Ölpreise und Heizölpreise erreichen neuen Tiefststand

Die Ölpreise sind gestern auf einen neuen Tiefststand gesunken. Analysten begründen dies vorrangig mit Nachwirkungen des EIA Monatsreports. Dieser enthielt die Prognose, dass die überversorgte Marktlage auch im nächsten Jahr anhalten wird. Der aktuelle Heizölpreis sinkt auf den tiefsten Stand seit 2010..

Der aktuelle Preis pro Barrel Brent liegt bei 77,83 US-Dollar. Das sind über 30 Dollar weniger als im Sommer dieses Jahres.  Da der Euro im gleichen Zeitraum ca. 10 Cent gegenüber dem US-Dollar verloren hat, sind die inländischen Heizölpreise prozentual weniger gesunken als die Ölpreise. Dennoch erreicht der aktuelle Heizölpreis heute mit 71,65 Euro pro 100 Liter im bundesweiten Schnitt (3.000 Liter Standard-Lieferung) ein neues Langzeit-Tief.

Die Prognosen zur Ölpreisentwicklung sehen ebenfalls positiv aus. Im Irak soll es eine Einigung zwischen der  Zentralregierung  und der halbautonomen Region Kurdistan im Norden des Landes zur zukünftigen Verteilung von Öleinnahmen gegeben haben. Bisher bestand die Zentralregierung in Bagdad darauf, alle Rohölexporte und die daraus entstehenden Einnahmen auch zentral zu verwalten.

Die ölreiche Region Kurdistan besteht dagegen seit einiger Zeit auf eigenständische Exporte und hatte dies zuletzt auch gegen den Willen der Zentralregierung durchgesetzt. Mit der wohl noch vorläufigen Einigung könnte ein Meilenstein erzielt worden sein. Für die Kurden könnte es jetzt möglich sein, ihre hohen Kapazitäten in der Rohölförderung auszubauen.

Daraus könnten aber wiederum Positionskämpfe innerhalb der OPEC resultieren. Angesichts der überversorgten Marktlage wird derzeit heftig über eine Produktionskürzung debattiert. Der größte Exporteur Saudi-Arabien ist aber nicht bereit, die Kürzung der Produktion alleine auf sich zu nehmen, während andere Kartellmitglieder ihre Fördermengen weiter erhöhen.

Daher halten Analysten trotz niedrigerer Nachfrageerwartung im kommenden Jahr eine Produktionskürzung der OPEC für unwahrscheinlich. Zudem würde die OPEC bei einer Kürzung wohl auch Marktanteile an Nicht-Kartellmitglieder abgeben. Daher wird vermutet, dass die OPEC
zunächst abwartet reagiert. Das niedrige Ölpreisniveau wird für andere Anbieter mit höheren Produktionskosten problematisch, sodass diese ihre Förderung auf Dauer reduzieren müssten.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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