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Ölpreise am Montag: Heizölpreis tritt auf der Stelle

15. April 2019, Felix Schmidt

Heizölpreise zum Wochenstart unverändert. 15.04.2019

Der Heizölpreis startet praktisch unverändert in die neue Woche. Den preistreibenden Faktoren stehen vor allem die gestiegene Anzahl der US-Ölbohranlagen und ein stärkerer Eurokurs gegenüber.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Zahl der US-Ölbohranlagen steigt wieder
  • Kämpfe um Tripolis dauern an
  • Neue Sanktionen gegen Venezuela
  • Erhöht Russland die Ölproduktion?
  • Brent bei 71,33 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 630,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1306 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 70,96 Euro / 100L


 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Weitere US-Sanktionen für Venezuela und Iran
 Offene Kämpfe in Libyen
 Sichtbare Aufhellung der Konjunkturstimmung
 OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres beschlossen
 Vorerst keine neuen US-Strafzölle gegen China
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

 IEA: OPEC wird Ölmarktanteile an USA abtreten müssen
 Investitionen in US-Ölindustrie sinken

 Russland deutet Produktionssteigerung an
 Kanada und Brasilien fördern wieder mehr Öl
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 71,33 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 71,08 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 71,55 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 630,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 632,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 633,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 15.04.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Während wir in den vergangenen Wochen immer wieder über den Rückgang der aktiven US-Ölbohranlagen berichteten, scheint sich nun eine Trendwende anzudeuten. In Anbetracht der relativ hohen Ölpreise reagiert jetzt die US-Schieferölindustrie. Sie treibt den Ausbau wieder voran. Somit fördern die USA weiterhin auf Rekordniveau, ein Ende des Wachstums ist derzeit nicht in Sicht.

Doch Vorsicht: Zumindest kurzfristig bleibt die Versorgungslage angespannt. Mehrere Faktoren spielen hierfür eine Rolle. Erstens sind die neuen Quellen in den USA nicht von heute auf morgen erschlossen. Zweitens treten die OPEC+ Staaten bei ihrer Ölförderung weiterhin auf die Bremse. Insbesondere Saudi-Arabien hält die Ölproduktion fortlaufend unterhalb der vereinbarten Quote. Weitere US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela kommen zu dieser Lage hinzu. Schließlich sind da noch die Kämpfe in Libyen, welche die gerade wiederaufgebaute Öl-Infrastruktur sowie die Öl-Exporte des Landes gefährden.

An den Börsen ist man deshalb mehr als zurückhaltend, wenn es darum geht, künftig auf sinkende Preise zu setzen. Selbst, wenn die Preise bereits stark angezogen haben, prognostizieren die Analysten vorerst weitere Preiserhöhungen. Für Heizölkunden sind das keine erfreulichen Nachrichten, da auch die Inlandspreise hiervon beeinflusst werden dürften. In dieser Konstellation könnten allerdings schon kleine Änderungen große Preiskorrekturen nach unten hervorrufen.

Mit Blick auf den EIA Monatsbericht wird deutlich, dass die Marktlage zwar als knapp eingeschätzt wird, doch in den nächsten Monaten unter Umständen wieder zurück ins Gleichgewicht fällt – nämlich dann, wenn die abgeebbte Winternachfrage durch die Sommernachfrage kompensiert wurde und die anhaltenden OPEC-Kürzungen durch die Produktionssteigerungen der Nicht-OPEC-Länder aufgefangen werden.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1306 US-Dollar, am Freitagmorgen waren es 1,1283 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag wurde bei 1,1321 US-Dollar festgesetzt.

Es kommt wieder mehr Leben in den Eurokurs. Er startet stärker in die neue Woche und hält sich über der Marke von 1,13 US-Dollar. Vor allem die gute Stimmung an den Finanzmärkten nach den soliden Konjunkturdaten aus China ist hierfür verantwortlich. Außerdem atmet man an den Märkten auf, nachdem das Brexit-Datum in der letzten Woche auf Ende Oktober verschoben wurde. Das Risiko eines No-Deal-Brexit, das zuletzt sehr konkret geworden war, ist damit vorerst wieder vom Tisch.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Zahl der US-Ölbohranlagen steigt wieder
  • Kämpfe um Tripolis dauern an
  • Neue Sanktionen gegen Venezuela
  • Erhöht Russland die Ölproduktion?
     

