Heizölpreise Entwicklung und Tendenz Juli

11. August 2016

heizoelpreise gefallen Juli 2016

Die Heizölpreisentwicklung im Juli verlief fast ausschließlich abwärts. Insgesamt kostete der Liter Heizöl am Ende des Monats im bundesweiten Durchschnitt sechs Cent weniger als zu Monatsbeginn. Die Ölpreise sanken im Juli um fast 20 Prozent.

Heizölpreise Entwicklung

Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl Lieferung ist im Juli von rund 52 auf nur noch 46 Cent pro Liter Heizöl gefallen. Zum Monatsende erreichte die Tagespreise für Heizöl ein neues 3-Monatstief.

Ursächlich war dabei der Preisverfall am Ölmarkt. Durch die erneut eintretende Überversorgung und der geringer als erwartet ausfallenden Nachfrage sanken die Ölpreise im Juli um fast 20 Prozent. Zwischen Januar und Juni hatten sich die Ölpreise allerdings fast verdoppelt.  

Der rapide Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte 2016 wurde insbesondere damit begründet, dass man am Ölmarkt mit einem schnelleren Abbau der Überversorgung rechnete.

Produktionsausfälle in mehreren Ländern, die rückläufige US-Ölförderung und die Erwartung einer hohen Sommernachfrage stützten im Frühjahr die Aufwärtstendenz der Ölpreise. Insgesamt wurde das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bis in den Juni hinein als ausgeglichen eingeschätzt.

Im Juli kehrte die Überversorgung, also der Überhang des Angebotes gegenüber der Nachfrage, als zentrales Thema am Ölmarkt zurück. Davon betroffen war überwiegend der Produktbereich, wodurch nicht nur die Heizölpreise sondern generell die Treibstoff-Preise deutlich sanken.

Aufgrund der im Sommer höheren Benzin-Nachfrage produzierten die Raffinerien eine hohe Menge an Produkten. Die Nachfrage fiel in diesem Jahr jedoch nicht so hoch aus wie zuvor erwartet. Lagerkapazitäten wurden knapp und überschüssige Mengen mussten über Preisnachlässe vermarktet werden.

Zusätzlich wurden die Ölpreise durch die zuletzt wieder steigende US-Förderung belastet. Die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen ist seit Mitte Mai fast durchgängig gestiegen. Die Anzahl der aktiven Anlagen gilt als ein wichtiger Indikator für die langfristige Produktionsentwicklung in den USA.

Der Preis für die amerikanische Rohölsorte WTI stieg im Juni auf über 50 US-Dollar je Barrel. Dieses Preisniveau nutzten US-Ölförderer um ihre künftige Förderung langfristig zu verkaufen. Durch Effizienzsteigerungen und dem höheren Preisniveau wurden Ölförder-Projekte wieder rentabel. Der gestiegene Ölpreis eröffnete also den Weg, wieder mehr Ölbohranlagen in Betrieb zu nehmen. 

In der folgenden Grafik dargestellt ist der Verlauf des Ölpreises WTI sowie der Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen von Januar 2014 bis Juli 16: 

Aktive US-Bohranlagen vs Ölpreis WTI

Dabei ist gut zu erkennen, wie sich die Anzahl der aktiven Bohranlagen an der Ölpreisentwicklung orientiert. Durch die zunehmend überversorgte Marktlage hat sich der Ölpreis WTI zwischen Juli 2014 und Januar 2015 mehr als halbiert. Die Anzahl der Bohranlagen brach ab Januar 2015 regelrecht ein. Auf jede Erholung der Ölpreise über ein Niveau von 50 US-Dollar, folgte jedoch eine wieder steigende Anzahl aktiver Bohranlagen.

In der folgenden Grafik ist das Verhältnis zwischen der Anzahl aktiver Bohranlagen in den USA und der täglichen Produktionsmenge dargestellt:

Aktive US-Bohranlagen vs tägliche US-Ölproduktion

Deutlich wird, dass die amerikanische Produktion nicht in gleichem Maße sinkt, wie die Anzahl aktiver Ölbohranlagen. Einsparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen haben dazu geführt, dass auch bei einem niedrigeren Ölpreis wirtschaftlich gefördert werden kann. Abgeschaltet wurden in erster Linie ältere und unwirtschaftliche Anlagen.

Stieg der Ölpreis wieder, wie in den ersten Jahreshälften 2015 und 2016, wurden neue effiziente Anlagen in Betrieb genommen und die Produktionsmenge stieg zum Teil wieder an, statt zu sinken.

Zu Beginn des Jahres ging das amerikanische Energieministerium in seinen Prognosen davon aus, dass die US-Ölproduktion bis zum September auf ein Niveau von circa 8,1 Millionen Barrel Rohöl pro Tag sinken würde. Ende Juli liegt die Förderung aber immer noch bei fast 8,5 Millionen Barrel pro Tag.

Ein Rückgang der amerikanischen Ölförderung gilt nicht nur als ein Ziel der aggressiven Preispolitik der großen OPEC Produzenten, sondern auch als zentraler Punkt hin zu einem Abbau der Überversorgung am Ölmarkt.

Heizölpreise Tendenz

Für die weitere Tendenz der Heizölpreise bleibt die Ölpreisentwicklung entscheidend. Am Weltmarkt wird der Ölpreis nicht nur vom aktuellen Angebot und der aktuellen Nachfrage bestimmt, sondern insbesondere davon wie die Marktteilnehmer die künftige Entwicklung beider Faktoren einschätzen.

In den letzten Wochen haben Analysten ihre Preiserwartungen wiederholt nach unten korrigiert. Inzwischen geht man größtenteils davon aus, dass die Ölpreise in 2016 unterhalb von 50 US-Dollar bleiben werden. 

Nach dem deutlichen Fall der Ölpreise im Juli wurden jedoch viele belastende Faktoren bereits eingepreist. Das macht einen weiteren Preisrückgang zumindest kurzfristig unwahrscheinlich.

Mit dem am Ende des Sommers erwarteten Rückgang der Treibstoffnachfrage (Ende der Fahrsaison) und den dann einsetzenden saisonalen Wartungsarbeiten an den Raffinerien könnten die Ölpreise aber erneut unter Druck geraten.

Daneben ist der Eurokurs ist für die weitere Entwicklung des Heizölpreises von entscheidender Bedeutung. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Heizöl in der Regel bei Verlusten des Euros.

Der Euro verzeichnete in der letzten Juli-Woche Gewinne von fast zwei Cent gegenüber dem US-Dollar. Damit erreichte der Wechselkurs den höchsten Stand seit dem Brexit Referendum.

Durch die im letzten Jahr von der US-Notenbank eingeleitete Zinswende in den USA  geht man am Finanzmarkt aber davon aus, dass der Eurokurs in der zweiten Jahreshälfte eher sinken als steigen wird.

Das die Heizölpreise in den nächsten Wochen neue Jahrestiefs erreichen, halten wir für sehr unwahrscheinlich. Mittelfristig sehen wir durchaus noch Potenzial für sinkende Preise, falls sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht ändern.

Heizöl ist aber auch aktuell schon günstig. Zum Ende des vorangegangenen Monats konnte man beim Kauf einer Menge von 1.000 Liter Heizöl bereits über 100 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sparen.

Mit der nun ansteigenden Heizöl-Nachfrage werden besondere Liefertermine zunehmend knapper. Wer schnell oder zu bestimmten Zeiten beliefert werden möchte, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.