Heizölpreise Entwicklung und Tendenz Mai

3. Juni 2016

Heizölpreise Entwicklung Mai 2016

Jetzt Heizöl kaufen oder noch warten? Über 90 Prozent der von uns befragten Kunden und Webseiten-Besucher wünschen sich mehr Informationen zum Thema Heizölpreise und Preisentwicklung. Lesen Sie hier unsere aktuelle Analyse für den Monat Mai.

„Zu welchen Themen möchten Sie mehr erfahren?“ fragten wir im vergangenen Sommer auf dieser Webseite und zuletzt in unserer Kundenzeitung heizenheute. Über 90 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wünschten sich mehr Informationen zum Thema Heizölpreise und Preisentwicklung.

Diesem Kundenwunsch versuchen wir in unserem Bereich Heizölpreise - Trend und Prognose bestmöglich nachzukommen. Wir werden dieses Thema weiterhin auszubauen, um Ihnen eine qualifizierte Entscheidungshilfe auf die Frage „Jetzt Heizöl kaufen oder noch warten?“ zu geben.

Heizölpreise-Entwicklung

Grundsätzlich drückte das bestehende Überangebot bis in den April hinein auf die Ölpreisentwicklung. Nachdem auch das Treffen der großen Ölproduzenten Mitte April ergebnislos verlief, war eine koordinierte Kürzung der Fördermengen vorerst vom Tisch. Diese war eigentlich Ziel des Treffens, um das Niveau der Ölpreise in für Produzenten freundlichere Regionen zu verlagern.

Somit hätte eigentlich vieles für sinkende Ölpreise und damit verbunden auch günstigere Heizölpreise gesprochen. Dennoch sind die Ölpreise und in der Folge auch die Heizölpreise seit Mitte April fast durchweg gestiegen. Seit fast zwei Jahren ist die Überversorgung und wann diese beendet sein könnte das zentrale Thema am Ölmarkt.

Im Mai hat sich die Marktlage hin zu einer Unterversorgung gedreht. Ausschlaggebend dafür sind im Grunde temporäre Produktionsausfälle. In Kanada musste die Ölproduktion durch anhaltende Waldbrände erheblich eingeschränkt werden. Unterkünfte von Arbeitern sind zerstört worden und Produktionsstätten wurden vorsorglich evakuiert.

Die Ölförderanlagen sollen laut Behördenangaben gut gegen Waldbrände geschützt sein, daher gibt es bisher auch noch keine Berichte über größere Schäden. Dennoch fehlt auf der Angebotsseite allein durch diese Waldbrände eine Menge von über einer Million Barrel pro Tag.

In größerem Umfang fehlen auch Exporte aus Nigeria. Anschläge haben seit Februar zu immer neuen Problemen bei der Förderung geführt. Obwohl man mit einer Stabilisierung der Lage gerechnet hatte, schätzen Analysten die aktuellen Ausfälle ebenfalls auf über eine Million Barrel pro Tag.

Insgesamt sollen sich die Ausfälle im Mai auf über drei Millionen Barrel pro Tag summieren. Der weltweite Verbrauch lag im Jahr 2015 bei etwa 94,5 Millionen und die Produktion bei etwa 96,3 Millionen Barrel pro Tag. Zwar ist die Ölfördermenge der OPEC insgesamt gestiegen, der Verbrauch aber auch und die geschätzten fehlenden drei Millionen Barrel pro Tag deuten daher auf eine Unterversorgung hin.

Hinzu kommt die wachsende Ölnachfrage, wie beispielsweise der wachsende Ölbedarf in Indien. Im ersten Quartal dieses Jahres war das Land für etwa 30 Prozent des von der Internationalen Energieagentur (IEA) erwarteten globalen Nachfragewachstums verantwortlich.

Die Ölpreise sind in der Folge bis zur 50 US-Dollar Marke pro Barrel gestiegen. Das ist fast doppelt so viel wie noch im Januar. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird und der Euro/Dollar Wechselkurs im Vergleich zum Januar (noch) höher ist, folgten die Heizölpreise dem Anstieg nicht im gleichen Maße. Aktuell haben die Heizölpreise in etwa das Niveau vom letzen Dezember. 

