Heizölpreis bleibt stabil, Atomverhandlungen mit dem Iran

13. Mai 2014

Aktuell bewegen sich sowohl die Ölpreise als auch der Eurokurs kaum. Der Heizölpreis bleibt entsprechend unverändert. Frische Impulse könnten aus den Atomverhandlungen mit dem Iran kommen.

Mit dem Iran werden die Verhandlungen über dessen Atomprogramm fortgeführt. Ziel der Verhandlungen auf höchster diplomatischer Ebene ist es, ein dauerhaftes Abkommen auszuformulieren. Diplomaten zeigen sich bereits optimistisch, dass dieses Abkommen tatsächlich erreicht werden kann. Eine damit verbundene Aufhebung des Ölembargos gegen den Iran brächte viel Abwärtspotenzial für die Ölpreise mit sich. Der Iran hat durch das bestehende Embargo enorme Mengen an Rohöl gelagert, die kurzfristig auf den Markt kommen könnten.

Der Konflikt in der Ukraine bleibt dagegen stützend für die Ölpreise. Nach dem Referendum wurden einige Sanktionen des Westens gegenüber Russland ausgeweitet, allerdings ohne direkte Maßnahmen gegen die russische Wirtschaft. Diese sind nach wie vor ein Druckmittel, wenn auch die Umsetzung aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit eher unwahrscheinlich bleibt. Falls Russland jetzt verstärkt mit der OSZE zusammenarbeiten sollte um die Lage in der Ukraine zu deeskalieren, könnte dies maßgeblich zur Entspannung der Situation beitragen. Die eingepreiste Risikoprämie würde sich entsprechend reduzieren.

Unterdessen hat auch der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi zugesichert, dass die OPEC noch Produktionsreserven habe. Bei einer weiteren Eskalation der Lage in der Ukraine könnten mögliche Lieferunterbrechungen aus Russland ausgeglichen werden. Für al-Naimi ist das aktuelle Preisniveau im Bereich um 100 Dollar ein fairer Ölpreis, sowohl für Verbraucher als auch für die Produzenten und Ölfirmen.

Positive Nachrichten kommen auch aus Libyen, wo sich die Regierung mit Demonstranten an den Pipelines im Westen des Landes geeinigt haben soll. Die Ölproduktion des Landes soll sich dadurch in Kürze verdreifachen. Allerdings wird dies am Ölmarkt mit Skepsis aufgenommen, da in der Vergangenheit schon öfter Durchbrüche in Verhandlungen vermeldet wurden, die Ölproduktion des Landes aber nie dauerhaft aufrecht erhalten werden konnte.

Sorgenkind bleibt ein wenig der Euro. Zwar scheint aktuell die Luft aus der Abwärtsbewegung nach der Rede des EZB Präsidenten raus zu sein, aber das Potenzial für deutlichere Verluste bleibt hoch. Der Devisenmarkt wird genau beobachten, ob EZB Präsident Draghi mit seinen Aussagen nur den jüngsten Höhenflug des Euro beenden wollte oder ob eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Juni tatsächlich wahrgemacht wird.

Ob die EZB im Juni tatsächlich umfangreiche Anleihenkäufe, eine weitere Zinssenkung oder negative Einlagezinsen beschließt, wir auch davon abhängen, wie die Konjunkturdaten bis dahin ausfallen. In Kürze werden die Daten zum europäischen BIP und die Inflationszahlen für April veröffentlicht.  Je nachdem wie diese ausfallen, wird sich der Eurokurs entwickeln. Ein schwaches BIP bei niedriger Inflation macht den Eingriff der ETB im Juni wahrscheinlicher. Der Eurokurs würde vermutlich weiter sinken. Anderenfalls könnte man davon ausgehen, dass sich der Euro wieder stabilisiert und damit zu einem günstigen Preisniveau beim Heizöl beiträgt.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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