Heizölpreise erreichen neues Jahreshoch

20. April 2015

Heizoelpreis gestiegen 20042015

Die Heizölpreise starten fest in die neue Woche. Mit ca. 66 Cent pro Liter im bundesweiten Schnitt für eine 3.000 Liter Standard-Heizöllieferung wurde heute einen neuen Jahreshöchststand erreicht.

Ölpreisentwicklung

Der europäische Ölpreis-Index Brent lag zeitweise über 64 US-Dollar pro Barrel und erreicht damit ein neues Jahreshoch. Als Grund dafür kann weniger die aktuelle Versorgungslage am Ölmarkt gesehen werden.  Am Markt wird mehr auf die Anzahl der abgeschalteten US Ölbohranlagen und auf die eingepreiste Risikoprämie für den Konflikt im Jemen verwiesen.

Einige Händler deuten die sinkende US Ölförderung dahingehend, dass der Ölpreis kurz- und mittelfristig steigen wird. Das Interesse an spekulativen Positionen, die auf fallende Preise setzen, nimmt insgesamt ab. In der Folge festigt sich das Preisniveau.

Dagegen zeigt das fundamentale Marktbild Potenzial für Preisnachlässe. Die US Ölbestände nehmen weiter zu und die Ölförderung der OPEC Mitglieder ist signifikant gestiegen. Man spricht von einer Überversorgung zwischen 1 bis 2 Mio. Barrel pro Tag.

Entwicklung Eurokurs

Der Wechselkurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar hat sich zum Ende der Woche wenig verändert. Am späten Freitagnachmittag lag der Kurs der Gemeinschaftswährung knapp unter  1,08 US-Dollar. Belastet wird der Euro durch die Unsicherheit bezüglich Griechenlands.

Aber auch die Daten zur Entwicklung der US-Wirtschaft wurden in jüngster Vergangenheit als eher enttäuschend bewertet. Daher stellen sich immer mehr Marktteilnehmer darauf ein, dass die erste Zinserhöhung in den USA später kommen könnte, als bisher erwartet. Das würde dem Eurokurs zu Gute kommen.

Heizölpreisentwicklung

Die Kombination aus schwachem Euro und gestiegenen Öl-Notierungen hat den Heizölpreis auf ein neues Jahreshoch gebracht. Die inländische Nachfrage ist eher schwach einzuschätzen, sodass ausreichend Lager- und Transportkapazitäten vorhanden sind.

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt Heizöl vergleichsweise günstig. Im April 2014 kostete der Liter Heizöl im Schnitt noch 80 Cent. Die aktuelle Heizölpreisentwicklung kannte jedoch zuletzt nur eine Richtung, nach oben. Für eine größere Gegenbewegung spricht in den nächsten Tagen wenig. Da vom Euro keine großen Sprünge zu erwarten sind, kann nur auf fallende Ölpreise spekuliert werden.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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