Preis für Heizöl zieht an, Euro verbucht Gewinne

Nachdem der Handel zuletzt relativ impulsarm blieb, haben die Handelsumsätze an den Börsen nun wieder zugenommen. Neue Gefechte in der Ukraine und vermutlich fallende US Ölbestände stützen die Ölpreise. Der Euro konnte seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar ausbauen. Die Heizölpreise werden leicht steigend erwartet.

In den USA startete gestern die nachfrageintensive Sommersaison. Es wird mit dem höchsten Ölverbrauch an einem Wochenende seit 2005 gerechnet. Auch in den kommenden Monaten wird mit einem kräftigen Nachfrageschub von Benzin gerechnet. Die hohe Nachfrage festigt die Öl-Notierungen an der New Yorker Börse und hält die Preise vergleichsweise hoch. Nach dem gestrigen Feiertag in den USA und Großbritannien wird heute wieder mit einem höheren Handelsaufkommen gerechnet.

Nach den in der letzten Woche veröffentlichten US Ölbestandsdaten rechnen Analysten mit weiteren Abbauten beim Rohöl. Die offiziellen Daten der abgelaufenen Woche werden am Donnerstag veröffentlicht. Sollte es zu weiteren Abbauten kommen, wird sich dies preissteigend auswirken.
In der Ukraine kam es wiederholt zu heftigen Gefechten zwischen Separatisten und der ukrainischen Armee in der Grenzregion Donezk. Nach der Präsidentschaftswahl am Wochenende kündigte der neue Präsident Poroschenko an, die Bevölkerung im Osten des Landes politische stärker einzubinden und Dialoge zu führen. Er würde jedoch weiterhin eine harte Linie gegen die Separatisten führen. Bei den Gefechten um den Flughafen Donezk kam es auch zu Toten.

Mit der Präsidentschaftswahl und der Anerkennung dieser durch Russland ist der Druck auf die EU gesunken die bestehenden Sanktionen gegenüber Russland auszuweiten. Die EU drohte bisher mit weiteren Sanktionen, sollte Russland die Wahl behindern. Russland hatte zudem gedroht die Gaslieferungen an die Ukraine einzustellen. Die Gespräche wurden jedoch wieder aufgenommen. Eine Einigung gibt es noch nicht. Russland hat eine Teilzahlung bis Anfang nächster Woche gefordert, damit die Gaslieferung fortgeführt wird.

In Libyen bleibt die politische Situation weiter angespannt. Rebellen erkennen die neu gewählte Regierung weiterhin nicht an und blockieren die Ölhäfen. Libyen kann mit der Ölförderung gerade den Eigenbedarf des Landes decken. Beobachter rechnen mittelfristig nicht mit einer Zunahme der Ölförderung und haben Libyen als zuverlässigen Ölexporteur bereits abgeschrieben.

Marktteilnehmer warten aktuell auf neue Nachrichten aus der Ukraine und Libyen und die anstehenden Konjunkturdaten aus den USA, um die Preisentwicklung von Öl einschätzen zu können. Momentan scheint das Abwärtspotenzial beim Heizöl beschränkt zu sein, da weder vom Euro noch vom Ölpreis Entlastung zu erwarten ist.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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