Risikoprämie für Ukraine-Konflikt steigt weiter

Die zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland treiben vor allem die Preise für europäisches Öl der Sorte Brent und Gasöl an der ICE Futures in London in die Höhe. Der inländische Heizölpreis wird dadurch weiter steigen.

Eigentlich hat sich die weltweite Versorgungslage zum Wochenauftakt mit der Inbetriebnahme eines libyschen Öl-Verladehafen verbessert. Dies geriet am Ölmarkt allerdings in den Hintergrund, da angesichts der Lage in der Ost-Ukraine die im Ölpreis enthaltene Risikoprämie für den Konflikt weiter steigt.

Russland testete eine Interkontinentalrakete, die auch mit Atomsprengköpfen bestückbar wäre. Die US Regierung sprach von Waffenlieferungen an die Ukraine, die zwar nicht unmittelbar bevor stünden, aber für die nahe Zukunft auch nicht ausgeschlossen seien. Auch eine Ausweitung der Sanktionen wird immer wieder als nächste mögliche Option verkündet. Auf beiden Seiten wird zumindest in der Öffentlichkeit eher Drohpotenzial aufgebaut, als an einer wirklichen Deeskalation der Lage zu arbeiten.

An den Finanz- und Warenterminmärkten wird der Konflikt in der Ukraine weiter genauestens beobachtet. Etwas Entspannung könnten die ersten direkten Gespräche zwischen Russland, der ukrainischen Übergangsregierung sowie den USA und der EU bringen, die am Donnerstag stattfinden sollen.

Zusätzlich bleibt der Eurokurs ein entscheidender Faktor für die Heizölpreisentwicklung. Die EZB macht im Rahmen eines Treffen mit dem Internationalen Währungsfond sehr deutlich, dass man einem hohen Wechselkurs seht kritisch gegenüber steht. Dadurch würden Exporte teurer, was vor allem die schwächeren Volkswirtschaften der Eurozone belastet. Die EZB versucht damit, Investoren vom Euro abzuhalten. Ein dauerhafter Eurokurs jenseits der 1,40 Dollargrenze wird eher unwahrscheinlich. Momentan hält sich der Euro bei 1,38 Dollar, gerät aber zunehmend unter Druck.

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