Evakuierung libyscher Ölfelder – Heizölpreise unverändert

Heizoelpreis gleich 09032015

Die Evakuierung der elf libyschen Ölfelder hatte kaum einen Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. Auch die Meldungen über weitere Schließungen von US Förderanlagen hatten keine Auswirkung auf die Preise. Lediglich der schwache Euro bewirkte leichte Preiszuschläge beim Heizöl.

Durch die permanenten Angriffe islamistischer Gruppierungen mussten mehrere libysche Ölfelder evakuiert werden. Schon in der letzten Woche wurde ein Force Majeure (potentielle Exportengpässe aufgrund „höherer Gewalt“) erklärt. Da Libyen schon in den vergangenen Wochen immer wieder die Exportmengen reduzieren musste, reagierten die Marktteilnehmer wenig überrascht auf die Meldung über die Evakuierungen. Die Rohölpreise blieben dadurch vorerst unverändert.

Momentan liegt der Fokus der Marktteilnehmer auf den Atomverhandlungen mit dem Iran. Sollte sich eine Einigung finden lassen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sanktionen gegenüber dem Iran gelockert. Durch die möglichen Lockerungen könnte der Iran kurzfristig sehr hohe Ölmengen exportieren, da die iranischen Öllager stark gefüllt sind. Die höheren Exporte könnten die Ölpreise sinken lassen, wodurch auch die Heizölpreise gedrückt werden könnten.

Der Kälteeinbruch in den USA scheint nun endgültig beendet zu sein. Analysten erwarten eine sinkende Produktnachfrage wie zum Beispiel beim Heizöl, wodurch die US Produktpreise an den Ölbörsen sinken könnten. Die gesunkenen Ölpreise in den USA hatten jedoch weniger Einfluss auf die europäische Rohölsorte Brent.

Die Bestreikung der US Raffinerien dauert nun schon einen Monat an. Marktteilnehmer beobachten die Entwicklungen genau. Zuletzt wurde der Streik von 9 auf 12 Raffinerien ausgeweitet.

Analysten rechnen damit, dass einige asiatische Länder weniger Rohöl verbrauchen werden. So nimmt zum Beispiel Japan zwei neue Atomreaktoren in Betrieb. Außerdem könnte auch die sinkende Winternachfrage für einen Preisrutsch sorgen.

Da es heute kaum neue Einflüsse gab und der Markt auch weiterhin fundamental überversorgt bleibt, lassen sich nur minimale Aufwärtsspielräume bei den Heizölpreisen erkennen. Der Euro wurde jedoch etwas weicher, wodurch die Heizölpreise etwas steigend erwartet werden.

Ursache für den stark gesunkenen Euro ist vor allem der starke Dollar. Gute US Konjunkturdaten und die weiterhin angespannte Lage im Schuldenstreit mit Griechenland ließen den Euro zum Wochenende auf den tiefsten Stand seit elf Jahren fallen.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

 

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