Zahl der US-Ölbohranlagen steigt wieder

Bis vor kurzem berichteten wir noch über die kontinuierlich sinkende Zahl der US-Ölbohranlagen. Mittlerweile scheint sich dieser Trend umzukehren. Zum zweiten Mal in Folge sind neue Anlagen hinzugekommen – mittlerweile sind es wieder 833. Es scheint, als würden die höheren Preise die Suche und Förderung wieder rentabler machen. Hinzu kommt, dass man in der zweiten Jahreshälfte höhere Pipelinekapazitäten erwartet – eine Schlüsselgröße bei der Ölförderung. Denn ohne zusätzliche Transportmöglichkeiten würde der Ausbau der Ölproduktion für die Firmen nur wenig Sinn ergeben.

Von einer wahren Trendwende kann man zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht sprechen, da der Saldo trotz der hinzugekommenen Ölbohranlagen noch negativ bleibt. Deren Anzahl gilt als Indikator für das Wachstum der amerikanischen Ölproduktion. Bevor das Öl aus den neu erschlossenen Quellen gefördert werden kann, müssen Pipelines und Fördereinrichtungen gebaut werden. In der Regel dauert dies mehrere Monate, weshalb die ermittelten Werte laut Baker Hughes auch eher eine mittel- bis langfristige Prognose für das Öl-Förderwachstum darstellen.
 

Kämpfe um Tripolis dauern an

Der Konflikt rund um die libysche Hauptstadt Tripolis hat sich in den letzten Tagen verschärft. Laut UN-Angaben sind seit Beginn der Offensive der durch General Haftar angeführten Libyan National Army (LNA) bereits mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Tausend sollen auf der Flucht sein.

Die Auseinandersetzungen finden auch in der Nähe wichtiger Ölhäfen statt. Der Vorsitzende des staatlichen Ölkonzerns warnte unterdessen, dass die Rohölförderung sowie der Öl-Export des Landes einbrechen könnten. Er forderte beide Seiten auf, eine schnelle Lösung für die aktuelle Konfliktlage zu finden, da sonst kein Öl aus Libyen mehr an die Märkte käme. Dies hätte weitreichende Folgen für den globalen Ölpreis.
 

Neue Sanktionen gegen Venezuela

Die USA verschärfen die Sanktionen gegen Venezuela. Vor gut einer Woche hatte man bereits weitere Öltanker in die Liste aufgenommen. Nun folgen weitere Reedereien und Schiffe. Das Eigentum der Unternehmen, das diese direkt oder mit Beteiligungen von über 50 Prozent kontrollieren, sei inzwischen eingefroren worden, sofern es sich in den USA befindet oder von US-Bürgern verwaltet wird.

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die Ölexporte Venezuelas nach Kuba. Von dort aus wurden immer größere Mengen auch nach Inkrafttreten der ersten US-Sanktionen auf die Karibikinsel verschifft.
 

Erhöht Russland die Ölproduktion?

Bis jetzt hatte Russland bei den OPEC+ Produktionskürzungen mitgemacht und damit vor allem Saudi Arabien besänftigt. Doch in der Zwischenzeit weiteten die USA ihren Marktanteil aus. Das scheint der russischen Regierung ein Dorn im Auge zu sein. So kündigte der russische Finanzminister jüngst an, dass man die Produktion ab der zweiten Jahreshälfte – nach dem OPEC+ Treffen in Wien - möglicherweise wieder anhebt, um Marktanteile zurückzugewinnen.

Sollte es dazu kommen, dürfte es zu erneuten Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Russland kommen. In Saudi-Arabien möchte man dem Preisverfall und dem Ausbau der US-Ölbohranlagen mit stärkeren Produktionskürzungen begegnen und die Quoten deshalb auch bis Ende des Jahres verlängern. Russland will wiederum die verlorenen Marktanteile zurückgewinnen – und das geht nur, indem man die Förderung wieder erhöht.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,96 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag lag der Heizölpreis bei 70,93 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Felix Schmidt – Autor
            

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