Vormarsch der Terrorgruppe IS im Irak gefährdet Ölproduktion

8. August 2014

Die Ölpreise an den Börsen sind heute, nach dem leichten Anstieg gestern, noch einmal kräftig gestiegen. Gestern sorgte vor allem der schwache Eurokurs für höhere Heizölpreise. Heute konnte sich zwar der Euro ein wenig erholen, der aktuell bei 1,3391 US-Dollar liegt, jedoch sorgen vor allem negative Nachrichten aus dem Irak für einen starken Anstieg der Ölpreise.

Heute Nacht hatte US Präsident Obama seine Genehmigung für eine Unterstützung der irakischen Truppen mit Luftangriffen gegeben. Bisher hatte die USA Experten in das Land geschickt um die Lage im Auge zu behalten. Nun wurde bekannt, dass die radikalen Milizen der Organisation „Islamischer Statt“ (IS) in den Norden des Landes vorgedrungen sind und auf Kurdistans Hauptstadt Arbil Kurs nehmen. Bisher hatte man keine akute Gefahr eines solchen Durchbruchs gesehen. Erste US-Ölkonzerne haben bereits reagiert und ihr Personal aus dem betroffenen Gebiet abgezogen.

Marktteilnehmer sehen darin auch eine Bedrohung der Ölproduktion des Iraks. Mit dem Vormarsch der Terrorgruppe hatte man nicht gerechnet und nun macht sich Verunsicherung breit, wie erfolgreich die IS-Kämpfer im Süden des Landes sein könnten. Obamas Genehmigung für eine Unterstützung durch Luftangriffe verdeutlicht den Marktteilnehmern auf dem Ölmarkt den Ernst der Lage. Nach Einschätzung vom Analysten könnten die Ölpreise noch weiter steigen, sollten die Luftangriffe wirklich starten.

Unterdessen kamen neue Meldungen zum Ukraine-Konflikt, die dem Ölpreis zusätzlich Auftrieb gaben. Russland hat seine Truppen in den Grenzbereichen verstärkt und außerdem weitere Sanktionen gegen die EU und USA verhängt. Die Auswirkung der Sanktionen durch Russland könnten aber gegensätzlich auf den Ölmarkt wirken. Einerseits könnte sich die Versorgungslage für Europa durch Einschränkungen der Rohölexporte aus Russland verschlechtern und für höhere Ölpreise sorgen, andererseits könnte eine Sanktionsspirale Einschränkungen für das Wirtschaftswachstum der einzelnen Nationen haben, was wiederum die Ölnachfrage senken könnte.

Obwohl die Ölproduktion im Irak durch den Vormarsch der IS-Truppen noch nicht zurückgegangen ist, sehen Marktteilnehmer eine Bedrohung für die Exporte des Landes. Zum Wochenende werden sich vermutlich viele wegen der unvorhersehbaren Entwicklung mit ausreichend Öl eindecken, was die Ölpreise entsprechend hoch halten würde.

Durch die stark gestiegenen Rohölpreise an den Börsen sowie den immer noch schwachen Eurokurs gibt es bei den Heizölpreisen zum Wochenende deutliche Aufschläge.


Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

 

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