Heizölpreise geben leicht nach, Ölpreise richtungslos

28. Mai 2014

Die Notierungen für Öl bleiben an den Ölbörsen auf hohem Niveau, jedoch ohne eine richtungsweisende Dynamik. Ursächlich ist wohl ein stabiles Angebots-und Nachfrageverhältnis. Der Euro hält sich noch über der Marke von 1,36 US-Dollar. In den kommenden Tagen werden wichtige Konjunkturdaten sowie Zahlen zum Geldumlauf und zur Kreditvergabe in Europa veröffentlicht, nach denen sich die weitere Geldpolitik der EZB und damit auch der Eurokurs richten wird.

Aus den USA kamen gestern ebenfalls wichtige Konjunkturdaten, die allesamt besser ausfielen als erwartet. Die positive Entwicklung sorgte für Kursauftrieb beim Dollar. Bei den Ölbestandsdaten rechnen Analysten mit leichten Aufbauten der Bestände an Rohöl und Benzin. Die Bestände im WTI Hauptumschlagsplatz Cushing, Oklahoma bleiben jedoch weiter auf sehr niedrigem Niveau.

Dies wirkt sich stützend auf die Ölpreise, insbesondere der amerikanischen Referenzsorte WTI aus, da Cushing als Erfüllungsort für die Abwicklung von WTI Kontrakten an der New Yorker Börse zählt. Zu Beginn der Sommersaison wird die Raffinerieauslastung weiter hoch bleiben um die hohe Nachfrage an Benzin zu decken. Diese wird in den kommenden Wochen nochmals zunehmend erwartet.

Anfang Juni wird die EZB das Zinsniveau im Euroraum neu festsetzen. Beobachter gehen von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik und einer Senkung des Leitzinses auf 0,15 Prozent aus. Ökonomen warnen anderenfalls vor einer Deflation und einer Gefährdung der Konjunktur. EZB-Präsident Mario Draghi bestätigte, dass die Teuerungsrate sich mittelfristig wieder dem EZB-Stabilitätsziel von 2 Prozent annähern sollte.

Die Ölpreise befinden sich derzeit auf konstantem Niveau und zeigen nur geringe preisliche Veränderungen. Die geringen Preisunterschiede zum jeweiligen Vormonat deuten auf eine gute Auslastung des Marktes hin. An den Warenterminbörsen kommt es zu keinen nennenswerten Vorratskäufen, die die Preise kurzfristig in die Höhe treiben und andersherum scheuen sich die Händler Risiken einzugehen und auf fallende Preise zu setzen.

Langfristig sollte der Preis für das europäische Rohöl Brent wieder fallen. Die Vorbestellung eines Barrels Rohöl für 2018 kostet momentan um die 15 US-Dollar weniger, als bei einer sofortigen Lieferung.

Das Handelsinteresse an den Warenterminbörsen bleibt heute zunächst ruhig und unter Durchschnittsniveau. Die Öl-Notierungen lassen momentan auf keine richtungsweisenden Impulse zur Entwicklung der Heizölpreise schließen. Neue Nachrichten aus der Ukraine und Libyen bleiben abzuwarten.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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