Ölpreise fallen leicht durch komfortable Versorgungslage

29. Juli 2014

Auf dem Ölmarkt agieren die Marktteilnehmer zurückhaltend, da bereits heute weitergehende Sanktionen gegen Russland durch die EU beschlossenen werden könnten. Die globale Versorgungslage ist im Moment zwar mehr als komfortabel und böte weiteren Abwärtsspielraum bei den Ölpreisen, dieser wird jedoch durch mögliche Auswirkungen der Sanktionen auf die Rohölexporte aus Russland wieder reduziert.

Exporteure haben aktuell teilweise Probleme Käufer für ihr Öl zu finden. Die Nachfrage ist so schwach, dass die Preise für kurzfristige Öllieferungen deutlich niedriger sind als für Kontrakte mit längerer Lieferzeit. Wenn die Produzenten die Ware nicht vermarkten, könnte dies die Produktion einschränken. Die Raffinerien hingegen richten ihre Rohölverarbeitung an der Nachfrage aus und haben dementsprechend gut gefüllte Lager.

Die erweiterten Sanktionen sollen sich neben dem Finanz- und Verteidigungssektor auch gegen den Energiesektor Russlands richten. Tony Blinken, stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater für US Präsident Barack Obama geht jedoch davon aus, dass die neuen Sanktion nicht vor Ende der Woche in Kraft treten, da sie vorher auf die einzelnen Interessen der EU-Staaten abgestimmt werden müssten.

Prinzipiell bleiben der Ukraine-Konflikt und die möglichen Auswirkungen auf den Energiesektor ein preisbestimmender Faktor an den Ölbörsen. Sollte es durch die Sanktionen zu Exporteinschränkungen kommen, könnte dies die Marktteilnehmer wieder dazu bewegen sich trotz des physischen Überangebots vorsorglich mit Öl einzudecken.

Durch die niedrige Nachfrage und das hohe Angebot an Öl überwiegen heute die preisdrückenden Einflüsse und die Ölpreise geben nach. Beim Heizöl rechnen wir daher mit geringen Preisabschlägen, was von dem etwas stabileren Euro zusätzlich begünstigt wird.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?