Konflikt mit Russland stützt Ölpreise

22. Juli 2014

Die Notierungen an den Ölbörsen legten erneut etwas zu. Ursächlich sind die steigende Risikoprämie für die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen sowie der preissteigernde Einfluss prognostizierter Abbauten bei den US Ölbestandsdaten. Der Eurokurs bewegt sich auf dem Niveau des Vortages. Den Heizölpreis erwarten wir leicht steigend.

In Brüssel wird heute über neue Sanktionen gegen Russland beraten. Diese könnten sich künftig erstmals gegen russische Unternehmen richten, möglich seien auch Sanktionen gegen Öl-und Gaskonzerne. Analysten erwarten bei einer Ausweitung der Sanktionen ein gefestigtes Preisniveau an den Ölbörsen. Die im Ölpreis enthaltene Risikoprämie steigt bereits jetzt.

In den USA werden erneut deutliche Abbauten bei den Beständen der amerikanischen Rohölsorte WTI erwartet. Die Vorabveröffentlichung der US Rohölbestände des Institutes API erfolgt zwar erst heute Nacht, aber durch den anstehenden Frontmonatswechsel haben sich Händler vorsorglich mit Öl eingedeckt. In der Folge stiegen die Preise für WTI und zogen die Notierungen an der europäischen Börse mit nach oben.

Libyen meldet erste Ölexporte nachdem vergangene Woche das größte Ölfeld des Landes wieder in Betrieb genommen wurde. Käufer halten sich jedoch noch zurück, da der Markt nicht auf die Exporte angewiesen ist und die politische Lage sich nicht weiter stabilisiert. Die globale Versorgungslage wird  im Ganzen als gut bewertet, was die Abhängigkeit vom libyschen Öl reduziert.

Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen sowie die Ausweitung der Sanktionen stützen aktuell das Preisniveau an den Ölbörsen und reduzieren den eigentlich vorhandenen Abwärtsspielraum bei den Ölpreisen.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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