Heizölpreis spring auf neues Jahreshoch

17. Mai 2016

Heizoelpreis steigt 170516

Der Heizölpreis springt heute Morgen deutlich über die 50 Cent-Marke. Ein Liter Heizöl kostet im Durchschnitt fast 52 Cent, ein neues Jahreshoch. Anhaltende und auch neue Produktionsausfälle lassen die Ölpreise im Moment deutlich steigen.

Ölpreisentwicklung

Nach der kurzen Schwächephase zu Beginn des Monats Mai kennt die Ölpreisentwicklung seit über einer Woche nur eine Richtung – aufwärts. Die Ölpreise erreichten bereits am gestrigen Feiertag einen neuen Jahreshöchststand und geben zum heutigen Handelsstart nur geringfügig nach.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 48,65 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei 432,25 US-Dollar je Tonne. Die Ölpreise sind damit im Verlauf einer Woche um über zehn Prozent gestiegen.

Mit den anhaltenden Waldbränden in Kanada, der Stilllegung einer Bohrplattform im Golf von Mexiko und den Exportproblemen in Nigeria, Venezuela und Libyen, haben die Produktionsausfälle ein mehrjährigen Höchststand erreicht.

Analysten und große Institutionen am Ölmarkt haben mittlerweile ihre Preisprognosen für das laufende Jahr deutlich nach oben korrigiert. So hatte beispielsweise Goldman Sachs im April noch Ölpreise zwischen 40 und 45 US-Dollar für die zweite Jahreshälfte vorhergesagt. Da die zahlreichen Produktionsausfälle die Überversorgung zuletzt in eine Unterversorgung umgewandelt hätten, rechnet die Investmentbank nun mit einem Aufwärtspotenzial bis über 50 Dollar.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) und das amerikanische Amt für Energiestatistik (EIA) sehen in ihren aktuellen Monatsberichten den Prozess hin zu einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage beschleunigt.

Nachfrageseitig müssten die Prognosen für den Verbrauch in den USA und China, den beiden Nationen mit dem mit Abstand größten Ölverbrauch, nach oben angepasst werden. Auf der Angebotsseite bestehen zunehmende Risiken. Zwar steigt die Ölförderung der OPEC, aber auch die Produktionsauslastung. Weitere Ausfälle können in der Folge kaum noch kompensiert werden.

Aus Kanada gab es letzte Woche bereits Entwarnung, als die Feuer von wichtigen Ölanlagen abdrehten und Regenfälle die Löscharbeiten erleichterten. Allerdings dreht sich die Lage nun wieder und die Waldbrände bedrohen die kanadische Ölindustrie erneut. Ölexporte sind weiterhin nur eingeschränkt möglich.

Besonders die USA, die mit rund 75 Prozent der größte Abnehmer kanadischen Rohöls sind, leiden unter der fehlenden Menge von rund einer Million Barrel pro Tag. Daher werden die amerikanischen Ölbestandsdaten in den Fokus der Händler rücken. Aufgrund der Waldbrände und der Schließung einer Ölbohrplattform im Golf von Mexiko wird mit deutlichen Abbauten bei den Rohölbeständen gerechnet.

Daneben werden vermutlich auch die Daten zur amerikanischen Ölproduktion im DOE Bericht Beachtung finden. Laut dem Baker Hughes Report vom vergangenen Freitag, ist die Zahl der aktiven Förderanlagen in den USA mit 10 Anlagen vergleichsweise deutlich gesunken. Demnach wären noch 318 Anlagen in Betrieb. Zum Vergleich, vor einem Jahr waren es 894 aktive Förderanlagen.

Für die weitere Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 17.05.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Verbraucherpreis-Index USA

Mittwoch, 18.05.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Verbraucherpreis-Index Eurozone
  • Protokoll Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed

Donnerstag, 19.05.2016

  • Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung des EZB Rates

Freitag, 20.05.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist aktuell etwas mehr als 1,13 US-Dollar wert. Am Finanzmarkt werden heute voraussichtlich die  Inflationsdaten aus den USA in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. Die bisher eher verhaltene Inflation gilt als einer der Gründe Grund, warum die US-Notenbank Fed bisher mit einer Fortsetzung ihrer Ende 2015 gestarteten Zinswende zögert.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt etwa 52 Cent pro Liter Heizöl. Nach dem deutlichen Anstieg der Ölpreise am gestrigen Feiertag erreicht heute auch der inländische Heizölpreis ein neues Jahreshoch.

Aufgrund der anhaltenden Produktionsausfälle deutet kaum etwas auf einen zeitnahen Rückgang der Ölpreise hin. Im Wochenverlauf deutlich sinkende Heizölpreise wären damit eher überraschend. Aus aktueller Sicht ist damit zu rechnen, dass sich der Heizölpreis über der 50 Cent Marke stabilisiert.

Schwankungen von ein bis zwei Cent pro Liter Heizöl sind aber immer möglich. Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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