Heizölpreise Entwicklung und Tendenz KW 18

4. Mai 2015

Heizölpreise Woche gefallen KW18 2015

Nachdem Ölpreise und Heizölpreise im Verlauf der Woche eine leichte Abwärtsbewegung vollzogen, zeigte die Tendenz zum Ende der Woche bereits wieder nach oben. Für eine 3.000 Liter Standard Lieferung lag der Heizölpreis im bundesweiten Schnitt bei etwa 65,50 Euro pro 100 Liter.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise haben im Wochenverlauf teilweise deutlich nachgegeben. Grund waren in erster Linie Kurskorrekturen bei den Ölpreisen. Begünstigt wurde die Kurskorrektur durch technische Verkaufssignale, die fundamentale Nachrichtenlage am Markt war insgesamt eher dünn.

Sogenannte „technische Verkaufsindikatoren“ basieren auf der Charttechnik, ein Mittel zur Finanzanalyse. Die technische Analyse berücksichtigt ausschließlich die Kurshistorie und teilweise das Handelsvolumen des jeweiligen Basiswertes. Basiswert kann eine Aktie sein oder aber auch ein Rohstoff wie Öl.

Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse werden das wirtschaftliche Umfeld am Ölmarkt sowie geopolitische Risiken komplett ausgeblendet. Die technische Analyse findet vor allem im automatisierten Handel größerer Investoren ihre Anwendung. Dadurch können solche „technischen Signale“ zu signifikanten Verkaufs- oder Kaufwellen führen, welche die Entwicklung der Notierung bzw. des Kurses erheblich beeinflussen und damit wiederum neue (technische) Signale erzeugen.

In einigen Regionen kam es durch sinkende Ölpreise zu Preisunterschieden beim Heizöl von über einem Euro pro 100 Liter. Grund für die regionalen Unterschiede ist die Versorgung der Raffinerien und Tankläger.

Je nach Lage bietet sich beispielsweise eine Versorgung aus dem ARA-Raum (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) über den Rhein an oder in anderen Regionen die Versorgung per Pipeline aus Russland.

Dabei können die Preisunterschiede jedoch nicht allzu groß werden. Bei zu deutlichen Preisabständen würde sich der Transport per Kesselwagen oder sogar Tankwagen von einer Region in die andere wirtschaftlich rechnen.

Trotz der akuten Überversorgung am Ölmarkt liegen die Ölpreise auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Anzahl der Händler die auf steigende Ölpreise spekuliert nimmt kontinuierlich zu. Allerdings bleibt die Versorgungslage mit Meldungen über Produktionssteigerungen im Irak, Russland und Saudi-Arabien auch mittelfristig eher über- als unterversorgt.

Heizölpreise Tendenz

Für die Prognose der Heizölpreise sind zwei Entwicklungen entscheidend, die vom Eurokurs und die der Ölpreise, insbesondere des europäischen Ölpreis-Index Brent sowie von ICE Gasoil. Der Eurokurs stieg zum Ende der Woche über die 1,10 US-Dollar Marke. Eigentlich eine positive Entwicklung hinsichtlich günstiger Heizölpreise.

Da Rohöl und Ölprodukte an den internationalen Warenterminbörsen aber grundsätzlich in US-Dollar gehandelt werden, verbilligt der feste Eurokurs somit damit das in Dollar gehandelte Öl für Investoren und Händler außerhalb der USA. Dadurch können mit dem steigenden Euro auch steigende Ölpreise einhergehen, was sich in Bezug auf die Heizölpreisentwicklung mehr oder weniger ausgleicht.

Beachtlich ist die extreme „Longausrichtung“ am Ölmarkt. „Long“ bedeutet in diesem Fall vereinfacht dargestellt, dass Händler mehr Öl kaufen als verkaufen. Sie bilden damit „Long-Positionen“. Das ist im steigenden Markt sinnvoll. Die Menge zu einem günstigeren Preis bereits einzukaufen und dann später zu einem höheren Preis zu verkaufen bringt Gewinne. Das verstärkte Kaufinteresse führt dann auch zu steigenden Ölpreisen. Dabei besteht jedoch auch die Gefahr, dass sich eine Blase bilden könnte.

In jedem Fall birgt diese Situation ein Korrekturpotenzial für die Ölpreise. Hedgefonds und Spekulanten werden diese „Long-Positionen“ nicht auf Dauer halten. Wenn begonnen wird Gewinne aus diesen Positionen zu generieren, sprich zu verkaufen, könnte das die Ölpreise theoretisch unter Druck setzen.

Zusammengefasst gibt es Potenzial für sinkende Heizölpreise. Dieses besteht aber schon seit einigen Wochen. Insofern würden wir nicht davon ausgehen, dass es in der kommenden Woche tatsächlich zu einem deutlichen Preisverfall am Ölmarkt kommt. Dieser benötigt vermutlich einen Auslöser, wie beispielsweise korrigierte Nachfrageerwartungen in den Marktanalysen der großen Institutionen oder eine das Ende des Embargos gegen iranische Öllieferungen.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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