Heizölpreis bewegt sich seitwärts auf hohem Preisniveau

20. Juni 2014

Die instabile Lage im Irak hält die Notierungen von Öl an den Warenterminbörsen weiter hoch. Der Euro profitiert hingegen von den aktuellen Nachrichten der amerikanischen Notenbank FED, die eine lockere Geldpolitik vorerst beibehalten will. Der Euro wird auf einen Kurs von 1,3634 US-Dollar festgesetzt.

Die Krisenherde Irak und Ukraine sorgen weiterhin für Aufwärtsbewegungen der Roh- und Heizölpreise. Aus dem Irak gab es neue Meldungen von Angriffen der Terrorgruppe ISIS und heftigen Kämpfen. ISIS-Kämpfer haben eine alte Chemiewaffenfabrik in der Nähe der Hauptstadt Bagdad eingenommen. Es besteht das Risiko, dass die Terrorgruppe Altbestände für funktionierende Chemiewaffen verwendet. Zudem ist weiterhin unklar, in welcher Hand sich die größte Raffinerie im Norden des Landes befindet. Gestrigen Meldungen zu Folge wurde diese ebenfalls von ISIS besetzt und abgeschaltet.

Die USA hat gestern bekannt gegeben ca. 300 Militärexperten in den Irak zu versenden. Militärische Eingriffe werde es kurzfristig jedoch nicht geben, so US Präsident Obama. Einzelne Militäreingriffe und Luftangriffe werden aber nicht für unwahrscheinlich gehalten.
Sollte der Irak längerfristig von Treibstoffimporten abhängig sein, verschärfe dies die knappe globale Versorgungslage und die Preise für Roh- und Gasöl zusätzlich festigen. Derzeit liegt die Risikoprämie auf Grund der Irak-Krise bei 5 bis 6 US-Dollar pro Barrel an den Ölbörsen.

Die geopolitische Situation in der Ukraine hat sich zugespitzt. Separatisten im Osten der Ukraine verweigern weiterhin einen Waffenstillstand. Es kommt regelmäßig zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem ukrainischen Militär und Separatisten. Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine kam es ebenfalls zu keiner Einigung. Deutschland und Frankreich drohen Russland nun mit Ausweitungen der Sanktionen, sollte Präsident Putin nicht alle möglichen Anstrengungen unternehmen um zu einer Deeskalation beizutragen. Nach Angaben der NATO hat Russland währenddessen sein Militär an der Grenze zur Ukraine wieder verstärkt.

Positive Nachrichten kommen hingegen aus den USA. Seit den 70er Jahren sind Erdöl und Gasexporte in den USA untersagt. Zuletzt kann es zu häufigen Diskusionen, diese Regelung aufzuheben. Nun wurde ein wichtiger Schritt erreicht, indem dem Unternehmen Cameron LNG die Genehmigung erteilt wurde ein Exportterminal für Erdgas zu bauen. Die Exportmengen würden die Abhängigkeit Europas vom russischen Gas reduzieren. Marktteilnehmer hoffen, dass zukünftig weitere Lockerungen erfolgen, so dass die USA auch Rohöl exportieren darf.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

 

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