Saudi-Arabien will Ölpreise mit aller Macht stützen: Ölpreise dennoch günstiger

4. Juni 2019, Felix Schmidt

Heizölpreis weiter in Abwärtsbewegung - 04.06.2019

Praktisch erwartbar hat sich Saudi-Arabien mit der Aussage zu Wort gemeldet, man wolle die Ölkurse um jeden Preis stützen. Das bremste zwar die Abwärtsbewegung, hielt sie aber nicht auf. Zusätzlich legte der Euro sichtbar zu und senkte damit den Heizölpreis für inländische Käufer noch einmal.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Saudi-Arabien will Ölpreise stabilisieren – mit aller Macht
  • DOE gibt grünes Licht für mehr „freedom gas“ und zeigt damit die Bewertung der US-Öl- und Gasbranche
  • Devisenmarkt: Spekulationen zu möglicher Leitzinssenkung in den USA treibt Euro
  • Brent bei 60,97 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 556,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,125 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 66,50 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

  Ölproduktion in der Nordsee nimmt ab
  Atomabkommen: Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich
  Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
OPEC+ Kürzungen werden möglicherweise verlängert

Kämpfe in Libyen

Verringerte Auslastung asiatischer Raffinerien
Neue Zölle in Handelsstreit China / USA
 US-Schieferölboom zeichnet sich ab
 Produktionssteigerung in USA, Russland, Kasachstan und Irak

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 60,97 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug 61,26 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 60,80 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 556,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 562,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 561,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 04.06.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

An den Unterschieden zwischen den gestrigen Tageswerten, dem Schlusspreis und dem Stand von heute Morgen lässt sich die Auf- und Abbewegung der Ölnotierungen am gestrigen Handelstag sehr gut ablesen.

Zunächst ging die Verkaufswelle weiter, auch wenn sich hier aufgrund technischer Signale bereits eine erste Müdigkeit einstellte. Zwischendurch trieb es die Preise noch einmal stark nach oben, nachdem Saudi-Arabien als Wortführer der OPEC sagte, man wolle die Ölpreise auch nach Juni – und damit dem Ende des aktuellen Kürzungsdeals – um jeden Preis stützen. Diese Wortmeldung ist erwartbar gewesen, denn die bekanntermaßen relativ schweigsame OPEC positionierte sich bereits in der Vergangenheit immer dann stark, wenn der Ölpreis unter Druck geriet. Folgerichtig hatte die Ankündigung gestern auch nur kurz Einfluss, die Preise ließen zum Abend und über Nacht erneut nach. Die aktuelle Nachfrageentwicklung hat einfach eine viel größere Bedeutung.

Für inländische Heizölkäufer ist es heute Morgen zudem entscheidend, dass der Eurokurs über die 1,12 US-Dollar-Marke klettern konnte und sich dort auch seit gestern hält. Auslöser sind Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed demnächst den Leitzins senken könnte.

Heizölkäufer haben auch heute Morgen wieder eine perfekte Gelegenheit, den Tank aufzufüllen und den Heizölkauf auszulösen. Denn die Kombination aus sichtbar sinkenden Ölpreisen und einem Euro im Aufwand war in letzter Zeit ausnehmend selten. Wenn Sie jetzt kaufen, sind Sie zum günstigen Preisniveau auf den nächsten Winter vorbereitet.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,125 US-Dollar, am Montag waren es 1,1177 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1185 US-Dollar festgesetzt.

Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten und im Zuge der hauseigenen Strafzölle gegen China und Mexiko ist die Spekulation, dass die US-Notenbank Fed demnächst ihren Leitzins senken könnte, durchaus berechtigt.

Schon seit Monaten fährt die Fed nach einer Periode an Zinserhöhungen einen vorsichtigeren Kurs, der sich nun noch stärker durchsetzen könnte. Heute wird der Fed-Chef Powell eine Rede halten, von der sich der Markt ein paar Hinweise auf die weitere Stoßrichtung erhofft.

Eine Leitzinssenkung sorgt dafür, dass Investitionen angeregt werden sollen und die Wirtschaft gestärkt werden könnte. Das ist angesichts des protektionistischen Kurses der US-Politik wohl auch eine sinnvolle Entscheidung. Doch mehr dazu weiß man erst, wenn die Fed offizielle Aussagen und klare Prozentpunkte kommuniziert.

Dass der Euro im Zuge solcher Spekulationen gewinnen kann, liegt indes nur daran, dass die Dollarstärke mit einer solchen Vermutung nachlässt. In dieser Woche wird auch die Europäische Zentralbank ihre Zinssatzentscheidung treffen, obwohl aus dieser Richtung kaum Veränderungen zu erwarten sind. Allerdings sind auch hier die Reden und Aussagen in der Pressekonferenz eine wichtige Informationsquelle dazu, wie die Währungshüter die Wirtschaftsentwicklung einstufen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE blamiert sich mit „freedom gas“

Das US-amerikanische Department of Energy hat gestern mit einer Pressemeldung viel Spott auf sich gezogen, in der das reichlich sprudelnde Erdgas als „freedom gas“ betitelt wurde, das durch neue Infrastrukturprojekte besser in die ganze Welt transportiert werden können soll.

Die Netzgemeinde hatte mit diesem Begriff natürlich einen Heidenspaß, doch lässt sich daran auch festmachen, wie stark sich die Regierung Trump auf ihre Öl- und Gasvorkommen in der wirtschaftlichen Entwicklung verlässt. Außerdem zeigt sich, dass diese Branche im beginnenden Wahlkampf zunehmend zu einem politischen Pfand wird, mit dem man zu wuchern sucht.

Die Amerikaner sind bekanntermaßen ausnehmend patriotisch und die Ölindustrie hat in der vergangenen Zeit zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen und strukturschwache Regionen mit neuen Investitionen versorgt. Dies sind Argumente, die im Wahlkampf ziehen könnten. Zudem ist „freedom gas“ auch eine Selbstbestätigung, dass man als Nation wirtschaftlich und politisch immer noch führend ist. Allerdings haben andere Länder den USA durchaus viele Lorbeeren abgegraben.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 66,50 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 66,93 Cent.

 Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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     Felix Schmidt – Autor
            

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