Heizölpreis steigt durch Euro Verluste

23. Oktober 2015

Heizoelpreis gestiegen 23-10-2015

Der Euro hat in Folge der Ankündigungen der Europäischen Zentralbank über zwei Cent gegenüber dem US Dollar verloren. Dadurch werden die Heizölpreise heute deutlich steigen.

Ölpreisentwicklung

Die Europäische Zentralbank EZB stellte gestern eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember in Aussicht.  Mit der höheren Liquidität steigt auch die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer um die zusätzliche Liquidität unterzubringen. Spekulationen in Öl und Aktien werden attraktiver. So folgten die Ölpreise dann auch den steigenden Aktienmärkten.

Der europäische Ölpreis-Index Brent notiert für Dezember Lieferungen aktuell bei 48,35 US-Dollar pro Barrel. Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt bei 450,25 US-Dollar pro Tonne.

Neben den geldpolitischen Entscheidungen beeinflussten gestern auch die amerikanischen Ölbestandsdaten die Ölpreisentwicklung. Dabei waren es weniger die enormen Bestandsaufbauten beim Rohöl, als vielmehr die gestiegene Produktnachfrage, die bei den Händlern besondere Beachtung fand.

Die gestiegene Nachfrage nach den Produkten wurde im Gegensatz zu den Bestandsaufbauten beim Rohöl so nicht erwartet. Der Bedarf an Produkten wie Benzin und Heizöl liegt den Daten des DOE (Departement of Energy) deutlich über dem Vorjahresniveau. Das begründet auch die Kursgewinne der Produktnotierungen wie ICE Gasoil.

Für heute rechnet man jedoch nicht mit  einem weiteren Anstieg der Ölpreise. Zum einen stiegen die amerikanischen Bestände insgesamt betrachtet weiter und die Wartungsarbeiten an den Raffinerien sind noch nicht vorbei. Aber auch die Tatsache, dass der weichere Euro das in Dollar gehandelte Öl verteuert, macht neue Käufe für hiesige Investoren unattraktiver.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist durch die Ankündigungen der EZB regelrecht eingebrochen. Aktuell ist ein Euro noch 1,1125 US Dollar wert. Zeitweise fiel der Euro auch unter die 1,11 US-Dollar Marke, konnte sich aber wieder etwas stabilisieren. Dennoch liegen die Verluste im Bereich von zwei Cent.

Um die gegen die niedrige Inflation und weitere wirtschaftliche Risiken anzukämpfen, stellte die EZB gestern eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember in Aussicht. Es ist zwar noch offen welche Instrumente gewählt werden, dass etwas passieren dürfte, ist aber für die meisten Finanzmarktexperten klar.

Wahrscheinlich ist, dass die EZB das Anleihekaufprogramm verlängern wird. Aber auch die vom EZB Chef Mario Draghi ins Spiel gebrachte weitere Senkung des Einlagensatzes für geschäftliche Anleger belastet den Eurokurs.

Im weiteren Tagesverlauf werden die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone veröffentlicht. Diese geben Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung der Eurozone im Oktober. Weitere Verluste beim Euro sind nicht auszuschließen.

Heizölpreisentwicklung

Rechnet man die Euroverluste auf den in Dollar gehandelten Ölpreis Brent um, ergibt sich ein Preisanstieg von ca. 75 Cent. Dieser findet sich auch in etwa im Niveau der aktuellen Heizölpreise wieder.

Der Heizölpreis für eine 3000 Liter Standard Lieferung steigt im bundesweiten Durchschnitt auf über 55 Cent pro Liter Heizöl. Abhängig von der weiteren Entwicklung des Eurokurses, sind geringe Nachlässe vor dem Wochenende theoretisch möglich, da bei den Ölpreisen mit einer Gegenbewegung auf die gestrigen Kursgewinne zu rechnen ist.

Händler nutzen den Preisanstieg in der Regel, um sich vor dem Wochenende durch Verkäufe von risikoreichen Postionen zu trennen und Gewinne zu realisieren. Aber auch bei  55 Cent pro Liter handelt es sich um einen günstigen Kaufzeitpunkt für Heizöl, vor allem wenn der Heizöltank fast leer ist. Durch die stark zunehmende Nachfrage nach Heizöl kann es bereits jetzt regional zu längeren Lieferzeiten kommen.

Wer noch etwas warten kann, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.