Geringe Preiserhöhung beim Heizöl, Warten auf die Ukraine-Wahl

Die Heizölpreise befinden sich weiter im leichten Aufwind. Nach den gestern veröffentlichten Öl-Bestandsdaten aus den USA bleiben die Preise für Öl an den Börsen fest. Auch der Euro gibt gegenüber dem Dollar wieder leicht nach.

Das Departement of Energy (DOE) veröffentlichte gestern Nachmittag die offiziellen Öl-Bestandsdaten der USA. Bei den Rohölvorräten wurden massive Abbauten verzeichnet. Die Vorräte liegen jedoch weiter über dem Durchschnitt. Begründet wurde der starke Abbau vorrangig mit dem Rückgang der Importe. Auf die Veröffentlichung folgte eine ansteigende Reaktion der Ölpreise.

Hingegen wirkte sich die Zunahme der Ölproduktvorräte, unter anderem Benzin, preissenkend auf die entsprechenden Produkt-Notierungen aus. Die Bestände sind vor Beginn der Sommersaison stärker gestiegen als erwartet, währenddessen die Nachfrage nach Benzin gesunken ist.

In Libyen wurde die Produktion eines kleineren Ölfeldes wieder aufgenommen, so ein libyscher Sprecher. Weitere Anlagen bleiben vorerst weiter außer Betrieb. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage reduzieren bereits einige Mineralölunternehmen, darunter Total, das Personal vor Ort.Für Juni wurden in Libyen Neuwahlen angesetzt, ein Versuch einen Bürgerkrieg und weitere Gefechte zu verhindern.

Auch die in der Ukraine anstehenden Präsidentschaftswahlen sind eine letzte Chance einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Russlands Präsident Putin zieht währenddessen weiter seine Truppen ab, um keinen Eindruck der Destabilisierung vor den Wahlen zu erwecken. Dieses positive Signal könnte auch die befürchtet Ausweitung der Sanktionen des Westens auf den russischen Energiesektor entgegen wirken.

Die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine am Wochenende werden als entscheidend für die weitere Entwicklung der Ölpreise angesehenen. Durch den Memorial Day, der am kommenden Montag in den USA gefeiert wird, werden viele Händler in ein verlängertes Wochenende gehen. Der Parketthandel an der New Yorker Warenterminbörse NYMEX bleibt geschlossen. Durch den ungewissen Ausgang der Wahlen, zeigen sich die Marktteilnehmer wenig risikobereit. Es gilt geringe Bestände zu vermeiden, um bei Preissteigerungen nicht teuer nachkaufen zu müssen. Daher erwarten wir vor der neuen Woche keine signifikanten Preisrückgänge.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise
 

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