Heizölpreise Entwicklung Mai 2016

Heizölpreise Tendenz

Die Tendenz der Heizölpreise zeigt seit Mitte April aufwärts. Durch den anhaltenden Anstieg der Ölpreise erreichte der Heizölpreis im Mai fast täglich ein neues Jahreshoch. Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet nun im bundesweiten Durchschnitt deutlich über 50 Cent pro Liter Heizöl. Das heißt aber auch, der Liter Heizöl ist fast 15 Cent günstiger, als vor einem Jahr!

Für die weitere Ölpreisentwicklung und damit auch für die der Heizölpreise wird entscheidend sein, wie schnell sich die kanadische Ölindustrie von den Auswirkungen der Waldbrände erholt, sprich wann die Exporte wieder ein normales Niveau erreichen. Im Gegensatz zu anderen kriselnden Förderländern stellt sich hier nicht die Frage ob, sondern nur wann die Förderung wieder zunimmt.

Anders ist das in Ländern wie Nigeria und Libyen. Aufgrund der Sicherheitsproblematiken in beiden Ländern werden die Produktionsausfälle vermutlich längerfristig andauern. Eine deutliche Abwärtskorrektur der Ölpreise erscheint zumindest kurzfristig betrachtet eher unwahrscheinlich.

Daneben ist der Eurokurs für die Tendenz der Heizölpreise von Bedeutung. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Heizöl bei Verlusten des Euros. Der Euro/Dollar Wechselkurs konnte Anfang Mai mit fast 1,16 US-Dollar den höchsten Stand seit August 2015 erreichen.

Seitdem hat der Euro aber fast fünf Cent gegenüber dem US-Dollar verloren. Bestimmendes Thema dabei sind die  Spekulationen über die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Zuletzt hatten sich die Anzeichen für eine baldige Zinsanhebung gemehrt, was den Dollar gegenüber anderen Währungen stärkt.

Aktuell wird eine Zinsanhebung noch im Juni zunehmend unwahrscheinlicher, sodass sich der Eurokurs wieder etwas stabilisieren könnte. Aber auch ein möglicher "Brexit" (Austritt Großbrittaniens aus der EU) bürgt Gefahren für den Eurours.

Alles in allem ist es für uns aktuell sehr wahrscheinlich, dass sich der Heizölpreis im Juni oberhalb der 50 Cent pro Liter Heizöl hält.

Unsere Empfehlung lautet daher: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte jetzt genau beobachten, ob der Ölpreis die 50 Dollar Marke nachhaltig durchbricht und damit seinen Aufwärtstrend fortsetzt. Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren.

Diese Preisrückgänge sind durchaus möglich, auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte. Es gilt nicht als sicher, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt bereits in diesem Jahr ausgleichen werden.

Die OPEC machte beim Treffen am vergangenen Donnerstag erneut deutlich, dass man sich nicht auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen kann. Das Ölangebot dürfte in den kommenden Wochen vermutlich steigen, wenn die OPEC mehr Öl fördert und die Produktionsausfälle abnehmen.

Ein Gleichgewicht von Anbebot und Nachfrage wird davon abhängen, ob sich der erwartete Ölnachfrageschub zum dritten Quartal bestätigt und ob die höheren Ölpreise einen spürbaren Einfluss auf die US Ölproduktion in diesem Jahr haben werden.

Für die amerikanische Schieferölindustrie gilt ein Ölpreis über 50 US-Dollar als ein wichtiger Meilenstein. Ab diesem Niveau sei die Inbetriebnahme neuer Anlagen rentabel. Insofern deckelt die US Ölindustrie aber auch die Ölpreisentwicklung. Steigt der Ölpreis zu rasant, könnte die Produktion in den USA langfristig vermarktet werden und würde dadurch wiederum weniger sinken als bisher erwartet.

Neben dem Lesen von Markt-Berichten empfehlen wir unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.