Heizölpreise steigen nach Pfingsten

Die Ölpreise sind am gestrigen Pfingstmontag gestiegen und haben damit die Verluste vom Ende der letzten Woche fast vollständig ausgeglichen. Auch der Eurokurs tendiert abwärts, sodass die Heizölpreise heute steigen werden.

Der Eurokurs zeigt sich nach der EZB Zinsentscheidung vom vergangenen Donnerstag noch weitgehend stabil. Gestern verlor der Euro jedoch über einen halben Cent gegenüber dem Dollar und wird aktuell bei 1,3547 US Dollar gehandelt. Das sind über 4 Cent weniger als noch vor einem Monat. Da Rohöl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, zeigen sich die Auswirkungen eines niedrigeren Eurokurses auch in den Preisen für Heizöl. Diese sind zwar immer noch vergleichsweise günstig, was aber vorrangig an dem niedrigeren Niveau der Gasöl-Notierungen an den internationalen Warenterminbörsen liegt.

Der Preis für Gasöl, dem börsengehandelten Vorprodukt von Heizöl und Diesel, ist zum Ende der letzten Woche bis auf ca. 880 Dollar pro Tonne gefallen. Nur im April dieses Jahres lagen die Notierungen für Gasöl noch etwas tiefer. Das höchste Niveau erreichten die Gasöl-Notierungen im Sommer 2008. Damals kostete die Tonne Gasöl über 1.300 Dollar und damit fast 70 Prozent mehr als aktuell.

Am gestrigen Pfingstmontag stieg der Gasölpreis auf 892 Dollar pro Tonne an. Die chinesische Zentralbank hat angekündigt, die Reserveanforderung für Geschäftsbanken zu lockern. Dadurch sollen diese mehr Kredite an Unternehmen vergeben und dem Wirtschaftswachstum damit zusätzlichen Schwung verleihen. Mit einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum geht auch eine höhere Öl-Nachfrage einher, was wiederum die Ölpreise stützt.

Händler erwarten momentan, dass sich die Versorgungslage in der zweiten Jahreshälfte generell knapper darstellt. Der wachsenden Nachfrage steht aus jetziger Sicht kein adäquater Zuwachs des Angebotes gegenüber. Libyen ist als Lieferant weg vom Markt und der Iran scheint vorerst nicht zurückzukehren. Zumindest lässt der momentane Stand der Atom-Verhandlungen nicht darauf schließen.

In dieser Woche stehen neben den US Ölbestandsdaten mehrere Monatsreporte (OPEC, EIA, IEA) an, die das Potenzial haben, Bewegung an den Markt zu bringen. Zudem bleibt auch das Ergebnis im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland ein Unsicherheitsfaktor. Aktuell sehen wir die Heizölpreise wieder mit einer leicht steigenden Tendenz.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise
 

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?