heizölpreise den Bereich der Tiefstände aus den letzten vier Wochen. Die Ölpreise haben durchaus noch Abwärtspotenzial, zumindest nach der nun korrigierten Markteinschätzung vieler Analysten.

Ölpreisentwicklung

Nach den belastenden Marktberichten aus den vergangenen Tagen gerieten die Ölpreise gestern unter Druck. Immer mehr Analysten gestehen sich ein, die Marktlage in den letzten Monaten nicht richtig eingeschätzt zu haben.

Nun wurde die Erwartung an das Wachstum der Ölnachfrage nach unten und gleichzeitig die Produktionsprognosen nach oben korrigiert. Weniger Nachfrage bei mehr Angebot spricht dafür, dass die Überversorgung am Ölmarkt wohl länger Bestand haben wird als bisher angenommen. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird heute Morgen bei 46 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit liegt der Ölpreis Brent fast zehn Prozent unter dem Monatshoch aus der letzten Woche.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell mit 407 US-Dollar je Tonne notiert. Das sind 20 US-Dollar weniger als noch vor einer Woche.

Immer mehr Analysten korrigieren aktuell ihre Ölpreis-Prognosen nach unten. Das liegt in erster Linie daran, dass man die Entwicklung der Ölproduktion außerhalb der OPEC deutlich unterschätzt hatte.

Durch die zunehmende Effizienz bei der Ölproduktion wurde es möglich, Öl auch bei niedrigeren Ölpreisen wirtschaftlich zu fördern. Umstrukturierungen machten eigentlich teure Projekte auch bei Preisen unter 50 Dollar rentabel.

Genau das lässt auch die Skepsis gegenüber Produktionsbeschränkungen seitens der OPEC wachsen. Mit einer Preissteigerung würde die Ölförderung außerhalb der OPEC zunehmend wirtschaftlicher, weshalb Ölpreise über 50 Dollar in den nächsten Monaten nicht sehr wahrscheinlich sind.

Daneben liegen mit dem Iran, Libyen und Nigeria drei OPEC Mitglieder weit hinter ihren angestrebten Produktions- und Exportmengen. Diese Länder werden einer Begrenzung der Förderung auf aktuellem Niveau kaum zustimmen.

Aus Libyen kommen aktuell positive Signale hinsichtlich wachsender Ölexporte. Die wichtigsten Ölhäfen Libyens waren seit Jahren nicht in der Lage ihre Exportkapazität umzusetzen. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen und Blockaden.

Nun haben sich die Regierung und eine Gruppierung welche die Häfen kontrolliert darauf geeinigt, dass man kooperieren und die Exporte schnell steigern wolle. Das Angebot an libyschem Rohöl solle sich dadurch in den nächsten Wochen mehr als verdoppeln.

Da man sich auch in Nigeria auf eine Waffenruhe geeinigt hat, könnte das Angebot am Ölmarkt allein durch diese beiden Länder um über eine Million Barrel pro Tag steigen. Die Prognose für die gesamte OPEC Produktion lag bisher bei rund 33 Millionen Barrel pro Tag, wobei kaum jemand mit einer Produktionssteigerung in Libyen und Nigeria rechnete.

Angesichts dieser Situation konnte auch die überraschende Entwicklung der amerikanischen Ölbestände nur kurzzeitig zu einem Anstieg der Ölpreise führen. Gestern meldete das DOE (Department of Energy, US Energieministerium) erneute Abbauten bei den US Rohölbeständen.

Trotz gestiegener Importe und einer gesunkenen  Auslastung der Raffinerien sind die Rohölbestände in den USA gesunken. Tropensturm Hermine war vergangene Woche dafür verantwortlich, dass die Öl-Lagerbestände so stark zurückgegangen sind, wie seit 30 Jahren nicht mehr. 

Durch den Sturm konnten Tankschiffe nicht entladen werden, was zu einem Einbruch der Ölimporte führte. Nun rechnete man mit deutlich steigenden Beständen, da die wartenden Öltanker entladen werden und die Importe damit nachgeholt werden.

Der nun gemeldete weitere Bestandsrückgang ist für viele Marktteilnehmer ein Rätsel. Da es nicht am Verbrauch sondern an den fehlenden Importen lag, müssten die Mengen folglich  in den nächsten Wochen den Bestand erhöhen, was die Ölpreise potenziell belastet.

Daneben enthielt der DOE Report weitere belastende Faktoren. Die Produktbestände sind deutlich gestiegen, wodurch die Gesamtvorräte (Rohöl und Produkte) annähernd die Rekordniveaus von vor zwei Wochen erreichten.

Zusammengefasst spricht derzeit wenig für steigende Preise an den Ölbörsen. Im Gegenteil, es besteht durchaus Potenzial für einen weiteren Rückgang der Ölpreise.

Entwicklung Eurokurs

Der Wechselkurs des Euro bleibt weiter unverändert. Seit einer Woche ist ein Euro zwischen 1,122 und 1,127 US-Dollar wert. Kommende Woche entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren geldpolitischen Kurs, was zu mehr Bewegung beim Eurokurs führen könnte.

Ein höherer Leitzins würde den US-Dollar für Anleger attraktiver machen und stützt damit den Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der durchschnittliche Heizöl Tagespreis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt heute Morgen wieder unter 50 Cent pro Liter. Wir halten es aktuell noch für gut möglich, dass der Heizölpreis in den nächsten Wochen weiter sinkt. In dieser Woche sind deutlichere Preisrückgänge eher unwahrscheinlich.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir daher auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar. Zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage dann erfahrungsgemäß deutlich an.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.