Heizölpreis sinkt wieder

5. November 2015

Heizoelpreis-gefallen-05-11-2015

Nach dem kräftigen Anstieg in der ersten Wochenhälfte sinkt der Heizölpreis heute wieder. Die offiziellen Daten zu den amerikanischen Ölbeständen zeichneten ein anderes Bild als die Vorabschätzung, wodurch die Ölpreise wieder nachgaben. Keine Entlastung kommt dagegen vom Eurokurs.

Ölpreisentwicklung

Nach dem deutlichen Anstieg der Ölpreise zu Wochenbeginn tendierten Händler am Ölmarkt zu Gewinnmitnahmen. Begünstigt wurde der Verkaufsdruck durch die offiziellen US Ölbestandsdaten des DOE (United States Department of Energy - Energieministerium der Vereinigten Staaten).

Insbesondere die Entwicklung bei den Produkten belastete dabei die Ölpreise. Zum Beginn der Heizsaison liegt der Fokus der Händler bei den  Destillatebeständen, also Heizöl und Diesel. Diese nahmen deutlich geringer ab, als zuvor prognostiziert. Sowohl die Nachfrage nach Heizöl als auch die Nachfrage über alle Produkte hinweg hat in der vergangenen Woche abgenommen.

Hinzu kommt die überraschend gestiegene US Ölförderung. Da die Anzahl der aktiven Bohranlagen gesunken ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Produktivität der eingesetzten Anlagen steigt und die Förderung trotz einer sinkenden Anzahl von Anlagen wieder zunimmt. Zu Wochenbeginn sorgte die erneut gesunkene Anzahl aktiver Ölbohranlagen noch für Kaufimpulse und einem damit verbundenen Anstieg der Ölpreise.

Die Produktion und die Verarbeitung in den USA sind also gestiegen und die Vorräte liegen noch deutlich über dem Durchschnittsniveau der letzten fünf Jahre. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage in den USA momentan ab und der kommende Winter soll durch den Klimaeffekt El Nino vergleichsweise mild ausfallen, was auch für ein geringeres Wachstum der Heizöl-Nachfrage spricht.

Angesichts der anhaltenden Überversorgung und dieses Ausblicks folgte gestern auf den deutlichen Anstieg der Ölpreise die Gegenbewegung. Der europäische Ölpreis-Index Brent liegt aktuell bei 48,69 US-Dollar pro Barrel und die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil bei 456 US-Dollar pro Tonne. Die Notierungen sanken damit um etwa vier Prozent.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro steht weiter unter Druck. Durch schwache Daten der deutschen Industrie hat der Euro seinen Abwärtskurs vom Vortag fortgesetzt. Ein Euro ist aktuell weniger als 1,09 US Dollar wert, der tiefste Stand seit drei Monaten.

Da Öl grundsätzlich in US Dollar gehandelt wird, verhindert der schwache Euro einen deutlicheren Preisrückgang beim Heizöl. Allerdings sorgt der feste US Dollar auch für starken Gegenwind bei den jüngsten Preisrallyes am Ölmarkt, da das Öl für Investoren außerhalb des USA teurer wird.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis sinkt im bundesweiten Durchschnitt etwa 70 Cent pro Liter. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet 58,58 Euro pro 100 Liter. Insbesondere im Südwesten Deutschlands bleibt die Versorgungslage kritisch.

Durch das Niedrigwasser des Rheins ist die Schiffsversorgung von Raffinerien und Lagern zum Erliegen gekommen. Durch die knappe Verfügbarkeit von Heizöl ist hier mit deutlich längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch etwas warten kann, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.