Heizölpreise Dezember: Von einem Jahreshoch zum nächsten

22. Dezember 2016

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Die Heizölpreise erreichten im Dezember bereits mehrfach ein neues Jahreshoch. Ausschlaggebend dafür war die Übereinkunft der OPEC und Nicht-OPEC Produzenten, die Fördermengen in der ersten Jahreshälfte 2017 signifikant zu kürzen. In der Folge stiegen die Heizölpreise über 60 Cent pro Liter.

Heizölpreise Entwicklung

Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl Lieferung liegt aktuell bei knapp 60 Cent pro Liter. Seit Mitte November sind die Tagespreise für Heizöl damit um über 15 Prozent gestiegen.

TOTAL Heizoelpreise Jul bis Dez 2016
 
Vergleicht man die aktuellen Heizölpreise mit dem Vorjahrespreis, so liegt die Steigerung bei über 25 Prozent. Im Gegensatz zu diesem Jahr sind die Preise im Dezember 2015 regelrecht eingebrochen.

Ursächlich dafür ist in erster Linie die Ölpreisentwicklung. Die ölproduzierenden Länder haben es mit dem Abkommen zur Reduzierung des Ölangebotes geschafft, einem Preisverfall wie zum Ende des letzten Jahres entgegen zu wirken.

Dabei erreichte die Produktion der OPEC und Russlands zuletzt monatlich neue Rekordwerte. Es ist also nicht so, dass momentan zu wenig Öl vorhanden wäre. Im Gegenteil, das Angebot am Ölmarkt übersteigt immer noch die Nachfrage.

Aber Ölpreise sind Börsenpreise und da wird die Zukunft gehandelt. Um einen erneuten Preisverfall zu verhindern, hat die OPEC sich darauf geeinigt, ab 2017 jeden Tag 1,2 Millionen Barrel weniger Öl zu fördern. Danach haben auch Nicht-OPEC-Länder, darunter Russland und Mexiko, zugesagt, ihre Ölproduktion 2017 um 558 Tausend Barrel pro Tag zu kürzen.

Die Senkungen sollen zunächst ab Januar 2017 für sechs Monate in Kraft treten. Ziel ist es, das globale Angebot und die Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Ölpreise dauerhaft zu stabilisieren.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, hatte auch der sinkende Eurokurs einen Anteil an den Preissteigerungen beim Heizöl. Der Euro hat nach der Zinserhöhung in den USA gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren.

Grund ist insbesondere die Ankündigung der US-Notenbank Fed, den Leitzins nicht nur dieses Jahr anzuheben, sondern 2017 sogar schneller und öfter nach oben zu korrigieren.

In der Folge erreicht der Eurokurs den tiefsten Stand seit 2003. Aktuell ist ein Euro nur noch etwa 1,04 US-Dollar wert. Zum Vergleich, den höchsten Stand erreichte der Eurokurs im Jahr 2008 mit 1,60 US-Dollar. Nun nähert sich die Parität der beiden Währungen.

Heizölpreise Tendenz

Die Tendenz der Heizölpreise richtet sich grundsätzlich aufwärts. Zwar verliert der Anstieg der Ölpreise vor den Feiertagen zunehmend an Dynamik, ab Januar könnte diese mit den einsetzenden Förderkürzungen aber wieder zunehmen.

Für die weitere Ölpreisentwicklung werden zwei Aspekte entscheidend sein. Im Vordergrund steht die Frage, ob das Angebot tatsächlich wie vereinbart vom Markt genommen wird. Sowohl die OPEC als auch die Produzenten außerhalb des Kartells haben ihre Ankündigungen in der Vergangenheit nur selten im kompletten Umfang umgesetzt.

Die zweite offene Frage ist, wie die US-Ölproduktion auf das nun steigende Preisniveau reagieren wird. Seit dem Tiefststand Ende Mai ist die Anzahl aktiver Ölförderanlagen in den USA um über 50 Prozent gestiegen.

Die tatsächliche Förderung reagiert erst verzögert auf die steigende Anzahl, da angebohrte Quellen erst noch fertig erschlossen werden müssen, bevor sie Öl produzieren. Technologischer Fortschritt und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz haben die Kosten der Ölproduktion in den Schieferölregionen drastisch sinken lassen.

Zuletzt wurde der größte Ölfund in der Geschichte der USA gemeldet. Forscher schätzen das Volumen im Schiefergestein des zusammenhängenden „Wolfcamp“ Gebietes auf 20 Milliarden Barrel Rohöl sowie zusätzlichen Mengen an Erdgas. Allein das Öl hat aktuell einen Marktwert von über einer Billion Dollar.

Sorgen bereitet auch der Eurokurs. Analysten zufolge könnte sich der Abwärtstrend in den kommenden Monaten noch verstärken. Nach Einschätzungen der Deutschen Bank könnte der Euro bis Ende 2017 auf 0,95 US-Dollar sinken.

Angesichts fester Ölpreise und schwachem Euro sollte kurzfristig betrachtet mit weiteren Preissteigerungen beim Heizöl gerechnet werden. Die mittelfristige Perspektive wird dann vermutlich im Januar besser abschätzbar sein, wenn das OPEC Abkommen in Kraft getreten ist.

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